Hähnchen mit Bärlauch

Bärlauch Butter Hähnchen

Hallo? Hallo! Ist es wirklich schon fünf Wochen her? Manch mal will „gut Ding, weile haben“ oder wie in meinem Fall einfach nur eine kleine Auszeit. Eines vorweg… Mir geht es gut 🙂 Momentan bin ich „nur“ mit einer beruflichen Neuorientierung, private Entwicklungen und meine Masterarbeit recht eingespannt, da bleibt einfach wenig „Headspace“ für anderes. Ich möchte jetzt nicht lamentieren oder in irgendwelche Tiraden verfallen, sondern zum Kern von einem Foodblog kommen…dem Essen.

Der Frühling ist eigentlich meine liebste Jahreszeit. Nicht unbedingt wegen dem Wetter, obwohl Sonne und wärmere Temperaturen die Laune steigern, sondern vielmehr wegen den saisonalen Produkten wie Spargel, Rhabarber und vor allem Bärlauch. In den letzten Wochen habe ich dieses herrlich duftende Knoblauchkraut gefühlt kiloweise verarbeitet. Hauptsächlich zu Pesto oder aromatisiertes Öl und Butter, aber auch in Salat, Omelett oder einfach als Knoblauchersatz verspeist. Sehr empfehlen kann ich die Verwendung von Bärlauchbutter und Hähnchen. Zugegeben, die Haut vom Fleisch abzulösen ist etwas fummelig, aber man wird dafür mit einem sehr saftiges und aromatisches Hähnchen belohnt. Die Bärlauchsaison ist schon fast vorbei, also ran halten 🙂 Ein kleiner Tipp, wenn ihr Blüten im Bärlauchbüschel findet, dann lieber nicht zugreifen. Sobald Bärlauch blüht, schmeckt er nicht mehr so gut und kann leicht bitter schmecken.

Hähnchen mit Bärlauch

Das fertige Hähnchen hat es leider nicht auf den Fototisch geschafft, denn es hat so herrlich geduftet und hatte keine Chance bei der hungrigen Meute 😉

Bärlauch-Butter-Hähnchen mit Möhren (für 4 Personen)

  • 40g Bärlauch
  • 100g Butter (Zimmerwarm/weich)
  • 1 Hähnchen (ca. 1600g)
  • Salz/Pfeffer
  • 1 Zitrone (Bio)
  • 1 frische Knoblauchknolle
  • 1 Bund Möhren mit Grün
  • Olivenöl
  • Zucker, Salz, Pfeffer

Den Bärlauch waschen, gut trocknen, fein hacken und mit der weichen Butter vermengen. Kurz zur Seite stellen.

Das Hähnchen von Innen und Außen waschen und trocken tupfen, ggf. noch restliche Kiele (Federrückstände) entfernen. Die Haut vorsichtig mit Hilfe von einem kleinen Scharfen Messer und den Händen (vom hinteren Ende her) von den Brüsten und Keulen lösen. Dabei versuchen die Haut nicht einzureißen oder zu schneiden.

25g von der Bärlauchbutter zur Seite stellen. Die restliche Butter unter der Haut auf Brüste und Keulen gleichmäßig verteilen. Das Hähnchen dann von Innen und Außen salzen und pfeffern. Die Zitrone heiß abspülen, an 4 Seiten einschneiden, nicht durchschneiden und in die Bauchöffnung geben. Die Bauchöffnung mit ggf. mit einem Zahnstocher verschließen. Mit etwas Küchengarn die Flügen und Schenkel and das Hähnchen binden.

Den Backofen auf 200°C (Ober/Unterhitze) Vorheizen.

Das Hähnchen in eine Bratform (mit Gitter) legen. Die Knoblauchknolle halbieren. Die Möhren putzen/schälen, mit etwas Olivenöl einreiben und mit Zucker, Salz und Pfeffer bestreuen. Beides um das Hähnchen verteilen.

