Kochen ohne Geschmack

Der Titel bezieht sich nicht auf ekelige Kochexperimente und wilde Geschmackskompositionen, sondern darauf dass ich momentan zeitweise nichts schmecken kann. Echt blöd wenn man gerne kocht, oder? Der Grund dafür ist ganz banal und zwar eine richtig „schöne“ dicke Erkältung. Und ich verrate euch noch was, bei fast 30°C macht es auch kein spaß schniefend und keuchend tot auf dem Sofa zu liegen. Ich wäre lieber in mein bestimmt mollig-warmes Büro und könnte dafür nach Feierabend ein leckeres Radler oder Alster im Biergarten genießen. Zwischen Schlafen, viel Tee und das „bisschen Haushalt“, muss ich ja auch ab und zu was essen. Am besten was Gesundes mit viel Vitamine und ohne viel Aufwand. Aber was heißt Aufwand für eine kochbegeisterte? Das definiert wohl jeder für sich. Ich glaube ich meine hier vielmehr ohne viel Stress. Denn ein aufwändiges 4-Gänge Menü mit vielen Zutaten wäre sicherlich nicht drinne, überhaupt mehr als 1 Topf gleichzeitig auf dem Herd würde sich ja fast schon in stress ausarten ;).

Was ist das Erkältungselixier schleicht hin? Eine Kraftbrühe natürlich! Die einfachste Variante ist etwas Wasser aufkochen, darin etwas Hühner-Kraftbouillon-Pulver aus dem Glas hinzugeben und z.B. als Einlage ein Hühner-Ei. Kredenzt mit eine Scheibe Toast. Einfach, lecker, schnell und effektiv… zumindest Magenfüllend. Nur hat das ganze leider nicht viele Vitamine.

Die Königsdisziplin ist wohl eine echte Hühnersuppe, also eine Brühe ausgekocht mit Suppenhuhn und Gemüse. Vom Stress-Level würde ich das nicht so hoch einstufen, ist aber deutlich Aufwändiger als die schnelle Boullion mit Ei, zumindest was die Zubereitungszeit betrifft. Das gewaschene Huhn mit ein Bund Suppengrün (Karotte, Knollensellerie, Lauch) ca. 2 Std auskochen. Das Huhn raus nehmen, abkühlen lassen und das Fleisch von den Knochen pulen. Jetzt weiß ich zumindest woher der Begriff „gummi-Adler“ kommt. Die Haut des Suppenhuhns kann man nicht einfach abziehen, sondern muss schon den mit einem Messer zu Leibe rücken. Die Brühe durch ein Sieb gießen und das Aufgefangene Gemüse wech schmeißen. Der Erste Teil wäre somit fertig. Die Brühe wieder in einem Topf geben und frisches Suppengemüse nach Wahl hinzugeben gar kochen und zum Schluss noch etwas von dem Hühnerfleisch, evtl. Suppennudeln und Eierstich hinzugeben. Jetzt hat man auch eine gehaltvolle Suppe. Wie hat es geschmeckt? Keine Ahnung. Meine geschmacksnerven haben zu dem Zeitpunkt gestreikt, aber mit ne Menge Maggi konnte ich dann wenigstens etwas schmecken ;), aber gesund und kraftgebend war es alle Mal. Und wie sah es aus? Gut, gesund, lecker. Nur leider frei nach dem GNTM-Motto „ich habe leider kein Foto für dich“. Das wäre dann auch zu viel des guten. Nach dem sättigenden und geschmacklosen Mahl habe ich mich wieder auf dem Sofa eingefunden und genoss das nachmittägliche TV Spektakel.

*hust*

Gestern ging es mit meinem Geschmacksnerven schon wieder etwas bergauf, die sind zwar immer noch nicht auf voller hohe, aber eine Avocado konnte ich geschmacklich von einer Banane unterscheiden. Ein echter Fortschritt, wenn man bedenkt, dass  am Vortag die Karotten genauso wie das Sellerie oder Hähnchen geschmeckt hat. Ich weiß nicht wie es bei euch ist, aber wenn’s mir nicht gut geht, habe ich so gewisse Komfort-Food Gerichte, oder auch Soul-Food genannt, wie z.B. Schokoladen-Pudding. Auch gerne schnell gemacht aus dem Hause des Dr’s. Gestern bin ich aber online auf eine andere Variante gestoßen: Schokoladen-Avocado-Pudding. Mmmh? Klang interessant und wie der Zufall nu war, hatte ich eine reife Avocado auf dem Küchentisch liegen. Ein Schokopudding mit Avocado ist für mich schon was außergewöhnliches, aber ein Schokopudding ohne Milch und Sahne habe ich noch nie Gemacht. Das wirklich besondere an diesem Rezept, ist aber die Beigabe von rohe, also ungeröstete Kakaobohnen. Diese bekommt man online oder in Feinkost- und gutsortierte Bio-Läden. Ich werde euch nicht von den tollen Vorteilen vollquatschen, aber diese Kakaosplitter geben dem Ganzen das gewisse etwas. Sie schmecken schon schokoähnlich, sind aber überhaupt nicht süß. Erst in der Kombination mit Zucker oder mit Milch erwärmt kommt (m.E.) das volle Aroma raus. Wenn Ihr mehr über rohe oder Kakaobohnen allgemein wissen wollt, schaut einfach bei Google oder div. Vegane Seiten vorbei.

