Eistorte mit Mango und Passionsfrucht

Rezension: Torten von Linda Lomelino

Es ist wieder Genussbuchwoche! „Jeden Tag ein Buch“ geht in die dritte Runde. Wie im vergangenem Jahr und zusammen mit viele anderen Blogger (letztes Mal waren es 220 Buchbesprechungen) folge ich Astrids aka Arthurs Tochter Aufruf gerne. Euch jeden Tag ein Buch vorzustellen werde ich wieder nicht schaffen, aber zwei/drei Genussbücher werden es schon sein. Wenn Ihr während der Woche auf dem laufenden bleiben wollt, schaut bei Astrid oder der JTEB-Facebookseite vorbei.

JEDEN TAG EIN BUCH - Logodesign by Ariane Bille

Das erste Genussbuch was ich vorstellen möchte ist mein neustes Backbuch „Torten“ von Linda Lomelino.

Die gebürtige Schwedin, mit portugiesische und deutsche Wurzeln ist nicht nur leidenschaftliche Tortenbäckerin und seit 2012 Kochbuchautorin, sondern ist die Bloggerin und Fotografin hinter dem schönen Blog „Call me cupcake„. Torten ist Lindas erstes Genussbuch, ihr zweites „Lomelinos glass“ (Lomelino’s ice cream) ist bislang leider nur auf Schwedisch erhältlich. Ihr Drittes Buch „Sweet food & photography“ soll dieses Jahr veröffentlicht werden.

Aussehen

Das Cover ziert eine Rosa-Ombre-Version der online beliebten Regenbogentorte und zeigt auch deutlich worum es in diesem Genussbuch geht – Torten, keine Kuchen. Das Layout, die Typografie und die dezente (zurückhaltende) Farbakzente finde ich sehr ansprechend gestaltet. Die Rezepte und Texte sind schlicht gehalten und werden nicht (für mich) von störenden Farbflächen oder Muster hinterlegt. Details wie der Name vom Rezept oder Unterkapitel neben der Seitenzahl fallen nicht sofort auf, aber helfen sehr bei der „Navigation“, ebenso wie das Register mit Zutaten und Inhalte. I Like! Als erstes sind mir die allerdings die wunderschönen Fotos aufgefallen! Mal hell, mal dunkel und immer perfekt in Szene gesetzt.

Aufbau

Das Buch ist in zwei Teilen aufgebaut. Der erste Teil befasst sich mit Geräte, Utensilien, Zutaten und Grundlagen und Tipps für die Tortenbäckerei, wie Tortenböden backen und zerteilen und wie man Torten überzieht und dekoriert. Die Anleitungen werden mit Schritt-für-Schritt Bilder unterstützt, aber auch die anderen Unterkapitel werden mit Bilder stimmig in Szene gesetzt. Was auf dem zweiten Blick positiv auffällt, ist das die Seiten der Anleitungsteil etwas schmaler als die Seiten mit den Rezepten sind. Durch diese haptisch Trennung gelangt man sehr schnell zu den Torten.

Meist überfliege ich die „Einleitungs-Theorie-Seiten“ und mach mich über die Rezepte her, aber in diesem Fall habe ich die komplett gelesen. Sonst wäre mir z.B. die Information das Linda ihre Torten mit Ober-/Unterhitze backt, oder das ihre Backform ca. 7-8cm hoch sind. Keine unwesentliche Details.

Die Rezepte

In dem Rezeptteil sind 27 Torten für jeden Geschmack und auch Jahreszeit. Jede Torte wird Ganz und im Anschnitt gezeigt. Aber nicht nur die Bilder machen neugierig, sondern auch die Zutaten bzw. Abwandlung machen Lust aufs Backen. Die „Sommerliche Erdbeer-Limetten-Torte“, die „Apfel-Zimt-Torte mit gebräunter Butter“, „Schwarzwälder Kirschtorte“mit Mascarpone oder „Kardamomtorte mit Blaubeeren“ lösten bei mir sofort einen Jetzthabenwill-Verlangen aus. Schokoladenliebhaber werden mit „Schokoladen-Espresso-Torte“, „Schokoladentorte mit Lakritze“, „Schokoladentorte mit Brombeercreme“ oder „Schokolade Hoch Drei mit Macarons“ auf ihre Kosten kommen.

