Krustenbraten

Es ist zwar immer noch kalt draußen, aber ich halte an meine „Frühlingsgefühle“ fest und habe gute Laune. Meine gute Laune hat mich auch heute morgen aus dem Bett und auf den Markt getrieben um frisches Gemüse für den heutigen Festschmaus zu besorgen: Krustenbraten mit Dunkelbiersauce und selbstgemachte Semmelknödel. Normalerweise passt Krustenbraten eher in die Herbst/Wintermonate, aber durch die Beigabe von Bärlauch zu den Semmelknödel und die dazu gereichten glasierten Möhrchen, habe ich beschlossen, dass es ein Frühlingsmenü ist. Außerdem haben wir ja noch keine 15-20°C draußen 😉

Krustenbraten mit Biersauce ist zwar ein traditionelles Bayrisches Gericht, aber es hat bei uns in Aachen schon fast eine eigene Geschichte. Nun das ist vielleicht etwas Übertrieben, aber das Gericht hat seit meinem Studium hier einen festen Platz auf der Speisekarte und war auch immer ein besonderer Anlass die Freunde und Kommilitonen zusammen zu trommeln.

Seit je her ist mein BBF (Bayrischer-Bester-Freund) Michi für die Knödel zuständig, egal ob Kartoffel oder Semmelknödel. Ein genaues Rezept hat er eigentlich nie, aber ich habe ihn heute mal genauer über die Schulter geguckt und ihn Bärlauch statt Petersilie zum verarbeiten gegeben. Leider war nicht genug Milch zum einweichen da, aber ein Knödelmaster 😉 weiß sich zu helfen. Die fertigen Knödel waren wirklich Saulecker! Wer allerdings nicht so sehr auf den Geschmack von Knoblauch steht, sollte sich mit dem Bärlauch zurückhalten.

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Wer hier in NRW Krustenbraten oder Schweinebraten mit Schwarte kauft, sollte darauf achten, dass es nicht gepökelt ist. Diesen Fehler haben wir auch schon mal gemacht und waren etwas enttäuscht als der Braten dann wie Kassler und nicht wie Schweinebraten geschmeckt hat.

Beim Krustenbraten habe ich mir Hilfe von der LandfrauenKüche geholt. Aber die angegebenen 2,5-3 Std. sind definitiv zu lang. Meine Sauce würde auch ziemlich dickflüssig (siehe Bild), also etwas mehr Fleisch-/Gemüsebrühe zum nach gießen bereithalten. Ein weiter Tipp: zum einschneiden der Schwarte braucht man ein wirklich scharfes Messer! Dabei aber nicht in das Fleisch oder zu Tief in den Speck schneiden.

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Krustenbraten mit Dunkelbiersauce (adaptiert: LandfrauenKüche)

  • 1,5kg Krustenbraten (Schweinebraten mit Schwarte)
  • 300g Möhren
  • 200g Sellerie
  • 3 Zwiebeln
  • 3EL Schweineschmalz
  • 1 TL Zucker
  • 2 Zweig Rosmarin
  • 2-3 Zweige glatte Petersilie (etwas weniger als ein 1/2 Bund)
  • 3 EL Tomatenmark
  • 1/2L Fleisch oder Gemüsebrühe (ggf. etwas mehr zum nach gießen)
  • 1/8L Dunkelbier
  • 2 EL  Honig
  • Für die Sauce zusätzlich noch Fleisch-/Gemüsebrühe oder Wasser & Dunkelbier

Den Backofen auf 160°C vorheizen.

Selerie, Möhren, Zwiebeln putzen, schälen und grob würfeln. Die Schwarte mit einem scharfen Messer rautenförmig einschneiden. Dabei nicht in das Fleisch schneiden! Mit Salz und Pfeffer einreiben und in einem Bräter auf der Fleischseite im Schweineschmalz anbraten. Das Gemüse dazugeben und kurz mit rösten.

Die Kräuter waschen, trocken schütteln, ggf. grob zerteilen und mit in dem Bräter geben. Das Tomatenmark ebenfalls in den Bräter geben und kurz rösten. Mit der Fleischbrühe ablöschen. Den Braten auf mittlere Schiene ca. 2 Stunden in den Ofen geben.