Vegane Schokoladen-Avocado-Pudding (Rezept Quelle)

1 Avocado

1 reife Banane

2 EL Kakao-Pulver (das Gute!)

Zucker/Honig/Agaven Nektar (Optional)

5 (rohe) Kakaobohnen oder 1 EL Kakaosplitter

Avocado mit der Banane pürieren. Kakaopulver hinzufügen und gut vermischen. Süßmittel nach Wahl bis zur gewünschten Menge hinzufügen. Kakaobohnen mit einem Mörser oder Messerrücken zerstoßen und unter der Masse mischen. Ergibt 1 größere bzw. 2 kleine Portionen.

Ich gebzu Optisch (Bild oben) hätte ich das bestimmt besser anrichten können ;). Geschmacklich? Interessant. Die Kakaosplitter sind tol,l aber dies wird nicht mein neuer Lieblings-Pudding werden. Da ich guter Laune war habe ich mit der Masse weiter experimentiert. Avocados wandern schon  mal in den einen oder anderen Smoothie, also die Hälfe der Masse in den Mixer und noch ein Glass Milch und ein TL (selbstgemachte) Vanillezucker dazu. Schon lecker, hätte ich noch Eiswürfelgehab wäre es noch besser gewesen. Die andere Hälfte des Puddings ist dann auch in den Mixer gewandert und so wurde aus der Vegane variante ein Milch-Avocado-Schokopudding. Die Konsistenz war zwar nicht so „fest“, aber geschmacklich hat es mir besser gefallen.

Noch besserer (das ist doch kein Wort, oder?) gefiel es mir, als ich die Masse aufkochte. Das Schokoaroma wurde intensiver und hatte einen leicht nussigen Geschmack. Es war zwar dann nicht mehr so seidig glatt, aber das war dann auch nicht so schlimm.

Wieder was Neues kennengelernt und experimentieren in der Küche macht ja auch spaß. Ich wünsch euch viel Spaß beim Nachkochen oder auch experimentieren.

 

Curry Premiere

Vorherrschendes Thema ist ja momentan unser Wetter. Besonders bei Facebook. Ich habe das Gefühl, dass jeder dritter Post irgendetwas mit dem nicht-existenten deutschen Sommer zu tun hat. Es wird gemotzt und gemeckert oder freudig ja fast schon hämisch gepostet, dass der eine oder andere bald gen Sonne fliegen… mit dem meckern bin ich eigentlich keine Ausnahme. JA, das Wetter ist Schei**! Aber ich habe wenigstens 1 Woche etwas Sommer mit Sonne und Wärme genießen können. Jeah! Zumindest muss ich nicht bei 30°C und Sonnenschein 8 Std. im Büro verbringen 🙂 Also alles (noch) halb so schlimm.

Aber was mich an diesem Sommer wirklich ankotzt, ist das mein Obst und Gemüse leidet. Heute musste ich 2 Schalen Erdbeeren, die ich vorgestern gekauft habe, wegen Plüschfrisur in die Tonne befördern. Echt ärgerlich. Auch meine Pflanzen auf meiner Dachterrasse leiden und ich mit ihnen. Da macht man sich die Mühe Pflanzen zu ziehen und pflegen und dann kann man es noch nicht mal wirklich genießen, weil es dauernd regnet. Schade.
Dennoch gibt es auch was positives von meiner Terrasse zu Berichten… ich konnte die ersten Möhren ernten. Diese gelben, weißen und die eine orange Möhre habe ich vor Monaten in Mauerer-Kübel ausgesät und nun waren die endlich groß genug um aus der Erde zu rupfen. Ich mag es selbst Obst und Gemüse zu ziehen, besonders Sorten die man nicht so in dem Supermarkt bekommt, wie diese Möhren.

