Ich wünsch euch allen einen guten Rutsch und ein super tolles 2013!!

Ich wünsch euch allen einen guten Rutsch und ein super tolles 2013!!

Was wäre ein Menü ohne einen Nachtisch? Kein Menü, oder? In meinem letzten Post habe ich euch von mein Chaotisches Hirsch-Menü erzählt, aber der Nachtisch bin euch noch schuldig.
Wenn man Wackelpudding hört, denken viele an Krankenhaus, Kindergeburtstag oder Wackelwodka. In England hat man zu Wackelpudding (Jelly) einen ganz anderen Bezug. Es ist nicht ungewöhnlich dies als Nachtisch zu servieren. Trifle z.B. ist ein geschichteter Wackelpudding mit viele Früchte und Creme. Kann man mögen, muss man aber nicht.
In eine Folge von Jamie Olivers Weihnachtssendung hat er ein Clementinen Jelly mit Vanillejogurt zu bereitet. Clementinen passen ja auch wunderbar zu Weihnachten und auch zu dem üppigen Hirschmenü.

Das Originalrezept findet ihr hier. Da ich Jogurt nicht mag und den auch eigentlich nie im Haus habe, habe ich eine erwachsene Mascarponecreme zu dem Jelly gemacht. Das folgende Rezept ist für 3 Personen, wer das verdoppeln mochte, sollte sich an das Original halten und 5 Blätter Gelatine verwenden. Wer mag kann auch einige Mandarinenfilets in die Gläser geben bevor man den Wackelpudding darein gießt. Garnieren kann man das auch mit Schokoladenraspeln…ich habs vergessen.
Clementinen-Wackelpudding mit Doró Mascarpone (für 3 Personen)
Die Gelatine 5 Minuten in kaltes Wasser einweichen. Den Saft der Clementinen durch ein Sieb in einem Topf gießen und auf niedrige Hitze erwärmen. Die Gelatine unter gelegentliches rühren darin auflösen. Achtung der Saft darf nicht kochen, sonst geliert die Gelatine nicht. Zucker nach Geschmack und den Saft von dem abgeriebenen Ingwer hinzufügen und umrühren. Die Masse auf 3 Gläser verteilen und min 2 Std, besser mehr in den Kühlschrank stellen.
Die Mascarpone mit dem Mark einer 1/2 Vanilleshote und dem Doró verrühren. Mit Zucker abschmecken alles gut verrühren und kalt stellen bis der Jelly fest ist. Ein ordentlichen Klacks dann auf den Jelly geben und ggf. mit etwas Schokoladenraspeln verzieren.
Viel Spaß beim Nachkochen und frohe Weihnachten
Weihnachten, Weihnachten, Weihnachten… was koche ich zu Weihnachten? Die Familie liest fleißig hier mit und hat natürlich auch den Staatl. Fachingen Kochevent mitbekommen. Also nach Wunsch der kleinen Schwester steht Lammcarré auf dem Menü. Oder doch lieber etwas Einfaches wie der Klassiker Kartoffelsalat und Würstchen.
Leider kann ich Weihnachten nicht mit meiner Aachener-Familie verbringen, also gab es vergangenen Sonntag ein inoffizielles Weihnachtsmenü. Naja ein 2/3 Menü, für eine Vorspeise hat es dann nicht zeitlich gereicht. Als Hauptspeise gab es ein Braten aus der Hirschkeule mit Quitten, gebackene Kartoffeln, Kartoffel-Maronen-Kartoffel, Johannisbeergelee und ganz viel Sauce. Als Nachspeise habe ich mich von Jamie Oliver inspirieren lassen und mich an meinen Tod-Feind Gelatine ran getraut: Clementinen Jelly mit Martini-Doro Mascarponecreme.
Hört sich nach eine Menge an, oder? Ich neige manchmal zu Übertreibungen und bin auch etwas verpeilt (keine Übertreibung) dabei. Normalerweise wenn man solch ein Menü plant macht man sich auch ein Plan. Das einzige was ich geplant (das heißt in der Vorwoche geplant und eingekauft) hatte war der Hirsch-Braten, Kartoffel-Maronen-Kroketten und das Clementinen Jelly. Geplant waren auch Bohnen, aber ich hatte leider vergessen welche einzukaufen. Außerdem haben meine Freunde eigentlich immer Bohnen im Froster, also habe ich überlegt, sie sollten welche mitbringen 😉 Guter Plan, oder?