Das Hähnchen dann für ca. 30 Minuten in den Ofen geben. Die restliche Butter Schmelzen und das Hähnchen damit bestreichen und ca. 60 Minuten weiter braten. Das Hähnchen sollte fertig sein, wenn man die Keule mit einem Messer ansticht und klarer Bratensaft austritt.

Das fertige Hähnchen von seinen fesseln befreien und zerlegen. Mit dem Gemüse und z.B. Pastinaken-Kartoffelpüree (400g Pastinaken auf 600 Kartoffeln) servieren.

Ein Tag am Meer

Der Frühling ist endlich da! Man hat auch das gefühlt, dass Deutschland kollektiv aufatmet und morgens ohne grauen aus den Fenster blickt ob die weiße Pest schon wieder da ist. Der Wetterbericht sah für Sonntag Sonnenschein und min. 20°C vorher, das perfekte Wetter um die Grillsaison zu eröffnen. Tja, wie heißt es so schön unverhofft kommt oft, oder so ähnlich. Nein, es hatte in Aachen nicht Übernacht einen Temperatursturz und Schnee gegeben, sondern die spontane Idee ans Meer zu fahren. Von Aachen erreicht man die Nordsee in ca. 2,5 Std,  wieso also nicht. So wurde Samstag Abend die Picknickdecke entstaubt, die Kühlbox gereinigt und schnell noch ein paar Köstlichkeiten zusammen gestellt.

Am Freitag fand ich in unserem türkischen Supermarkt frische Mandeln. Zunächst wusste ich überhaupt nicht was das war, denn ich kann kein Türkisch, aber der freundliche Gemüsemann kläre mich auf. Ich hatte zwar keine Ahnung wie die schmecken, oder was ich daraus machen sollte, aber ich bin ja experimentierfreudig. Nach ein bisserl Recherche im Netz, fand ich heraus, dass man die im Arabischenraum als Snack (also Roh und Pur) nur mit etwas Salz vernascht werden. Todesmutig 😉 habe ich es ausprobiert und muss wirklich sagen TOP! Die sind zwar etwas bissfest aber sehr erfrischend. Geschmacklich erinnern die etwas an Gurke. Perfekt für ein Picknick am Strand. Mit den restlichen frischen Mandeln habe ich dann weiter experimentiert und heraus kam ein Couscous-Salat. Der auch von meine Testesser für lecker befunden wurde. Wenn Ihr neugierig auf frische Mandeln seid, dann schnell zugreifen, denn ähnlich wie Bärlauch gibt es diese nur kurze Zeit im Jahr.

Grüne Mandeln

In dem Picknick-Korb wanderte auch ein paar Lemon-Curd-Törtchen. Da die Strand-Idee so spontan war (gefasst Samstag Abend) und ich schon den Teig und Curd im Kühlschrank hatte, wurden Abends auch noch die Törtchen fix gebacken und wanderten am nächsten Morgen auch in den Picknick-Korb.

zitronentart

Im Endeffekt waren wir zwar nur ein paar Stunden am Meer, aber es tat richtig gut. Wegen der steifen Meeresbrise war gefühlt nicht so warm, aber wenn man eine windgeschützte Ecke fand knalle die Sonne knallte schon sehr. HERRLICH! Alleine für das Gefühl den Sand unter den nackten Füßen zu spüren, das Meeresrauschen und Möwen kreischen zu hören oder die frische Seeluft zu atmen, hat sich der Ausflug gelohnt!  Eigentlich sagt man „Frische Luft macht hungrig“ aber irgendwie war das nicht so der Fall. Die Törtchen und Gemüsesnacks haben wir zwar gegessen, aber den Couscous Salat haben wir dann Zuhause zu einem schönen Stück argentinisches Steak und dem Radieschenblätter Pesto gegessen.