Wenn ich Torte höre denke ich meist an schwere, riesige, mehrlagige Kuchen mit Sahne oder Buttercreme. Lindas Torten sind zwar min. vierlagig (und doch recht hoch) und manche kommen mit Mascarpone, Sahne oder andere reichhaltige Zutaten daher, aber die meisten Torten werden in eine 15cm Backform gebacken. Klar haben die auch Hüftspeckpotential, aber man muss die ganze Torte ja nicht alleine essen 😉 Für kleine Kaffeeklatschrunden, kann man einige der Rezepte auch gut halbieren und nur zwei Lagen servieren.

Rezeptaufbau

Zu jedem Rezept gibt es einen kleinen „Einleitungstext“, oft mit Tipps und/oder Hinweise auf alternative Zutaten. Die Rezepte sind gut aufgebaut (Zutaten Links, Anleitung rechts), strukturiert und leicht folgbar. Die Zutaten und Anleitung für Boden, Füllung, Überzug/Dekoration und Zusammenbau werden getrennt aufgeführt, was beim Backen sehr hilft den Pfaden nicht zu verlieren. Allerdings passen dadurch die meisten Rezepte nicht auf einer Seite. Normalerweise empfinde ich das eher als störend, aber in diesem Fall nicht so sehr. Durch geschicktes Layout und setzen der Texte muss man nicht mitten in einem Arbeitsschritt umblättern. In den meisten Fällen wird nur die Anleitung für den Zusammenbau oder Dekoration auf die zweite Seite ausgelagert.

Der Backtest

Normalerweise bevor ich ein Buch vorstelle oder Bewerten kann, probiere ich min. zwei/drei/vier Rezepte aus. Wenn ich könnte wurde ich (fast) alle Rezepte sofort probieren, aber wer soll das alles Essen?

Nun gut, zwei Rezepte habe ich bisweilen doch probiert. Die „Karotten-Kokos-Torte Deluxe“ (allerdings ohne Kokosdekor) und die „Eistorte mit Mango und Passionsfrucht.

„Karotten-Kokos-Torte Deluxe“

Karottenkuchen mit Frischkäsecreme

Die Karotten-Torte ist eine vierlagiger Karottenkuchen mit Walnüssen und wird mit amerikanischen Frischkäsemasse gefüllt und eingedeckt. Das Zubereiten der Böden ging recht locker von der Hand. Die Möhren habe ich fein geraspelt und nicht wie im Rezept angegeben gerieben da mir persönlich das zu fein wäre, aber das kann auch ein Übersteztungsfehler sein. Die Böden habe ich in eine 15cm Backform gebacken, allerdings ist meine nur 5cm hoch. Vor dem Backen habe ich hin und her überlegt, ob ich die halbe Teig-Masse hinein passt, oder ob ich nicht besser gleich alle 4 Lagen einzeln backen sollte. Ich hatte mich dann doch entschieden mich an dem Rezept zu halten und dann die Böden später zu teilen. Der Karottenkuchen ging zum Glück nicht zu sehr auf oder quoll über, sondern blieb brav in der Form. Bei den anderen Böden-Rezepten würde ich dann noch auf eine höhere Form zurückgreifen, oder in mehrere Lagen backen.

Aus Zeit- und Gästemangel habe ich nur einen der fertigen Böden zerteilt und mit der Frischkäsecreme bestrichen. Das vollständige bestreichen/dekorieren des Kuchens habe ich mir aufgrund der an dem Tag herrschenden sommerlichen Temperaturen auch erspart. Den zweiten Boden habe ich kurzer Hand eingefroren, für den nächsten Kaffeeklatsch 😉 Der saftige, nicht zu kompakter Möhrenkuchen mit Frischkäsetopping und -füllung kam bei den Kuchentestern sehr gut an. Er war zwar ein bisserl auf der süßen Seite aber für meinen Geschmack nicht zu übermäßig. Nächstes mal mache ich vielleicht die Tortenversion, allerdings würde ich dann weniger Zucker im Teig verwenden.