Dieser Tag in der Küche war auch wieder sehr Ereignisreich. Mal ab von der mangelnden Planung hat der Hirsch mir zunächst keine Probleme bereitet. Er wurde Übernacht mit Gewürzen, Kräuter und eine ganze Flasche Wein zugedeckt und duftete herrlich. Das Chaos begann nach dem Anbraten. Genauer gesagt beim Ablöschen. Zum Ablöschen sollte ein Glas Wildfond genommen werden. Vor dem öffnen sollte man das Glas gut schütteln. Ich betone vor dem Öffnen. In meiner Hektik habe ich vergessen, dass ich den Deckel schon aufgeschraubt hatte. Ihr könnt sicherlich schon ahnen was folgt… Glas genommen, Daumen auf den Deckel gelegt, gut geschüttelt und den Inhalt in der ganzen Küche verteilt. Oh man das fing ja gut an. Aber solch ein Missgeschick wirft mich nicht gleich aus der Bahn. Fix das Ersatzglas geöffnet. Braten abgelöscht, Gemüse dazu und ab in den Ofen damit. Herd, Arbeitsflächen, Wände und Boden schnell gewischt und ran an die nächste Katastrophe – die Kartoffel-Maronen-Kroketten.
Kartoffeln gebacken und gepresst, die Maronen fein gehackt und mit weitere Zutaten zu einem Teig verarbeitet. Dann begann die Suche nachdem geeigneten Werkzeug, also Spritzbeutel und Tülle. Meine Einmalbeute waren alle und der Verschluss für die Tülle von dem Stoffspritzbeutel war weg. Gefrierbeutel mit Standboden funktionieren zum Spritzen von Kroketten funktioniert auch nicht. Also den Teig in Bällchen geformt. Als diese im Ofen waren stellte ich fest, ich habe (malwieder) das Rezept nicht richtig gelesen und statt 350g Kartoffeln nur 150g Kartoffeln verwendet habe. Hatte mich auch schon über die Konsistenz gewundert. Also da ich nicht wusste ob das was wird, habe zusätzlich noch Kartoffel längs halbiert mit etwas Öl bestreichen und Salz bestreut auch mit gebacken.
Katastrophe die Dritte ließ auch nicht lange auf sich warten – die Bohnen. Weder meine Freunde noch das gut sortierte Büdchen (Kiosk) um die Ecke hatten keine. Da die verwendeten Möhren alle in der Sauce gelandet sind und es nirgends sonntags Bohnen zu kaufen gibt, musste ich improvisieren. Und siehe da, in meiner Küche lagen noch Quitten. Quitten passen doch gut zu Wild. Also Rezept gesucht und gefunden. Und schon wieder fiel mir ein ich habe kein Melonenbällchen-Ausstecher. Also Vorsichtig (Quitten sind sehr hat) die Quitten halbiert, geviertelt und das Kerngehäuse raus geschnitten. Dabei habe ich noch gedacht das unbedingt bei dem Rezept dazu zu schreiben, denn man kann sich ganz schnell dabei verletzen. Und prompt rutschte mein Messer ab und landetet in meinem Zeigefinger. Den Knochenkonnte man zwar nicht sehen und genäht musste es auch nicht, aber es hat geblutet wie Hulle. Zum Glück ist nichts davon auf den Quitten gelandet.
Nichts desto trotz habe ich auch noch ein Johannisbeergelee gekocht. Übertrieben? Wohl ehr ein bisserl besessen 😉 Dabei habe ich natürlich wieder die Küche eingesaut wie eine ganz Große.
Es heißt ja alle guten Dinge sind drei, dann heißt es wohl in meinem Fall alle schlechten Dinge sind vier. Die letzte Katastrophe kam dann zum Schluss. Der Hischbraten war trocken! Das hat mir und vor allem mein Koch Ego den letzten Rest gegeben. Meine Freunde sagten zwar dass es alles köstlich war und fanden die verunglückten Kroketten in Kombination mit dem Johannisbeergelee super. Aber meine Laune war etwas dahin.
Da kann eigentlich nur etwas Süßes oder ein leckeren Nachtisch helfen. Und yeay der Jelly wurde fest!!! Gelatine und ich waren nie Freunde, bis zu diesem Sonntag als es endlich mit uns geklappt hat. Das der Jelly mehr Zucker vertragen konnte war mir egal, denn die Mascarpone-Creme dazu hat die Säure der Clementinen wett gemacht 😀 (Rezept & Bilder folgen morgen)
So sieht’s manchmal (zum Glück nicht immer) hinter meinen Kulissen aus. Ich gehe in die Weihnachtsferien, also wünsch ich euch ein schönes Weihnachtsfest mit viel lecker Essen und eine schöne Zeit mit euren liebsten. Liebe Grüße und viel Spaß beim Nachkochen
Eure Emma