Das Wetter hat auch ein gewisser Einfluss auf mein Kochverhalten. Diese Woche habe ich keine Lust zu kochen gehabt. Montag und Dienstag war es so kalt, dass ich echt überlegt habe die Heizung wieder an zu machen. Ich hab‘s sein lassen und stattdessen die Fenster geschlossen und mich in eine Decke gehüllt auf dem Sofa gemütlich gemacht. Zum Kochen konnte ich mich auch nicht aufraffen, es dann gab Sandwiches. Mittwoch hatte ich so richtig Lust auf Hühnersuppe oder Curry, aber der Tag wurde ja so richtig schön warm, also blieb die Küche wieder kalt. Gut, nach 3 Tagen Sandwiches oder Brote, wollte ich dann doch mal was Warmes zu essen haben, egal wie das Wetter wird. Das Rennen hat dann das Curry gemacht.

Ein gutes Curry ist was feines, aber ich bestelle es fast nie weil ich es nicht so einschätzen kann wie scharf es ist, oder auch weil da sich oft Obst wie Ananas oder Mango darin versteckt *bääääh*. Obst im Salat ist okay, aber im warmes, herzhaftes Essen… nicht meins.

Ein „richtiges“ Curry, also ohne fix und fertige Gewürzmischungen habe ich noch nie gemacht. Ich glaub ich muss da noch weiter gehen, ich glaub habe noch nie Curry zubereitet.

Google hat mir bei der suche nach „world best curry“ das Rezept „Indian Chicken Curry (Murgh Kari)“ bei allrecipes.com ausgespuckt. Die genannten Gewürze hatte ich, also fehlten noch die frischen Zutaten. Zuhause angekommen, stellte ich fest, dass ich doch kein Curry-Pulver hatte, aber ich wollte nicht nochmal los gehen. Diese kleinen Dosen Curry-Pulver sind ja nicht gemahlene Curry-Blätter, sondern eine Gewürzmischung. Grob erinnerte ich mich an die Inhalte, zumindest an die ein oder andere, also improvisierte ich. Da ich auch noch die schönen Möhren hatte, wurden die auch gleich mit verarbeitet.

Ein wichtiger Tipp vorweg: die jeweiligen Zutaten vorbereiten, also waschen, schneiden, würfeln, mörsern oder hacken, bevor man mit der „Kochanweisung“ anfängt!

Hähnchen Curry mit ganzen Hähnchenbrustfilets

  • 4 Hähnchenbrustfilets
  • Salz
  • 120 ml Öl
  • 4-5 Zwiebeln, gewürfelt (ca. 250g)
  • 2 Knoblauchzehen, gepresst (ca. 1 TL)
  • 1 ½ TL Ingwer, frisch gerieben (ca. 2 cm Stück)
  • 1 EL Curcuma
  • 1 ½ TL Kreuzkümmel (Cumin), gemahlen
  • ½ TL Nelken, gemahlen
  • 1 TL Cayenne Pfeffer
  • ¼ TL Chili-Flocken
  • ½ TL Fenchel Samen
  • 1 ½ TL Koriander Samen (oder 1 TL gemahlenen Koriander)
  • 4 Kardamom Kapseln
  • 1 EL Wasser
  • 300g gelbe/weiße Möhren, in Scheiben
  • 1 Dose gestückelte Tomaten (400g)
  • 250 g Joghurt
  • 1 EL frischer Koriander, gehackt
  • 1 TL Salz
  • 120 ml Wasser
  • 1 TL Garam Masala
  • 1 Zitrone

Hähnchenbrüste von beiden Seiten gut salzen. In eine große, hohe Pfanne das Öl erhitzen und die Hähnchenbrüste gold-braun anbraten. Aus der Pfanne nehmen und auf einem Teller zur Seite stellen.

Die Hitze auf mittel-hoch reduzieren. Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer in die Pfanne geben und braten bis die Zwiebeln glasig sind (ca. 8 min).

Curcuma, gemahlener Kreuzkümmel, gemahlene Nelken, Cayenne Pfeffer, Chili Flocken, Fenchel Samen, Koriander Samen und Kardamom Kapseln in einem Mörser geben und fein zerstoßen. Die Gewürze über die Zwiebeln streuen, 1 EL Wasser hinzugeben und verrühren. Die Möhrenscheiben hinzufügen und ca. 1 Min. weiter braten.

Tomaten, Joghurt, Koriander und 1 TL Salz hinzugeben und rühren. Die Hähnchenbrüste, mit evtl. austretenden Saft zurück in die Pfanne geben. Das Wasser hinzufügen und auf kochen lassen. Die Hähnchenfilets sollten bedeckt sein, ggf. in der Soße wenden.

Garam Masala über die Pfanne streuen und abgedeckt ca. 20 Min. köcheln lassen oder bis die Hähnchenbrüste gar sind.

Mit einem viertel Zitrone, Basmatireis und Naan-Brot servieren.

Viel Spaß beim Nachkochen

Nachtrag

Bei Foodina gibt es ein Blogevent zum Thema “Thai-Wo(ch)ken“. Das hier ist zwar ein Indisches Gericht (danke Tina 😉 ), aber wer gerne exotisches wie Thai-Essen mag, egal ob warm, kalt, süß oder feurig, sollte da mal vorbeischauen und sich die leckeren Einreichungen mal anschauen.