gruenemandelcouscous

Couscous Salat mit frische Mandeln

  • 3 Schalotten
  • 1 Knoblauchzehe
  • 200g Grüne Mandeln
  • Olivenöl
  • 200g gehackte Tomaten (1/2 Dose)
  • Saft einer 1/2 Zitrone
  • ca. 1 EL Harrissa
  • Salz & 1 Priese Zucker
  • 180ml Wasser
  • 120g Couscous
  • 1 Bundbasilikum

Schalotten fein würfeln. Knoblauch fein hacken. Grüne Mandeln waschen, trocken tupfen und in Scheiben schneiden. In der Pfanne mit Olivenöl anschwitzen. Mit dem Zitronensaft ablöschen. Tomaten hinzugeben und alles gut verrürhen. Mit dem Harissa würzen. Kurz köcheln lassen, bis die grüne Mandeln weicher sind. Die sollten aber noch etwas Biss haben. Mit Salz und Zucker abschmecken.

Wasser aufkochen und den Couscous dazugeben. 5 Min. bei niedrige Hitze und geschlossenem Deckel köcheln lassen, bis das Wasser aufgesaugt wurde. Mit einer Gabel auflockern.

Basilikum grob hacken. Grüne Mandeln, Couscous und Basilikum gut mischen. Ggf. nochmal abschmecken.

Viel Spaß beim Nachkochen

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English Version

Spring is finally here! It feels like Germany took a collective breath and looked out the window without angst of the white plague (snow) returning. The weather forecast for Sunday foretold sunshine and 20 ° C, the perfect weather to start the barbecue season. Well that was the plan, but like they say in Germany “It’s always the unforeseen that occurs”, or something like that. No, there wasn’t an overnight temperature drop and snow on the windosill, but the spontaneous idea to take a trip to the beach. Aachen is not that far from the North Sea, about 2.5 hours by car. So Saturday night I dusted off the picnic blanket, cleaned the cooler and put a few dishes and snacks together.

On Friday I was in our Turkish supermarket and found fresh green almonds. At first I had no idea what they were, because I don’t speak Turkish, but the friendly greengrocer enlightend me. Although I’ve never tasted fresh almonds and had no idea how or what I should do with them, but I’m a food adventurer ;). After a little bit of research on the net, I found out that in the Arab region they are eaten as a snack, raw with a little salt. I tried it and must say they are really great! They are crunchy and very refreshing. The taste reminds me a little of cucumber and something else. Perfect for a picnic on the beach. With the remaining fresh almonds I continued to experiment and came up with a couscous salad. If you’re curious about fresh or green almonds, then get a move on, because they are only available a short time in the year.

In the end, we were only spent a few hours by the sea, but it soothed my soul. It wasn’t sunbathing warm, but alone to feel the sand beneath my bare feet, listening to the waves and seagulls screech or to breathe the fresh sea air was worth the trip! They say „fresh air makes you hungry“ but somehow that didn’t apply. The snacks we ate, but the couscous salad we had at home with a nice piece of Argentine steak and radish leaves pesto.

Couscous salad with fresh green almonds

  • 3 shallots
  • 1 clove of garlic
  • Green almonds 200g
  • Olive oil
  • 200g chopped tomatoes (1/2 can)
  • Juice of 1/2 lemon
  • about 1 tablespoon Harissa spice mix
  • 1 pinch of salt & sugar
  • 180ml water
  • 120g couscous
  • 1 bunch of basil

Finely dice the shallots. Finely chop the garlic. Wash the green almonds, pat dry and cut into slices. Sauté onions, garlic and almonds in a pan with olive oil. Deglaze with the lemon juice. Add the tomato and stir everything well. Season with Harissa to taste. Simmer briefly until the green almonds are softer. They should still have some bite. Season with salt and sugar.

Boil the water and add the couscous. Simmer for 5 minutes at low heat and the lid closed until the water has been absorbed. Fluff with a fork.

Coarsely chop the basil. Add the green almonds, basil to the couscous and mix well. If necessary add salt/seasoning to taste.