Ach ja die Rezepte hätte ich fast vergessen…
Hirsch au Vin (adaptiert von Lecker.de)
Johannisbeergelee
Rotwein mit den Johannisbeeren aufkochen bis die Beeren leicht weich werden. Gelierzucker reinrühren und in einem sterilisiertes Glas füllen. Sofort verschließen und kaltstellen.

Maronen-Kartoffel-Kroketten (leider nicht im Bild, da alle aufgegessen wurden)
Gebackene Quitten (Adaptiert von Kleineisel Quelle)
Das Jahr hat nur noch 15 Tage! Ich weiß die meisten sind noch arg mit Weihnachten beschäftigt, aber was ist mit Silvester? Schon ein Plan? Ich habe noch keinen, außer den Jahreswechsel mit meine Liebsten zu verbringen 🙂 Falls ihr Silvester Gäste habt und Finger-Food oder Häppchen servieren wollt, habe ich etwas asiatisches für euch: Lachs Bällchen im schwarzem Sesam-Mantel.
Die Idee diese Bällchen zu fabrizieren kam nicht wegen Silvester, sondern wegen dem „Cookbook of Colours“ von Uwe. Seit einem Jahr verfolge ich dieses Mammut-Blogevent und habe auch ein-zwei Einreichungen abgegeben. Jeden Monat sollten Gerichte zu einer bestimmten Farbe eingereicht werden. Davon wurden 3 Sieger Rezepte auserkoren und gewinnen einen Platz im Farben Kochbuch, welches Uwe selbst erstellt.
Nachgekocht gibt es auch seit fast einem Jahr und einer meiner ersten Blog-Posts habe ich prompt eingereicht. Leider hat noch keiner meiner Einreichungen in das Kochbuch geschafft, aber dafür habe ich ganz wunderbare Gerichte und auch einige tolle Blogs kennengelernt. Mal sehen vielleicht erstelle ich aus den beliebtesten Nachgekocht Posts selbst ein Kochbuch 😉
Ende des Jahres heißt immer Jahresrückblick. Hier ist mal mein „Cookbook of Colours“ Rückblick. Ich habe es nicht immer geschafft etwas einzureichen, aber ein Blick in die Zusammenfassung loht sich! Es war auch nicht immer leicht z.B. Blau und das ohne Lebensmittelfarbe. Die Monatsnamen verlinken zu der Zusammenfassung der jeweiligen Farbe, daneben meine Einreichung (wenn es eine gab)
Januar (weiß) Maiscrème-Süppchen
Februar (hellblau) Battenberg goes Bavaria & Himbeer Macarons
März (blau) Frozen Yoghurt
April (rosa) Rhabarber-Himbeer-Vanille-Sirup & Entenbrust mit Burgundy-Püree und Erdbeer-Balsamico-Sauce
Mai (hellgrün) keine Einreichung aber dafür 123(!) andere
Juni (grün) keine Einreichung aber dafür 46 andere
Juli (gelb) Hähnchencurry mit gelbe Möhren & Safran-Cumin Brot
August (rot) keine Einreichung aber dafür 80 andere
September (lila) keine Einreichung aber dafür 51 andere
Oktober (orange) Orangen-Maracuja-Sirup
November (braun) Gewürzkuchen & Bacon-Fudge Die ASTIMMUNG läuft noch bis zum 21.12. Vielleicht mit eurer Hilfe schaffe ich es diesmal 😉
DEZEMBER… Es ist Dezember also logischerweise gibt es noch keine Zusammenfassung, aber die (erste?) Einreichung 🙂