Thai-Wo(ch)ken
Da dieses gold-gelbe Curry so eine schöne Farbe hat, habe ich es auch bei Uwe’s Jahres-Blogevent „Cookbook of Colors“ eingereicht. Passend zur endlich lachende Sonne werden noch bis zum 31.07. gelbe Gerichte gesucht.

HighFoodality Blog-Event Cookbook of Colors

Ich mache Blau

Wüsstet ihr, das sich Blaubeeren ziemlich lange halten? Ich war auch erstaunt, dass die kleinen Blauen Scheißerchen nach eine Woche im Kühlschrank noch keine Plüschfrisur hatten. Als ich sie am Wochenmarkt (neben viele Zitronen und Erdbeeren) gekauft hatte, wollte ich die eigentlich mit den Erdbeeren zu Smoothies und Curd verarbeiten, aber irgendwie ist die Schale in die hinterste Ecke vom Kühlschrank gewandert und wurde fast vergessen. Zum Glück habe ich sie rechtzeitig entdeckt, aber auf Smoothies hatte ich dann doch keine Lust. Man kann Sie zwar auch super einfrieren, aber es war Sonntag und ich hatte meine Freude Kuchen zum Kaffee versprochen.

Was nun tun? Es gibt ja auch so viele schöne Verwertungsmöglichkeiten z.B. eine Blaubeer-Biskuit-Rolle (war glaub ich in der letzten Lecker Ausgabe). Aber das war nicht das richtige. Ich hatte ja schließlich 1 Pfund Blaubeeren zu verarbeiten. Nach etwas suchen auf meine üblichen Plattformen (tastspotting, foodgawker, pinterest) bin ich fündig geworden. Laura hat auf ihren Blog „a healty jalapeno“ eine „gesunde“ fresh Bluebeery Pie die genau in meine vorstellung passte und das schöne daran, ich hatte alle Zutaten zuhause. Außer eine fertige Pie Crust, also Tartboden, aber kein Problem für „little ol me“, ich hab ja ein neues tolles Back-Buch „The Great British Book of Baking„. Die Briten sind Pie Experten :), also konnte ja nichts schief gehen.

Eines hatte ich aber bei meinem Vorhaben nicht bedacht, die Pie bzw. Tartform. Ich habe eine schöne große aus Keramik, aber die Tart oder Pie heile in einem Stuck daraus zu bekommen ist fast unmöglich. Mmmh, da saß ich grübelnd vor dieser Form. Dann hatte ich einen dieser Momente… „Bling“ die Küche erhellte sich und mir fiel was ein. Voreiniger Zeit hatte ich ja bei einem Kaffeeverkaufskette 4 kleine Tart-Formen (nicht zu verwechseln mit Tortelett) mit herausnehmbaren Boden erstanden. Supi, passt.

Nur eines vorweg, dieses Rezept ist nicht für den Heißhunger nach Pie oder Tarts geeignet. Mit Ruhe-Zeit dauert es fast 3 Std. bis man in den Genuss dieser sättigenden Törtchen kommt. Sättigend? Ja, sättigend. Die kleine Törtchen haben ca. 10cm Durchmesser und in einer Sitzung schafft man vielleicht die Hälfte auf zu mümmeln. Es sind insgesamt 4 Törtchen, aber satt werden sicherlich 6-8 Personen.

Pie-Crust-Rezept

  • 220g Mehl
  • Prise Salz
  • 1 TL Zucker
  • 160g kalte Butter, gewürfelt.
  • 2-3 EL kaltes Wasser

Das Mehl in eine Schüssel sieben und mit dem Salz und Zucker vermischen. Die gewürfelte Butter hinzufügen und mit einem Spachtelmesser (oder stumpfes Messer) mit dem Mehl weiter zerkleinern. Die restlichen Butterstückchen mit de4n Findern zerbröseln. Das Wasser hinzufügen und mit dem Spachtelmesser rühren. Man sollte möglichst nicht zu viel mit den Händen kneten, damit die Butter nicht zu sehr schmilzt. Wenn Ihr unter „Eiskaltes-Händchen“ leidet, kann man auf das Spachtelmesser verzichten 😉

Den fertigen Teig in Frischhalte Folie einwickeln und für 20 Minuten in den Kühlschrank kalt stellen.

Den Backofen auf 190°C vorheizen und den Teig aus dem Kühlschrank nehmen. ist er zu hart zum ausrollen noch etwas liegenlassen. Die Formen ausbuttern.

Den Teig in 4 Portionen teilen und etwas größer als die Form ausrollen, auf das Nudelholz (oder Ersatzwalze wie Rotwein Flasche) aufrollen und vorsichtig in die gefettete Form auskleiden. Den Boden mit einer Gabel anpieksen.

