Ich mache Blau

Wüsstet ihr, das sich Blaubeeren ziemlich lange halten? Ich war auch erstaunt, dass die kleinen Blauen Scheißerchen nach eine Woche im Kühlschrank noch keine Plüschfrisur hatten. Als ich sie am Wochenmarkt (neben viele Zitronen und Erdbeeren) gekauft hatte, wollte ich die eigentlich mit den Erdbeeren zu Smoothies und Curd verarbeiten, aber irgendwie ist die Schale in die hinterste Ecke vom Kühlschrank gewandert und wurde fast vergessen. Zum Glück habe ich sie rechtzeitig entdeckt, aber auf Smoothies hatte ich dann doch keine Lust. Man kann Sie zwar auch super einfrieren, aber es war Sonntag und ich hatte meine Freude Kuchen zum Kaffee versprochen.

Was nun tun? Es gibt ja auch so viele schöne Verwertungsmöglichkeiten z.B. eine Blaubeer-Biskuit-Rolle (war glaub ich in der letzten Lecker Ausgabe). Aber das war nicht das richtige. Ich hatte ja schließlich 1 Pfund Blaubeeren zu verarbeiten. Nach etwas suchen auf meine üblichen Plattformen (tastspotting, foodgawker, pinterest) bin ich fündig geworden. Laura hat auf ihren Blog „a healty jalapeno“ eine „gesunde“ fresh Bluebeery Pie die genau in meine vorstellung passte und das schöne daran, ich hatte alle Zutaten zuhause. Außer eine fertige Pie Crust, also Tartboden, aber kein Problem für „little ol me“, ich hab ja ein neues tolles Back-Buch „The Great British Book of Baking„. Die Briten sind Pie Experten :), also konnte ja nichts schief gehen.

Eines hatte ich aber bei meinem Vorhaben nicht bedacht, die Pie bzw. Tartform. Ich habe eine schöne große aus Keramik, aber die Tart oder Pie heile in einem Stuck daraus zu bekommen ist fast unmöglich. Mmmh, da saß ich grübelnd vor dieser Form. Dann hatte ich einen dieser Momente… „Bling“ die Küche erhellte sich und mir fiel was ein. Voreiniger Zeit hatte ich ja bei einem Kaffeeverkaufskette 4 kleine Tart-Formen (nicht zu verwechseln mit Tortelett) mit herausnehmbaren Boden erstanden. Supi, passt.

Nur eines vorweg, dieses Rezept ist nicht für den Heißhunger nach Pie oder Tarts geeignet. Mit Ruhe-Zeit dauert es fast 3 Std. bis man in den Genuss dieser sättigenden Törtchen kommt. Sättigend? Ja, sättigend. Die kleine Törtchen haben ca. 10cm Durchmesser und in einer Sitzung schafft man vielleicht die Hälfte auf zu mümmeln. Es sind insgesamt 4 Törtchen, aber satt werden sicherlich 6-8 Personen.

Pie-Crust-Rezept

  • 220g Mehl
  • Prise Salz
  • 1 TL Zucker
  • 160g kalte Butter, gewürfelt.
  • 2-3 EL kaltes Wasser

Das Mehl in eine Schüssel sieben und mit dem Salz und Zucker vermischen. Die gewürfelte Butter hinzufügen und mit einem Spachtelmesser (oder stumpfes Messer) mit dem Mehl weiter zerkleinern. Die restlichen Butterstückchen mit de4n Findern zerbröseln. Das Wasser hinzufügen und mit dem Spachtelmesser rühren. Man sollte möglichst nicht zu viel mit den Händen kneten, damit die Butter nicht zu sehr schmilzt. Wenn Ihr unter „Eiskaltes-Händchen“ leidet, kann man auf das Spachtelmesser verzichten 😉

Den fertigen Teig in Frischhalte Folie einwickeln und für 20 Minuten in den Kühlschrank kalt stellen.

Den Backofen auf 190°C vorheizen und den Teig aus dem Kühlschrank nehmen. ist er zu hart zum ausrollen noch etwas liegenlassen. Die Formen ausbuttern.

Den Teig in 4 Portionen teilen und etwas größer als die Form ausrollen, auf das Nudelholz (oder Ersatzwalze wie Rotwein Flasche) aufrollen und vorsichtig in die gefettete Form auskleiden. Den Boden mit einer Gabel anpieksen.

Nun werden die Pie-Crusts „Blind gebacken“, das bedeutet für jedes Pie etwas Backpapier passend zuschneiden, auf den Teig legen und die Form mit Erbsen oder Bohnen oder Reis (alles getrocknet natürlich) füllen, damit der Teig auch schon in Form bleibt.

Die Förmchen für ca. 20 Min. bzw. bis der Teig gold-braun ist backen. Vollständig auskühlen lassen bevor man sie füllt.

Dieser Pie-Crust ist  knusprig und leicht krümelig und wahrscheinlich verantwortlich für das sättigende Gefühl, denn die Füllung besteht nur aus Blaubeeren, Zucker, etwas Speisestärke und Zitrone. Aber ich vermute die Blaubeeren haben da auch ihre Finger im Spiel. Der Teig kommt auch sehr gut ohne Zucker aus, es gibt auch süße Versionen, aber in der Füllung ist genügen Zucker.

Bei Amerikanischen Rezepten reduziere ich fast immer die Zucker Menge aber in diesem Fall habe ich mich ziemlich an die Original Menge gehalten. Die Süße wird nicht nur wegen dem Boden ausbalanciert, sondern vor allem wegen den Blaubeeren. Die waren ja nicht so süß wie z.B. die Erdbeeren.

Blaubeer Pie Füllung

  • 170g Zucker
  • 2,5 EL Speisestärke (Kartoffel oder Mais)
  • 1/4 TL Salz
  • 1/4 TL Zimt
  • 160ml Wasser
  • 500g Blaubeeren
  • 1 TL Vanille Extrakt
  • 2 EL Butter
  • 3 TL Zitronensaft
  • 1 TL Zitronenabrieb

In einem Topf den Zucker, Stärke, Salt, Zimt und Wasser vermischen. Ca. 70g der Blaubeeren hinzugeben und unterrühren aufkochen. Die Heidelbeeren dabei ggf. mit einem Kartoffelstampfer zerdrücken. Weiter kochen bis die Masse eindickt. Den Topf vom Herd nehmen und Vanille, Butter, Zitronensaft und -abrieb unterrühren. Abkühlen lassen.

Schneller geht’s wenn man dem Topf ein Eisbad geht und dabei ab und zu rührt.

Ca. 200g von den Blaubeeren zur Seite stellen. Die restlichen Blaubeeren unter die kalte Masse heben, bis alle bedeckt sind.

Nun die Heidelbeermasse gleichmäßig auf die Törtchen aufteilen. Nicht überfüllen. Die Törtchen nun mit der zur Seite gestellten Blaubeeren zu bedecke und für ca. 2 Std. in den Kühlschrank geben.

Wenn was von der Füllung übrig bleibt, einen Löffel nehmen und beim wech naschen sich auf die Törtchen freuen.

Viel Spaß beim Nachbacken.

Nachtrag

Simone von Ofenlieblinge sucht „Leckere Früchtchen“…einfach aufs Bild klicken und nachschauen was es dort noch leckeres gibt.

3 Gedanken zu “Ich mache Blau

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