Das Rezept habe ich adaptiert von Food&Wein
Die Sauce zum Tunken besteht aus 1 EL Soja-Sauce, 1 TL Reiswein-Essig und 1/2 TL Sesamöl pro Schälchen. Noch von ein paar Frühlingszweibel-Röllchen dazu geben, ggf. noch etwas Ingwer. Dazu kann man Seegrassalat reichen.

Diese Lachs-Bällchen kann man auch gut einfrieren. Die ungedämpften Bällchen auf einem Teller anfrieren und dann in ein Gefrierbeutel geben. Vor dem Dämpfen etwas antauen lassen.
Beim nächsten mal werde ich die Maronenmenge erhöhen oder es mit Wasserkastanien ausprobieren und die gewürzte Lachsmasse ohne Ei & Stärke etwas im Kühlschrank ziehen lassen.
Viel Spaß beim Nachkochen
Nee… nicht die Wahl zur Miss November, sondern die Wahl der November-Gewinner für Uwe’s (highfoodality.com) „Cookbook of Colours“ ist eröffnet. Zur Wahl stehen 18 wunderbare braune Gerichte, von süß bis herzhaft. Und meine zwei Einreichung „Gewürzkuchen“ und „Bacon-Fudge“ sind dabei. Yeay! Also schaut zur Abstimmung vorbei. Ihr habt 3 Stimmen und ich würde mich freuen wenn ihr 1 oder 2 davon für mich abgeben würdet 😉 Hier entlang zur ABSTIMMUNG
Eine Zusammenfassung der insgesammt 100 (!) Einreichungen findet ihr hier. Ein (oder zwei) Blick lohnt sich!

Es ist Sonntag und das Wetter ist mies. Am besten kuschelt man sich auf dem Sofa ein oder man geht in die Küche und backt. Ich war heute bei meiner Küchen-Sidekick Judith und hatte dort noch frische Cranberries gelassen, außerdem gelüstetes mir nach Muffins. Kennt ihr vielleicht, die „hässliche Schwester“ der Cupcakes 😉 Ich finde Muffins haben was Ehrliches. Die kann man zu jeder Tages- und Nachtzeit ohne viel Aufwand backen und natürlich vernaschen. Cupcakes sind da schon ein bisserl versnobter. Versteht mich nicht falsch ich mag Cupcakes sehr, aber manchmal ist mir das ganze Gedöns um Topping und Deko zu viel.

Einfache Cranberry-Muffins waren aber auch nicht das richtige, Schoki musste her. Also ein bisserl an den Zutaten geschraubt und raus kamen Schoko-Cranberry-Muffins. Das Rezept ist für 6 Muffins, kann aber problemlos verdoppelt werden. Die Muffins sind nicht übermäßig süß, also wer es etwas Süßer mag kann die Zuckermenge ruhig erhöhen.
Schoko-Cranberry-Muffins
Mandelstifte in eine Pfanne ohne Fett anrösten. Zur Seite stellen und abkühlen lassen. Mehl, Backpulver, Natron, Kakao und Salz vermischen. Zucker und Vanillezucker mischen. Butter mit einem Handrührgerät schaumig schlagen, dabei den Zucker reinrieseln lassen und rühren bis der Zucker gut vermischt ist. Die Eier nach und nach zugeben und solange schlagen bis die Masse heller wird und etwas an Volumen zunimmt. Das kann bis zu 5 Minuten dauern.
Das Mehlgemisch und die Milch abwechselnd zugeben und rühren bis alles vermischt ist. Nicht zu lange sonst kann der fertige Muffin zäh werden. Die Mandelstifte und Cranberries unterheben.
Die Mischung in Muffin(Papier)Förmchen füllen und bei 160°C ca. 20 Minuten backen. 5 Minuten in der Form stehen lassen und auf einem Kuchengitter vollständig abkühlen lassen. Evtl. mit etwas Puderzucker bestäuben und genießen.
Viel Spaß beim Nachbacken und einen schönen zweiten Advent.
Weil ich es Donnerstag nicht geschafft habe einen Kuchen zu backen, gab’s ein Muffin mit Kerze. Drück dich süße!