„Eistorte mit Mango und Passionsfrucht“

Eistorte mit Mango und Passionsfrucht

Das zweite Rezept hat sich mein Freund ausgesucht. Von den 27 Rezepten ist die Mango-Eistorte einer der am wenigsten aufwendigen Torten. Also auch für ein Backanfänger sehr geeignet. Die Eistorte erinnert mich nicht nur von der Optik, sondern auch geschmacklich sehr an einen amerikanischen Cheesecake, allerdings werden keine Eier verwendet und gebacken wird er auch nicht. Der Boden ist ein Keksboden und die „Käsemasse“ besteht aus Frischkäse, Ricotta, Sahne und Mango. Das Fruchtfleisch der Passionsfrüchte sind sozusagen die Dekoration und werden erst vor dem Servieren auf die Eistorte verteilt.

An sich ist das Rezept sehr einfach, allerdings gab es bei uns eine kleine Unstimmigkeit was die Mango betrifft. In dem Rezept soll „das Mangopüree auf der Käsemasse verteilt und mit dem Löffel verstrichen“ werden. Beim nähreren Betrachten ist in den Bildern allerdings kein Mangofruchtspiegel unter den Passionsfrüchten erkennbar. In den Schritt-für-Schritt-Bilder sieht man wie die Mango auf der Käsemasse verteilt wird, allerdings wird die dann mit der Käsemasse grob verrührt. In dem Anschnitt der Torte ist dann wiederum ein „Mangokern“ zu sehen. Wir fanden die Idee mit dem Mangokern ganz gut, also haben zuerst etwas Käsemasse in die Springform gegeben, dann das Mangopüree und dieses dann mit weitere Käsemasse bedeckt.

Als wir am nächsten Tag (nach 30 Minuten antauen) die Torte anschnitten, sah sie mit dem Mangokern sehr schön aus. Geschmacklich passen alle Komponenten super zusammen und besonders die Passionsfrucht hat uns sehr gefallen. Der Mangokern war allerdings in der angetauten Käsemasse eher ein Mango-Wassereis-Block und konnte sich dadurch geschmacklich nicht gut mit der Käsemasse verbinden. Im nach hinein, würde ich auf den Mangokern verzichten und das Püree (wenn auch nur grob) mit der Käsemasse vermengen. Wahrscheinlich war das auch so von der Autorin vorgesehen. Manchmal nehme ich Anweisungen einfach zu genau 😉

Fazit

Dieses Backbuch überzeugt mich dennoch sehr. Nicht nur wegen den wunderschönen Fotos, sondern auch als Inspirationsquelle für zukünftige Tortenanlässe. Meine Backbuchsammlung ist um ein schönes Buch reicher und meine Nachbackliste ist auf einem Schlag um einige Torten sehr viel länger geworden. Wer sich gerne ein eigenes Bild machen möchte…

Torten

Autor: Linda Lomelino

Erschienen im AT-Verlag

ISBN: 978-3-03800-715-9
Einband: Gebunden
Umfang: 144 Seiten
Gewicht: 778 g
Format: 19.5 cm x 26 cm

Preis: 24,90€

Hinweis: Dieses Buch habe ich privat erworben. Texte und Bilder (bis auf das Logo) sind von mir erstellt und spiegeln meine persönliche Meinung wieder. Für diese Rezension oder die Verlinkung zu Händler erhalte ich weder vom Verlag, Unternehmen noch PR-Agentur eine entgeltliche oder materielle Gegenleistung.

 

8 Gedanken zu “Rezension: Torten von Linda Lomelino

  1. Sandra Gu schreibt:

    Ich habe schon mehrmals von dem Buch gelesen und auch eine Vorstellung schon gelesen. Wirklich sehr interessant. Ich werde jetzt doch mal einen Blick hinein werfen, auch wenn ich kein Torten-Buch wollte…. 😉

    Gefällt mir

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