Maria sucht… last Minute Geschenke aus der Küche

OMG Weihnachten! Kurz vor dem Fest kann man viele Kopflos durch die Stadt eilen sehen, weil das Fest dann doch überraschend vor der Tür steht. Mir kann das (eigentlich) nicht passieren, zumindest nicht in Punkto Geschenke. Die laufen mir irgendwie vorher über den Weg, werden eingesackt, verpackt und Transport bereit in den Schrank gelegt. Bei Zutaten für das Weihnachtsessen sieht das allerdings anders aus. Letztes Jahr bin ich kurz vor Heiligabend in gefühlte 100 Supermärkte und Gemüseladen auf der suche nach frischen Feigen gewesen. Dieses Jahr wirds hoffentlich anders. Ich habe zwar noch keinen 100% Plan was ich kochen werden, aber Feigen brauch ich definitiv nicht  😉

Für spontane Einladungen nimm ich gerne „Geschenke aus der Küche“ mit, sei es ein Kuchen, einen leckeren Nachtisch oder andere Leckereien. Maria von „Ich bin dann mal kurz in der Küche“ sucht nach selbstgemachte Last Minute Geschenke aus der Küche und ich habe genau das richtige…

Maria sucht....

Bratapfel-Kit mit Gewürzhonig und Amaretto-Kirschen

Man Benötigt:

  • Körbchen oder ähnliches
  • 2 Gläser mit Schraubverschluss je ca. 200-250ml
  • Geschenkband, Etiketten und/oder Anhänger
  • Lieblings Bratapfel Rezept oder siehe unten.
  • und Säuerliche Äpfel wie z.B. Boskoop

Gewürz-Honig

  • 1 Vanilleschote
  • 2 TL gem. Zimt
  • 2 TL gem. Nelken
  • 200g Honig (flüssig)

Vanilleschote auskratzen. Das Mark mit Zimt und Nelken unter den Honig rühren. In ein sterilisiertes Glas mit „Löffelgroße-Öffnung“ füllen und verschließen.

Haltbarkeit: ca. 2-3 Monate (ohne Gewähr)

gewuerzhonig

Amaretto-Kirschen

  • 80g getrocknete Kirschen
  • 150-200ml Amaretto*

Kirschen in ein sterilisiertes (Marmeladen-)Glas geben, mit Amaretto bedecken und Gläser verschließen. Diese sollten am besten 2 Wochen ziehen.

Haltbarkeit: mit Amaretto bedeckt ca. 1 Jahr (ohne Gewähr)

amarettokirschen

*Amaretto kann man auch selber herstellen. Schnell gibt es hier, aufwändig hier

Die Gläser dann hübsch verpacken und mit einem Etikett (z.B. diese hier) versehen. Rezeptkarte für die Amaretto-Kirschen, den Gewürzhonig und das Bratapfel-Rezept erstellen (z.B. online hier) und ausdrucken. Die Gläser, Rezepte und Äpfel in einem Körbchen (mit Servietten oder Stoff ausgelegt) anrichten 😉

bratapfel

Bratapfel in Amaretto-Honig-Sauce

Bratapfel-Füllung:

  • 40g Mandelstifte
  • 40g Amaretto-Kirschen (abgetropft)
  • 150 g Marzipan-Rohmasse
  • 30 g Puderzucker
  • 1 Prise Zimt
  • 2 EL Amaretto
  • 4 säuerliche Äpfel (z.B. Boskoop)
  • Zitronensaft

Mandelstifte rösten. Marzipan, Puderzucker, Zimt, Mandelstifte, Amaretto-Kirschen und 2 Esslöffel Amaretto verkneten (das wird sehr klebrig). Deckel vom Apfel ca. 1/4 abschneiden, Kerngehäuse ausstechen (Apfel nicht durchstechen) und aushöhlen. Deckel und Apfel mit Zitronensaft beträufeln. Die Äpfel auf ein Backblech oder in eine „Riesen-Muffin-Form stellen und mit der Marzipanmasse füllen. Für ca. 20-25 Minuten bei 200°C (Umluft 175°C) im vorgeheizten Backofen geben. Die Deckel die letzten 5 Minuten mit zugeben.