Letzte Woche fand das online Cook-Off von Staatl. Fachingen statt. Zum Ende des Events wurde verkündet, dass Staatl. Fachingen eine neue Ausgabe von „Natürlich besser kochen“ raus bringen wird, welches diese Woche in Köln fotografiert werden sollte. Vor ein paar Tagen bekam ich von Heiner eine Email ob ich immer noch Interesse hätte, bei dem Food-Shoot dabei zu sein. Das wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Leider konnte Heiner am Donnerstag nicht dabei sein, aber seine sehr nette Geschäftspartnerin Sandra war dann vor Ort.
Donnerstagmorgen ab zur Bahn, nach 45 Minuten in Köln-Ehrenfeld ausgestiegen, einmal um die Ecke und schon stand ich vor der Tür von Klaus Arras Studio. Ich weiß nicht ob Ihr ihn kennt, aber seine Fotos kennt Ihr bestimmt aus diversen Kochbüchern wie z.B. Die letzten Heldentaten am Herd: Koche nichts, wozu es keine Story gibt (mehr dazu später), Curry Queen: Rezepte aus dem Wurstrestaurant oder Kulinarische Kontraste: Das Spiel der Gegensätze (welches noch auf meiner Wunschliste steht).
Klaus öffnete mir die Tür, begrüßte mich herzlich und führte mich in sein Studio. Dort stellte er mir Sandra und seine Assistentin und Food-Stylistin Katja vor. Katja war schon in der Studioküche und bereitete das erste Gericht des Tages zu. Insgesamt wurde an diesem Tag fünf Gerichte zubereitet und fotografiert.

In dem neuen Staatl. Fachingen Kochbuch wird es wieder 22 Rezepte geben (von Salat, über Fisch und Fleisch, bis hin zu Süßem), die dabei helfen sollen den Säurehaushalt auszugleichen. Ein Großteil der Rezepte wurde schon fotografiert und natürlich hatte ich auch die Gelegenheit mir diese anzuschauen. Verraten kann ich euch leider nicht viel, aber ich sage nur LECKER! Die Bilder sahen schon zum anbeißen aus.
Im Gegensatz zu meinen schnell geschossenen Fotos ist die professionelle Food-Fotografie wirklich sehr(!) aufwendig. Obwohl es bei Klaus locker und leicht wirkt, welches wohl auch auf seine jahrelange Erfahrung und sein Auge für die Gestaltung einer Szene zurückzuführen ist. Je nach Rezept kochen und fotografieren Klaus und Katja zwischen drei bis fünf Gerichte am Tag. Es war wirklich sehr spannend zu sehen wie ein Foto entsteht. Bevor es an das Kochen und Fotografieren geht wird für jedes Bild eine Art Fahrplan erstellt, was muss deutlich rüber kommen, welche Sachen kommen zusätzlich als Deko in Frage wie z.B. Wildblüten usw.