Nun werden die Pie-Crusts „Blind gebacken“, das bedeutet für jedes Pie etwas Backpapier passend zuschneiden, auf den Teig legen und die Form mit Erbsen oder Bohnen oder Reis (alles getrocknet natürlich) füllen, damit der Teig auch schon in Form bleibt.

Die Förmchen für ca. 20 Min. bzw. bis der Teig gold-braun ist backen. Vollständig auskühlen lassen bevor man sie füllt.

Dieser Pie-Crust ist  knusprig und leicht krümelig und wahrscheinlich verantwortlich für das sättigende Gefühl, denn die Füllung besteht nur aus Blaubeeren, Zucker, etwas Speisestärke und Zitrone. Aber ich vermute die Blaubeeren haben da auch ihre Finger im Spiel. Der Teig kommt auch sehr gut ohne Zucker aus, es gibt auch süße Versionen, aber in der Füllung ist genügen Zucker.

Bei Amerikanischen Rezepten reduziere ich fast immer die Zucker Menge aber in diesem Fall habe ich mich ziemlich an die Original Menge gehalten. Die Süße wird nicht nur wegen dem Boden ausbalanciert, sondern vor allem wegen den Blaubeeren. Die waren ja nicht so süß wie z.B. die Erdbeeren.

Blaubeer Pie Füllung

  • 170g Zucker
  • 2,5 EL Speisestärke (Kartoffel oder Mais)
  • 1/4 TL Salz
  • 1/4 TL Zimt
  • 160ml Wasser
  • 500g Blaubeeren
  • 1 TL Vanille Extrakt
  • 2 EL Butter
  • 3 TL Zitronensaft
  • 1 TL Zitronenabrieb

In einem Topf den Zucker, Stärke, Salt, Zimt und Wasser vermischen. Ca. 70g der Blaubeeren hinzugeben und unterrühren aufkochen. Die Heidelbeeren dabei ggf. mit einem Kartoffelstampfer zerdrücken. Weiter kochen bis die Masse eindickt. Den Topf vom Herd nehmen und Vanille, Butter, Zitronensaft und -abrieb unterrühren. Abkühlen lassen.

Schneller geht’s wenn man dem Topf ein Eisbad geht und dabei ab und zu rührt.

Ca. 200g von den Blaubeeren zur Seite stellen. Die restlichen Blaubeeren unter die kalte Masse heben, bis alle bedeckt sind.

Nun die Heidelbeermasse gleichmäßig auf die Törtchen aufteilen. Nicht überfüllen. Die Törtchen nun mit der zur Seite gestellten Blaubeeren zu bedecke und für ca. 2 Std. in den Kühlschrank geben.

Wenn was von der Füllung übrig bleibt, einen Löffel nehmen und beim wech naschen sich auf die Törtchen freuen.

Viel Spaß beim Nachbacken.

Nachtrag

Simone von Ofenlieblinge sucht „Leckere Früchtchen“…einfach aufs Bild klicken und nachschauen was es dort noch leckeres gibt.

Sandwiches sind klasse!

Jeder kennt das Sandwich, egal ob man es ein „belegtes Brot“ oder Bemme nennt, egal ob zum Frühstück, als Pausenbrot, oder als Snack zwischen durch. Das Sandwich ist die beste kulinarische Erfindung, naja zumindest einer der Top 10. Es ist nicht anspruchsvoll, aber es gibt zig verschiedene Varianten, von Süß bis Herzhaft.

Auf Arte gab es anlässlich der Olympischen Spiele eine kleine TV-Reihe „What Brits love“. Ben Lewis ein waschechter Brite geht in 5 Folgen der Frage nach „Was lieben die Briten“ und gibt einen kleinen Einblick in die Kultur der Briten. Neben dem britischen (schwarzen) Humor, die Briten und Ihre Hüte, Autos und Eigenheim (my home is my castle) befasst sich die letzte Folge mit dem Sandwich. In 45 Min führt Lewis die Zuschauer auf eine Reise durch die Geschichte des Sandwiches, gibt Einblicke in die Sandwich-Kultur der Briten und zeigt auch das ein oder andere Sandwich-Rezept.