Amaretto-Honig-Sauce

  • 250ml Apfelsaft
  • 1 EL Gewürzhonig
  • 2 EL Amaretto
  • 1 EL Speisestärke, gehäuft

200 ml Apfelsaft und Honig aufkochen. Restlichen Apfelsaft, 2 Esslöffel Amaretto und Stärke glatt rühren und in den kochenden Apfelsaft rühren.  Ca. 2 Minuten köcheln, dabei gelegentlich rühren.

Die Bratäpfel am besten mit 2 Löffel aus der Muffinform heben und auf einem Teller geben und mit der Amaretto-Honig-Sauce anrichten. Wer möchte kann das ganze noch mit etwas Puderzucker bestäuben.

Tipp: Wenn man keine eingelegten Kirschen hat, kann man auch Cranberries nehmen. 40g Cranberries mit 60ml Amaretto erwärmen. Die Cranberries abtropfen, dabei den Amarettosud auffangen und 2 EL davon zu der Marzipanmasse geben.

Viel Spaß beim Nachkochen

P.S.: Die Bratäpfel nicht zu lange backen oder im Backofen vergessen sonst hat man dies hier 😉

bratapfel4

Erdbeer Curd ohne Ei

Vielleicht wisst ihr das schon aber ich bin nicht so der Marmeladen-Typ, wenn ich die nicht „verbacke“ wird sie bei mir doch schon mal schimmelig. Außer Lemon Curd, dieser lecker sämiger Aufstrich hats mir angetan und kann man kann es auch gut selber machen.

Meine erste Curd variante war Apple Lemon Curd, super lecker, aber es ist (noch) Erdbeerzeit und bei der „Post aus meiner Küche“- Aktion unter dem Motto „Verry Berry“ bin ich auf Tamara von StudentenKüche Beitrag gestoßen: Macarons mit Strawberry Curd. Erdbeer Curd klingt lecker.

Aber wie so oft wenn ich spontan etwas Zubereiten will, fehlen mir wesentliche Zutaten, diesmal hatte ich nicht genügend Eier im Haus. Naja was solls dachte ich mir, aber ich wollte unbedingt Erdbeer Curd essen, also suchte ich nach einer anderen Möglichkeit. Das Zauberwort ist Vegan! Im Gegensatz zu Vegetarier essen die ja keine Eier 🙂 Bei Pinterest bin ich auch fündig geworden, die Suche nach Strawberry Curd führte mich zu „Buttercream & Chantilly Factory„. Laure bloggt dort auf Englisch und Französisch über ihre Reise in die Welt der Patisserie. Die schönen Bilder lassen einem schon das Wasser im Mund zusammenlaufen, also sehr zu empfehlen, nicht nur für alle die ein „Sweet-Tooth“ haben.

Der Erdbeer Curd oder heißt es das Erdbeer Curd, egal es schmeckt super lecker fruchtig und sämig, auch ohne Ei. Natürlich beeinflusst der Süßungsgrad der Erdbeeren den Geschmack. Meine waren aromatisch aber auf der leicht säuerlichen Seite, trotzdem habe ich nicht so viel Süßungsmittel im Rezept verwendet, ich mag’s lieber leicht säuerlich. Also probiert besser die Masse vor dem aufkochen und süßt ggf. etwas nach.

Erdbeer Curd

  • 250g Erdbeeren (frisch, entstielt)
  • 60g Honig
  • 20g Agaven-Dicksaft
  • 20g Speisestärke
  • 30g Zitronensaft (ca. 1/2 große Zitrone)
  • 28g Butter

Erdbeeren fein pürieren und durch ein Sieb geben um die Kerne zu entfernen. Möglichst viel von dem Saft auffangen.

In eine kleine Schussel die Speisestärke mit dem Zitronensaft gut vermischen.