Apropos Geschirr: Klaus hat eine Menge davon. Im Studio selbst stehen 3-4 „billy-artige“ Regale mit Teller, Töpfe, Brettchen, Besteck, Gläser und vieles mehr, zudem steht im Studio noch ein sehr langer Tisch auf dem noch mehr Geschirr stand. Dort stand auch die Getränkeversorgung (Tee und Wasser), ein paar Kekse und Mandarinen zum naschen. Ich hatte aber trotzdem vorsichtshalber nachgefragt ob ich mir was nehmen konnte, da ich nicht versehentlich die Deko essen oder trinken wollte 😉 Das meiste des Geschirrs und der Utensilien sind gebraucht, haben sozusagen ein Leben hinter sich und auch ab und an eine Geschichte. Wie z.B. der Kochlöffel von Klaus Großmutter. Der Löffel war 20 Jahre im Kocheinsatz, so dass der Löffelkopf schon schwarz ist und schräg abgeschliffen von dem Rühren in immer der gleichen Position. Eine schöne persönliche Geschichte.

Auf das Kochen war ich auch gespannt. Bei der Food-Fotografie halten sich hartnäckige Gerüchte, dass die fotografierten Gerichte z.B. mit Haarspray manipuliert werden oder Rasierschaum als Bierschaumersatz verwendet wird. Aber das ist Humbug!!! Es wird mit echten Lebensmitteln, ohne Verwendung von abwegigen Zusatzstoffen gekocht. Alles was Katja zubereitet könnte man theoretisch auch essen. Theoretisch, weil die Lebensmittel zum Teil nicht fertig gekocht werden. Das hat ganz einfach praktische Gründe und nicht um die Kochbuchleser zu veräppeln. Der Hauptgrund ist Zeit, die Zeit für die Zubereitung und die Zeit für das Foto. Beispielsweise wird der Crumble nicht 45. Minuten gebacken, sondern nur bis die Streuselschicht knusprig aussieht, damit die verwendeten Früchte nicht zusammenfallen und unverkennbar sind. Wenn Beeren im Rezept verwendet wird, sollen die ja schließlich auch auf dem Foto gut sichtbar und als Beeren erkennbar sein. Die einzige Manipulation die es beim Crumble gab ist, dass die Äpfel etwas zurecht gezupft werden oder noch eine zu matschige Beere ausgetauscht wurde. Upps da hab ich mich verquatscht, ja es gab Crumble. Von den fünf Gerichten war es zwar nicht das aufwendigste, aber es war das am schwierigsten zu fotografierendes Gericht. Dennoch ist das fertige Foto sehr appetitlich geworden 🙂
Wir sind ja auch alle gewöhnt, dass gewisse Lebensmittel ein bestimmtes Aussehen oder Farbe haben. Salat ist grün, Lachs ist rosa und Kartoffeln sind gelb. Damit diese Erwartungen erfüllt werden und die Farben auch auf gut ausgeleuchtete Bildern (es wird auch sehr viel Licht verwendet!) rüberkommen, muss man evtl. nachhelfen. Nicht mit Farbspray oder ähnliches, sondern in der Postproduktion oder schon beim Kochen wie etwas Kurkuma ins Kartoffelwasser geben.

Während Katja die Rezepte in kleinere Portionen in der Studio Küche nachkocht, baut Klaus das Bild auf. Wählt einen Untergrund (gestrichene Holzbretter), Geschirr, Besteck usw. und macht schon mal ein paar Probeaufnahmen um das Licht und Wirkung des Bildes zu kontrollieren. Er ist dabei sehr konzentriert, wechselt manche Elemente aus, wie ein anderer Teller oder fügt noch Einzelheiten hinzu. Man merkt dabei, dass er schon eine Idee im Kopf hat und diese schrittweise aufbaut. Wenn das Essen fertig ist, richtet Katja es auf den ausgewählten Teller an. Nicht alles auf einmal. Beispielsweise wird der Salat nicht gleich mit dem Dressing überzogen, sondern es werden zuerst ein Paar Probeeinstellung gemacht, ggf. das ein oder andere Salatblatt zurecht gezupft oder die Beilage an einem optisch schöneren Platz gelegt. Dabei sieht es ein bisschen aus wie bei eine OP am offenen Herzen. Bewaffnet mit Pinzette und Wasserpinsel werden die Zutaten schrittweise an ihren Platz gerückt. Immer wieder ein Foto zur Kontrolle. Erst wenn der Salat perfekt aussieht wird das Dressing hinzugefügt. Nicht wie bei mir Zuhause einfach druff, sondern mit chirurgische Präzision. Das kann man ja auch nicht wieder rückgängig machen. Noch ein Schuss aus der Hasselblad (wow) ein kontrollierender Blick auf den Monitor und das Bild ist fertig. Erst wenn Klaus, Sandra und Katja 100% zufrieden sind, geht es an die Vorbereitung für das nächste Gericht.