Schwarzbier mit dem Honig mischen. Nach 1 Stunde die Schwarte mit dem Dunkelbier-Honig mehrmals übergießen. Nach einer weiteren 1/2 Std. wiederholen. Bei jedem Vorgang die Flüssigkeit im Gemüse überprüfen, ggf. etwas Brühe nach gießen.

Den Braten aus dem Bräter nehmen und auf einem Rost im Ofen warm halten. Die Kräuterzweige aus dem Gemüse entfernen und das Ganze pürieren und durch ein feines Sieb in einem Topf streichen. Wenn die Sauce zu dick ist, mit Wasser oder Fleischbrühe und Dunkelbier strecken und aufkochen, ggf. nochmal durch ein Sieb streichen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Semmelknödel mit Bärlauch

  • 6-7 Brötchen vom Vortag
  • 200ml warme Milch
  • 1 Zwiebel
  • Ein Klacks Butter
  • 50ml Dunkelbier
  • 3 Eier
  • Bärlauch ca. 1/2 Bund
  • Salz, Pfeffer, Muskat (frisch gerieben)

Die Brötchen würfeln und in eine große Schüssel geben. Die Milch erwärmen (nicht kochen) und darüber gießen. Das ganze dann 20 Minuten quellen lassen.

Die Zwiebel fein würfeln und in etwas Butter glasig andünsten und mit dem Dunkelbier ablöschen. Etwas abkühlen lassen und mit den Brötchen gut vermengen. Ca. 10 Minuten Stehen lassen.

Die Eiern und den Bärlauch zu der Brötchenmasse geben gut durchkneten. Mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Die Masse dann weitere 10 Minuten ruhen lassen.

Mit angefeuchteten Händen 5-6 Knödel formen. In einem großen Topf reichlich Wasser zum Kochen bringen und Salz hinzugeben. Die Knödel dann im siedenden Wasser 20 Min. ziehen (nicht kochen!) lassen.

Die Knodel abgießen und etwas ausdapfen lassen. Sofort servieren.

Glasierte Möhren (adaptiert von Lecker.de)

  • 1 Bund Möhren (möglichst kleine)
  • 1 EL Butter
  • 1 TL Zucker

Die Möhren vom Grünzeug befreien, dabei etwas Grün stehen lassen. Gut waschen und schälen.

Salzwasser zum Kochen bringen und darin die Möhren darin ca. 8 Minuten kochen. Herausnehmen und abtropfen lassen.

Die Butter in einer Pfanne schmelzen und mit dem Zucker bestreuen und kurz karamelisieren lassen. Die Möhren in der Pfanne schwenken. Servieren.

Viel Spaß beim Nachkochen

Tu mal lieber die Mörchen

Bei uns in der Abteilung ist es Brauch, dass man an oder nach seinem Geburtstag etwas ausgibt. Dies erfolgt meist in Form von „Frühstück zur Mittagszeit“ oder Kaffee und Kuchen. Letztes Jahr habe ich zusammen mit einem Kollegen Frühstück ausgegeben, aber dies Jahr hatte ich keine Lust auf den Aufwand und habe mich für den anderen Klassiker entscheiden.  Also stellte ich mich am Vorabend in die Küche und habe Schokomuffins und Möhrenkuchen gebacken.

Die Muffins sollten ursprünglich Cupcakes werden, aber ich wusste nicht wie ich die 30 Stück heile zur Arbeit bekomme, außerdem schmecken fertig verzierte Cupcakes am nächsten Tag nicht so opti. Und ehrlich gesagt extra dafür früh aufzustehen hat mich nicht wirklich gereizt. Ähnlich war es auch bei dem Möhrenkuchen. Das Original Rezept war ein runder Kuchen mit Frischkäse-Creme gefüllt und bestrichen. Aus den gleichen Gründen wie bei den Cupcakes, habe ich auf Creme und Topping verzichtet und den Teig als Kastenkuchen gebacken. Dies stellte sich als eine sehr gute Entscheidung raus. Die Muffins waren okay aber der Möhrenkuchen war super saftig und lecker, sogar noch 3 Tage später. Vom Geschmack her geht es in richtung Gewürzkuchen. Die dunkele Farbe kommt übrigens von den lila Möhren die ich verwendet habe.