In einem Kochtopf das Erdbeerpüree, Honig, Agaven-Dicksaft, Zitronen/Stärke Gemisch mischen und bei mittlere Hitze unter Rühren erwärmen bis sich die Masse eindickt, ca. 10 Min.

Den Topf vom Herd nehmen und zügig die Butter einrühren bis die Masse schön geschmeidig ist. In sterilisierte Gläser füllen und abkühlen lassen. Beim Abkühlen dickt der Curd nach.

In dem Kühlschrank aufbewahren und binnen eine Woche aufbrauchen.

Für eine „Voll-Vegane“ Version den Honig durch Agaven-Dicksaft und die Butter mit Margarine ersetzen. Habt ihr kein Agaven-Dicksaft (erhältlich im Bio-Laden) könnt Ihr ruhig 80g Honig nehmen. Ich steh nur nicht auf den Honiggeschmack.

Viel Spaß beim Nachkochen.

Granatapfel

Obst ist gesund, das weiß jedes Kind. Ob der Granatapfel wirklich so eine Wunderwaffe ist, welche vor Krebs oder Herzkreislaufprobleme schützen soll, sei mal dahin gestellt. Zumindest gibt es noch keine belegbaren Studien zu diesen Aussagen. Ist ja auch egal, wenn es einem Schmeckt, oder? Die größte Herausforderung ist neben „Woran erkennt man eine reife Granatapfel?“, ist an die Samen ranzukommen, ohne sich, die Klamotten oder die Küche einzusauen. Hierzu gibt es verschiedene Techniken, aber erst einmal zu dem Grundwissen 😉

Granatäpfel beheimatet in wärmeren Gefilden, werden von September bis Dezember geerntet. Da die Granatäpfel nicht nach reifen, sollte man beim Kauf auf die Farbe der Schale achten. Gelblich-Rot bis Tief-Rot sollte diese sein, dann haben die Kerne auch eine wunderbare süß-säuerlichen Note.

Nun gut. Und wie kommt man an die Kerne ran?

  1. Aufschneiden und rausklopfen?
  2. Einritzen und aufbrechen, Körner vorsichtig mit einem Löffel auskratzen?
  3. Aufschneiden & auspressen?
  4. Frucht mit der Handfläche (etwas drück) über die Arbeitsplatte hin- und her rollen?
  5. ?

1. Ergibt eine Sauerei und dauert ewig. Vorsicht vor herumfliegenden Kernen. Die 2. Variante verhält sich fast genauso. Bei 3. wird das Aufschneiden schon zur Sauerei und dann noch in der Saft oder Zitruspresse? 4 klappt eigentlich ganz gut. Genug rollen und man hat auch gleich den Saft. Aber nicht zu viel Druck! Sonst platzt die Haut und die Wände oder Küchenzeile sehen aus wie nach einem Massaker. Bei allen oben genannten Methoden, würde ich vorsichtshalber die Küche und sich Selbst (altes Shirt, Schürze, Einmal-Handschuhe) spritzgeschützt einpacken 😉

Die meiner Meinung nach beste Methode ist die „Wasser-Methode“:

  1. Deckel und Boden abschneiden
  2. Die Haut einschneiden, aber nicht zu tief!
  3. Eine große Schüssel mit Wasser füllen und den Granatapfel unter Wasser auseinanderbrechen.
  4. Vorsichtig die Samen lösen. Diese sinken dann zum Boden und die ungenießbaren, bitteren weißen Teile treiben zur Oberfläche.
  5. Die weiße Fruchthaut abschöpfen
  6. Kerne sieben. Fertig

Eine schöne Bilderanleitung findet Ihr bei Steamykitchen.com

Das werde ich zumindest morgen mit den beiden Granatäpfeln auf dem Foto machen. Die Kleine ist eine „Standard-Große“ aus dem Supermarkt, die Größe ist vom türkischen Gemüsehändler. Mal sehen welche besser schmeckt. Was ich aus den Kernen mache, ob Saft, als Zutat zu Obst-Jogurt Salat oder zu etwas Orientalisches, weiß ich noch nicht – werde aber berichten.