Dieser Tag hat bei mir sehr viele Eindrücke hinterlassen, so dass mir fast der Kopf schwamm als ich am späten Nachmittag nach Hause fuhr. Selbst ein paar Tage später fallen mir noch Einzelheiten ein, die ich hier nicht alle aufschreiben kann. Beispielsweise das tolle Stativ (ich habe noch nicht mal eins) oder der Tisch aus Wasserkästen. Ich hoffe die Tipps und Tricks die ich von Klaus auf dem Weg mitbekommen habe (und mir auch abgeguckt habe) auch in meiner Fotografie umsetzen kann. Ich werde es definitiv versuchen.
An diesem Tag hat mich nicht nur das Studio mit seine Einrichtung und Ausstattung beeindruckt (sage nur Hasselblad) sondern vielmehr die drei Menschen die ich kennenlernen durfte und die schönen Gespräche und persönlichen Anekdoten. Wie die Geschichte der selbst gemachten Wurst von Sandra (man habe ich gelacht – danke Sandra) oder Klaus Vorliebe für Schokoladendesserts oder wie Katja zur Food-Stylistin wurde. Zum Abschluss des Tages schenke mir Klaus noch eine Ausgabe „Die letzten Heldentaten am Herd: Koche nichts, wozu es keine Story gibt„. Ein Kochbuch für Helden, egal ob mit XY- oder XX-Chromosomen geboren. Mehr dazu gibt es in einem weiteren Post. 🙂
Nochmal ein großer Dank an Klaus, Katja und Sandra sowie an Heiner der mir diesen Tag ermöglicht hat. Vielen lieben Dank! Es war ein wirklich toller Tag!
Weil die Kamera so schön ist hier noch ein Bild der Hasselblad

Wie Aachener Printen kann man Marzipan über das ganze Jahr kaufen und vertilgen, aber besonders zur Weihnachtszeit steigt der pro Kopf verbrauch immens an. Ich bin nicht so der Fan, aber in Kuchen oder Süßspeisen verarbeitet finde ich Marzipan doch ganz lecker. Wenn Ihr ein Marzipanliebhaber kennt und Ihm/Ihr eine Kleinigkeit schenken wollt, wie wäre es mit selbstgemachte Marzipankartoffeln?