Ob ein Sandwich wirklich ein Rezept benötigt, denn 2 (oder mehr) Scheiben Brot kann man auch ohne ganz gut und leckere belegen, oder? Aber anscheinend gibt es einen Markt dafür. Bei Amazon hat man alleine bei den Deutschen Kochbüchern eine Auswahl von über 70 Titel die sich alle mit dem Sandwich befassen, oder zumindest unter dem Begriff aufgelistet werden. Wenn ich darüber nachdenke sind Rezeptbücher für Sandwiches, ähnlich wie Bücher über Salate, nicht wirklich abwegig. Denn mal ehrlich, oft findet man darin Kombinationen auf die man nie selbergekommen wäre. Wie z.B. das klassische (engl.) Gurkensandwich. Es ist nicht einfach ein paar Scheiben Gurken zwischen zwei Scheiben (Weiß-)Brot: 1 Gurke schälen, Samen entfernen und fein würfeln. 100g Frischkäse mit 2-3 TL Rettich, 1/2 TL Salz und 1/4 TL gemahlene Zwiebel mischen. Die Gurke unterheben. Das Ganze zwischen zwei Scheiben gebuttertes Weißbrot (ohne Rand) schmieren und in 4 Dreiecke oder Quadrate schneiden.

Am besten schmeckt mir diese Art von ungetoasteten Sandwiches mit dem englischen Weißbrot. Das tolle labberige Brot, welches man hier leider nicht bekommt. Das Deutsche Toastbrot ist mir einfach etwas zu trocken um es ungetoastet zu essen. Golden Toast kommt aber fast daran 😉

Heute gab es auch wieder Sandwiches zu Mittag und zwar mit Steak und Avocado… also hier ist das Rezept die Inspiration:

Für 2 Personen

  • 1 Steak (150-200g)
  • Pfeffer, Salz
  • 4 Scheiben Golden Toast Körnerharmonie (Oder euer Lieblings Toast)
  • 1/2 Avocado
  • Spritzer Zitrone
  • 4 Scheiben Bacon
  • Manchego Semi-Currado (Spanischer Käse oder Käse nach Wahl) gerieben.
  • Salz
  • Pfeffer
  • Butter
  • Salat

In eine Pfanne etwas Öl erhitzen und das Steak medium anbraten. Mit Salz und Pfeffer würzen. Zur Seite legen und ruhen lassen. In der noch heißen Pfanne die Bacon scheiben knusprig braten und auf einen Küchenkrepp abtropfen lassen.

Die Avocado halbieren und entkernen. Das Fruchtfleisch mit etwas Salz und ein Spritzer Zitronensaft vermischen. Wenn Ihr etwas Guacamole-Gewürzmischung habt könnt ihr das auch gerne hinzufügen.

Das Brot toasten, mit etwas Butter bestreichen. Auf einer Scheibe die gewaschenen Salatblätter legen, darauf den geriebenen Käse geben.

Das Steak in dünne Scheiben schneiden und auf den Käse belegen. Den Bacon etwas zerbröseln und auf die Steakscheiben verteilen.

Auf der anderen Toastscheibe die Avocado verteilen. Zuklappen und diagonal durchschneiden.

Eine andere Variante ist (von unten nach oben) Salat, Gurken Scheiben, einige Scheiben geräucherte, dünn geschnittene Putenscheiben und gewürzte Avocadopaste.

Viel Spaß beim nachkochen.

Es gibt Reis, Baby…

Kennt Ihr das Lied von Helge Schneider? Ganz bestimmt… wildes Mädchen, schüttel dein Haaaaar für mich…


Ziemlich bescheuert, aber ich muss immer irgendwie daran denken wenn es Reis gibt 😉 Mit Freunden haben wir mal einen Helge Schneider Film-Abend gemacht, mit Chips und ein/zwei Konti Gilde. Ein Konti hieß damals der 10er-Träger 0,33L Gilde Bier in den Stubi-Flaschen. Irgendwann (keine Ahnung wann) verschwanden auch die Kontis und es gab nur noch 6er-Träger… ach ja die Nostalgie.

Zurück zum Thema, wie gesagt es gab Reis und zwar in Sesamöl gerösteter Basmati. Inspiriert wurde ich diesmal wieder von The Britisch Larder. Diese tolle Seite ist (wiedermal) ein Beweis wie lecker Englisches Essen ist.

Das Rezept habe ich auf der Suche nach einer Verwertungsmöglichkeit für Dicke Bohnen (Broad Beans) gefunden. Eigentlich kann man das Gemüse gegen andere Arten von Gemüse austauschen, das Ganze kalt oder warm, als Beilage oder Hauptspeise essen.

Sesam-Reis-Gemüse-Pfanne

  • 1 TL Sesamöl
  • 100g Basmati-Reis
  • 325ml Wasser
  • Salz & Pfeffer
  • 1 Klecks Butter & Öl
  • 2 – 4 Scheiben Bacon (klein geschnitten)
  • 3 Frühlingszwiebeln (ca. 40g)
  • 1 Möhre (in Streifen klein geschnitten)
  • 200g Pfifferlinge
  • Etwas Seleriegrün (klein geschnitten)
  • 150g Dicke Bohnen (gewogen ohne Hülle)

In einem Topf auf Mittlere-Hitze das Sesamöl erhitzen und die Hälfte des Basmatis darin unter Rühren goldbraun rösten. Den restlichen Reis und Wasser hinzugeben und zum Kochen bringen. Nach ca. 5 Min. ein Deckel drauf geben und die Herdplatte ausschalten. Nach ca. 20 Min sollte der Reis das ganze Wasser aufgesaugt haben.