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Rezept für 1 Kastenform (Maße:)

  • 250g geraspelte (lila) Möhren
  • 225g Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • 1,5 TL Zimt
  • 1/2 TL Ingwer (gemahlen)
  • 1/2 TL Piment (gemahlen)
  • 150g Mascobado Zucker
  • 1 TL Zitronenabrieb (getrocknet) oder von einer 1/2 frischen Zitrone
  • 100g Haselnüsse (gemahlen)
  • 3 Eier
  • 150ml Öl
  1. Ofen auf 180°C vorheizen.
  2. Möhren schälen und raspeln.
  3. In einer großen Schüssel Mehl sieben und mit Backpulver, Zimt, Ingwer und Piment vermischen.
  4. Zucker, Zitronenabrieb und Haselnüsse hinzufügen und mischen.
  5. Die Eier verquirlen und zusammen mit dem Öl und geraspelte Möhren zu den restlichen Zutaten hinzufügen und alles gut durchmischen/rühren.
  6. Den Teig in einer gefetteten und bemehlten Kastenform füllen und min. 25 Minuten bis die Oberfläche schön goldbraun ist backen.

Viel Spaß beim Nachbacken

 

 

 

Pasta fix ohne fix

In meiner Studentenzeit war Spagetti einer meiner das Grundnahrungsmittel. Es ist billig und einfach in der Zubereitung. Selbst die Sauce muss nicht aufwendig sein, Ketchup tut’s in der Not auch. Trotz allem war ich nie wirklich ein Freund von Fix-Saucen. Ich sage ja nicht, dass ich sie nie benutzt habe. Ist ja auch sehr bequem. Tüte auf, mit Wasser mischen, auf kochen, fertig. Jedoch habe ich meistens eine einfache Tomatensauce aus passierten Tomaten, getrocknete Gewürze, etwas Tomatenmark, Paprikapulver, ein Schuss Öl und zum Schluss manchmal ein Schuss Sahne gemacht. Auf der Menge gesehen war es meist günstiger, auch nicht wirklich aufwendiger als eine Fix-Tüte und geschmeckt hat’s auch.

Heute sieht es ein bisschen anders aus. Nun ja, Pasta hat immer noch einen hohen Stellenwert auf meinem Speiseplan, aber mein Saucen Repertoire hat sich um einiges erweitert. Bolognese, Fisch, Fleisch, Gemüse, Pesto und auch die klassische Tomatensauce.

Nach einem langen Tag im Büro oder wenn es einfach schnell gehen muss mag ich am liebsten Spagetti mit Olivenöl, Knoblauch und Kräuter in verschiedene Abwandlungen. Mal mit Gemüse, mal mit Garnelen oder pur als Spaghetti aglio e olio.

Momentan ist meine Lieblingsvariante mit Zucchini- und Möhrenstreifen.

Zutaten:

  • 100g Spaghetti
  • 1 Knoblauchzehe
  • Olivenöl
  • Chilliflocken (nach Gusto)
  • 1 EL Tomatenmark
  • 1 Schuss Rotwein
  • Pasta Wasser
  • Salbei, gehackt (oder andere frische Kräuter wie Basilikum, Oregano usw.)
  • 3 Möhren
  • 1 Zucchini (klein-mittlere Größe)
  • Salz, Pfeffer

Spaghetti nach Packungsangabe zubereiten. Möhren schälen und mit dem Sparschäler der Länge nach in Scheiben hobeln. Die Zucchini ebenfalls in Scheiben hobeln. Knoblauch mit dem Rücken eines Messers platt drücken und die Schale entfernen. In einer Pfanne das Olivenöl erwärmen und den Knoblauch (ganz oder in Scheiben) hinzufügen. Kurz anbraten, aber nicht braun werden lassen. Zuerst die Karotten hinzufügen und nach ein paar Minuten die Zucchini. Mit einem guten Schuss Rotwein ablöschen, ein paar Löffel Pasta Wasser hinzugeben und den Tomatenmark einrühren, kurz aufkochen. Chilliflocken und Salbei hinzugeben. Abschmecken. Die abgetropfte Pasta in die Pfanne schwenken und auf einem Teller anrichten. Mit etwas Schnittlauch und/oder Parmesan toppen.

Diese Angaben sind vielleicht nicht 100%genau. So was koche ich meistens nach Gefühl und natürlich mit Hilfe von Abschmecken und ggf. Nachwürzen.