Die Kartoffeln sehen auf dem Bild eher aus wie Trüffel, was wohl an der Menge des verwendeten Kakaos liegt. Ich finde das leicht bittere Kakao harmonisiert ganz gut mit der Süße des Marzipans. Will man den klassischen Marzipankartoffel-Look (also marmoriert) haben, sollte man den Kakao nach und nach bis zur gewünschten Optik hinzugeben.
Marzipankartoffel (Ergibt ca. 35 Stk.)
Marzipan mit dem Puderzucker gut verkneten und zu Kartoffeln formen. In eine Schüssel geben, mit Kakao bestäuben und die Schüssel (ähnlich wie bei einer Pfanne) schwenken. Dies funktioniert natürlich auch in einem Gefrierbeutel. Die Kartoffeln ggf. abklopfen, in einer Cellophantüte geben und mit einem Schleifchen verschließen. Als Geschenk-Erweiterung passt eine Flasche Amaretto ganz gut.
Viel Spaß beim Nachkochen
OMG Weihnachten! Kurz vor dem Fest kann man viele Kopflos durch die Stadt eilen sehen, weil das Fest dann doch überraschend vor der Tür steht. Mir kann das (eigentlich) nicht passieren, zumindest nicht in Punkto Geschenke. Die laufen mir irgendwie vorher über den Weg, werden eingesackt, verpackt und Transport bereit in den Schrank gelegt. Bei Zutaten für das Weihnachtsessen sieht das allerdings anders aus. Letztes Jahr bin ich kurz vor Heiligabend in gefühlte 100 Supermärkte und Gemüseladen auf der suche nach frischen Feigen gewesen. Dieses Jahr wirds hoffentlich anders. Ich habe zwar noch keinen 100% Plan was ich kochen werden, aber Feigen brauch ich definitiv nicht 😉
Für spontane Einladungen nimm ich gerne „Geschenke aus der Küche“ mit, sei es ein Kuchen, einen leckeren Nachtisch oder andere Leckereien. Maria von „Ich bin dann mal kurz in der Küche“ sucht nach selbstgemachte Last Minute Geschenke aus der Küche und ich habe genau das richtige…
Bratapfel-Kit mit Gewürzhonig und Amaretto-Kirschen
Man Benötigt:
Gewürz-Honig
Vanilleschote auskratzen. Das Mark mit Zimt und Nelken unter den Honig rühren. In ein sterilisiertes Glas mit „Löffelgroße-Öffnung“ füllen und verschließen.
Haltbarkeit: ca. 2-3 Monate (ohne Gewähr)

Amaretto-Kirschen
Kirschen in ein sterilisiertes (Marmeladen-)Glas geben, mit Amaretto bedecken und Gläser verschließen. Diese sollten am besten 2 Wochen ziehen.
Haltbarkeit: mit Amaretto bedeckt ca. 1 Jahr (ohne Gewähr)

*Amaretto kann man auch selber herstellen. Schnell gibt es hier, aufwändig hier
Die Gläser dann hübsch verpacken und mit einem Etikett (z.B. diese hier) versehen. Rezeptkarte für die Amaretto-Kirschen, den Gewürzhonig und das Bratapfel-Rezept erstellen (z.B. online hier) und ausdrucken. Die Gläser, Rezepte und Äpfel in einem Körbchen (mit Servietten oder Stoff ausgelegt) anrichten 😉

Bratapfel in Amaretto-Honig-Sauce
Bratapfel-Füllung:
Mandelstifte rösten. Marzipan, Puderzucker, Zimt, Mandelstifte, Amaretto-Kirschen und 2 Esslöffel Amaretto verkneten (das wird sehr klebrig). Deckel vom Apfel ca. 1/4 abschneiden, Kerngehäuse ausstechen (Apfel nicht durchstechen) und aushöhlen. Deckel und Apfel mit Zitronensaft beträufeln. Die Äpfel auf ein Backblech oder in eine „Riesen-Muffin-Form stellen und mit der Marzipanmasse füllen. Für ca. 20-25 Minuten bei 200°C (Umluft 175°C) im vorgeheizten Backofen geben. Die Deckel die letzten 5 Minuten mit zugeben.
Amaretto-Honig-Sauce
200 ml Apfelsaft und Honig aufkochen. Restlichen Apfelsaft, 2 Esslöffel Amaretto und Stärke glatt rühren und in den kochenden Apfelsaft rühren. Ca. 2 Minuten köcheln, dabei gelegentlich rühren.
Die Bratäpfel am besten mit 2 Löffel aus der Muffinform heben und auf einem Teller geben und mit der Amaretto-Honig-Sauce anrichten. Wer möchte kann das ganze noch mit etwas Puderzucker bestäuben.
Tipp: Wenn man keine eingelegten Kirschen hat, kann man auch Cranberries nehmen. 40g Cranberries mit 60ml Amaretto erwärmen. Die Cranberries abtropfen, dabei den Amarettosud auffangen und 2 EL davon zu der Marzipanmasse geben.
Viel Spaß beim Nachkochen
P.S.: Die Bratäpfel nicht zu lange backen oder im Backofen vergessen sonst hat man dies hier 😉