In eine Pfanne die Butter mit etwas Öl erhitzen. Den Bacon, die hellen Enden der Frühlingszwiebel und Möhre in die Pfanne geben und anbraten. Die Pfifferlinge hinzufügen und braten.

Die Dicke Bohnen ca. 20 Sekunden balancieren und von den Hüllen befreien. Zusammen mit den restlichen Frühlingszwiebel in die Pfanne geben und 1 Min. weiter braten.

Den fertigen Reis in die Pfanne geben und gut mit dem Gemüse vermischen.

Enjoy your meal! und viel Spaß beim Nachkochen!

Erdbeer Curd ohne Ei

Vielleicht wisst ihr das schon aber ich bin nicht so der Marmeladen-Typ, wenn ich die nicht „verbacke“ wird sie bei mir doch schon mal schimmelig. Außer Lemon Curd, dieser lecker sämiger Aufstrich hats mir angetan und kann man kann es auch gut selber machen.

Meine erste Curd variante war Apple Lemon Curd, super lecker, aber es ist (noch) Erdbeerzeit und bei der „Post aus meiner Küche“- Aktion unter dem Motto „Verry Berry“ bin ich auf Tamara von StudentenKüche Beitrag gestoßen: Macarons mit Strawberry Curd. Erdbeer Curd klingt lecker.

Aber wie so oft wenn ich spontan etwas Zubereiten will, fehlen mir wesentliche Zutaten, diesmal hatte ich nicht genügend Eier im Haus. Naja was solls dachte ich mir, aber ich wollte unbedingt Erdbeer Curd essen, also suchte ich nach einer anderen Möglichkeit. Das Zauberwort ist Vegan! Im Gegensatz zu Vegetarier essen die ja keine Eier 🙂 Bei Pinterest bin ich auch fündig geworden, die Suche nach Strawberry Curd führte mich zu „Buttercream & Chantilly Factory„. Laure bloggt dort auf Englisch und Französisch über ihre Reise in die Welt der Patisserie. Die schönen Bilder lassen einem schon das Wasser im Mund zusammenlaufen, also sehr zu empfehlen, nicht nur für alle die ein „Sweet-Tooth“ haben.

Der Erdbeer Curd oder heißt es das Erdbeer Curd, egal es schmeckt super lecker fruchtig und sämig, auch ohne Ei. Natürlich beeinflusst der Süßungsgrad der Erdbeeren den Geschmack. Meine waren aromatisch aber auf der leicht säuerlichen Seite, trotzdem habe ich nicht so viel Süßungsmittel im Rezept verwendet, ich mag’s lieber leicht säuerlich. Also probiert besser die Masse vor dem aufkochen und süßt ggf. etwas nach.

Erdbeer Curd

  • 250g Erdbeeren (frisch, entstielt)
  • 60g Honig
  • 20g Agaven-Dicksaft
  • 20g Speisestärke
  • 30g Zitronensaft (ca. 1/2 große Zitrone)
  • 28g Butter

Erdbeeren fein pürieren und durch ein Sieb geben um die Kerne zu entfernen. Möglichst viel von dem Saft auffangen.

In eine kleine Schussel die Speisestärke mit dem Zitronensaft gut vermischen.

In einem Kochtopf das Erdbeerpüree, Honig, Agaven-Dicksaft, Zitronen/Stärke Gemisch mischen und bei mittlere Hitze unter Rühren erwärmen bis sich die Masse eindickt, ca. 10 Min.

Den Topf vom Herd nehmen und zügig die Butter einrühren bis die Masse schön geschmeidig ist. In sterilisierte Gläser füllen und abkühlen lassen. Beim Abkühlen dickt der Curd nach.

In dem Kühlschrank aufbewahren und binnen eine Woche aufbrauchen.

Für eine „Voll-Vegane“ Version den Honig durch Agaven-Dicksaft und die Butter mit Margarine ersetzen. Habt ihr kein Agaven-Dicksaft (erhältlich im Bio-Laden) könnt Ihr ruhig 80g Honig nehmen. Ich steh nur nicht auf den Honiggeschmack.

Viel Spaß beim Nachkochen.