 

Ein Grüner Smoothie der auch Grün wurde

Mein letzter „Grüner Smoothie“ war eher Braun als gut, aber geschmeckt hat es trotzdem. Heute gab es als morgendlicher Energie-Drink eine andere Variante, zwar auch mit Spinat und Banane aber ohne Jogurt. Hatte irgendwo gelesen, das die in den Jogurt enthaltene Milch Proteine die Aufnahme Antioxidantien in dem Spinat verhindert, so oder ähnlich. Daher gab es heut Morgen eine andere Version:

Zutaten:

  • Spinat (Iglu TK, aufgetaut)
  • 1/2 Banane
  • 100 Ml O-Saft
  • 1/2 – 1 Kaki (geschält)
  • Optional Eiswürfel

Wie immer alles in dem Mixer! Ich hab vergessen den Spinat abzuwiegen, es war 1/4 Block aus der Iglu Packung über Nacht aufgetaut. Die Banane hatte ich am Tag vorher in Scheiben geschnitten und eingefroren. Ich hatte nur eine Halbe Kaki, aber eine Ganze würde das besser abrunden. Wichtig ist auch eine wirklich reife Kaki (dunkel orange) zu nehmen, die schmecken intensiver und süßer. Dies wird ein wirklich dicker Smoothie, wer es lieber etwas flüssiger mag sollte mehr Saft oder mit Wasser und Eiswürfel strecken. Da ich nie Eiswürfel im Haus habe verwende ich gerne gefrorenes Obst.

Auf dem Bild siehts giftiger aus als er war 😉

Der etwas andere Smoothie

Ich bin auf ein Rezept gestoßen bei dem ich zuerst „Igitt Bäääh“ dachte: Grünkohl Smoothie. Da musste ich zwangsläufig an grünen Schleim denken. Grünkohl mag ich am liebsten mit Kartoffeln (extra, nicht gemischt wie die Reinländer hier), Bregenwurst und Kassler! Grünkohl als Smoothie? Kann ich mir nicht vorstellen. Aus Film und Fernsehen kennt man diese amerikanischen Filme in dem die schönen, schlanken Menschen sich morgens ein grünes Gesöff reinprügeln um Energie für den Tag aufzutanken. Allein die Vorstellung sich so was (vor allem grünes) morgens zu gemüte zu führen *würg*.

Grüne Smoothies sind aber nicht ganz so abwegig und können überraschend lecker schmecken (laut Kommentare). Da bin ich mal mutig und probiere was aus, dachte ich. Mein erster „grüner Smoothie“:

Zutaten:

  • 100g Blattspinat (TK, halb aufgetaut)
  • 100g Blaubeeren
  • 100g Erdbeeren (TK, gefroren)
  • 1/2 Banane
  • 100g Jogurt (mild, 0,1%)
  • 200 ml O-Saft

Den halbaufgetauten Spinat mit der Hälfte des O-Safts pürieren. Blaubeeren hinzufügen, pürieren. Gefrorene Erdbeeren und restlichen O-Saft hinzufügen, solange mixen/pürieren bis zum gewünschten „Zerkleinerungs-Grad“. Zum Schluss noch den Jogurt rein mixen. Ergibt ca. 500-600 ml (2 große Beckergläser)

Ich habe zuerst versucht den Spinat mit einem Pürierstab kleinzukriegen, aber es blieben für meinen Geschmack zu große Stücke übrig. Also alles am besten in einen Standmixer zubereiten. Der Smoothie wird dann richtig „smooth“ ;). Das Endergebnis war nicht grün sondern eher Braun (siehe Bild). Und wirklich lecker! Den Spinat hat man überhaupt nicht rausgeschmeckt. Es war so lecker das ich beide Becher gleich weg gesüppelt hab. Ob ich mich an einen Grünkohl Smoothie ran traue weiß ich noch nicht, aber vielleicht probiere ich mal andere Varianten wie z.B. von Grüne Smoothies.