Viva España

Ich habe ganz schön lange hier nichts mehr gebloggt, fast 2 Wochen. Das lag nicht daran, dass ich nicht gekocht und gegessen habe, oder das ich keine Lust mehr habe, sondern weil ich nicht im Land war :). Vielleicht sollte ich mehr Posts vorschreiben und die dann automatisiert freigeben, aber das klappt momentan nicht. Grund dafür ist, dass ich meistens spontan irgendwas in der Küche zaubere und dann darüber berichte. Ich plane nicht die Woche oder Monat was ich wann blogge, geschweige denn Koche. Aber vielleicht sollte ich das mal versuchen, vielleicht auch nicht, mal sehen.

Jedenfalls, ich war wieder in Spanien und ich liebe das Land! Nicht nur wegen dem Wetter, Meer und Strand, sondern auch wegen den Menschen, die Lebensart, das Temperament und natürlich auch dem Essen. Wenn man an spanisches Essen denkt, denkt man meistens an Paella. Ich finde das auch sehr lecker, egal ob die traditionell Valenzianische Variante (ohne Fisch) oder die „Paella de turistas“ (Touristen-Paella) mit Fisch. Oft denkt man, dass diese mit Safran zubereitet wird und obwohl Safran in Spanien sehr günstig ist, wird es mit Lebensmittelfarbe „Colorante alimentario“ gelb gefärbt. Ich habe auch überlegt mir etwas davon mit zunehmen, aber was soll ich damit ich habe mich lieber für den Safran entschieden.

Hier in Deutschland kostet 0,1g ca. 3€ in Spanien bekommt man 0,5g für den gleichen Preis. Auf der Vielzahl der Wochenmärkte oder in den großen Markthallen bekommt man es evtl. noch etwas günstiger.

Ein anderes Gewürz findet man auch sehr oft in seinem Essen und zwar Cumin, besonders in Verbindung mit Fleisch. Cumin ist euch vielleicht etwas besser unter Kreuzkümmel bekannt, nicht mit normalem Kümmel zu verwechseln. Kreuzkümmel ist bei uns auch im Supermarkt erhältlich, aber oft nur in gemahlener Form. Das Gewürz in dieser Form finde ich etwas schwierig zu dosieren und es duftet auch nicht so aromatisch als frisch gemörserter Cumin.

BILD

Safran und Cumin sind auch die Aromageber für mein heutiges Rezept: Cumin-Safran-Brot. Brot selber machen geht eigentlich sehr einfach, nur braucht es etwas Zeit. Folgendes Rezept braucht ca. 3 Std. Durch die verwendetet Menge Safran ist es auch nicht „günstig“, aber versuch mal Safran-Brot beim lokalen Bäcker zu bekommen. Außerdem man backt es nicht jeden Tag oder jede Woche 😉 Das Rezept stammt aus Bistro Cooking von Patricia Wells, gefunden bei Labellecuisine.com. Ursprünglich wurde das Brot als Ergänzung zu Bouillabaisse (Fisch-Suppe) kreiert, aber es passt auch wunderbar zu einem Teller mit Schinken, Käse und Aioli, oder zu Tapas oder einfach in gutes Olivenöl getunkt.

Zutaten für 1 Laib

310ml lauwarmes Wasser

1 Pk. Trocken-Hefe

1 TL Zucker

280 – 315g Mehl

1 TL Cumin (Kreuzkümmel), frisch gemahlen

0,1g Safran-Fäden (entspricht 1 Pk.)

2 TL Meersalz

175g Pasta-Mehl

In eine große Schüssel Wasser, Hefe, Zucker und 140g Mehl gut mischen und ca. 10 Minuten stehen lassen.

In einem Mörser das Cumin, die Safran-Fäden und Meersalz  fein zerstoßen und gut unter dem Hefe-Gemisch rühren. Der Teig sollte jetzt schön gelb sein.

Nach und nach das Pasta-Mehl zu dem Gemisch geben und unterrühren. Wenn alles gut vermischt ist ca. 140g Mehl hinzugeben bis es zu einem Teig zusammen kommt.

Den Teig aus der Schüssel nehmen und auch einer bemehlten Oberflache kneten und dabei zusätzlich mehr hinzugeben, bis der Teig nicht mehr klebt. Weiter kneten bis der Teig schön glatt und geschmeidig ist, ca. 10 Min.

Den Teig zu einer Kugel formen und in eine mit etwas Olivenöl gefettete Schüssel geben, abdecken und 1 Std. bei Zimmertemperatur gehen lassen. Der Teig sollte ca. die doppelte Größe haben.

Das Backblech/Backpapier mit etwas Pasta-Mehl bestreuen. Den Teig aus der Schüssel nehmen, zu einer Kugel formen und auf dem Backblech mit einem Küchentuch abgedeckt wieder ca. 1 Std gehen lassen.

Den Backofen auf 190°C vorheizen und das Brot auf mittlere Schiene ca. 40 Min. backen.

Auf einem Kuchengitter abkühlen lassen, bevor man es anschneidet.

¡Buen provecho! Und viel Spaß beim Nachkochen

 

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