Omas Schlupfapfelkuchen

Sind wir nicht alle ein bisserl werbegeschädigt? Wenn ich an Kuchen und Besuch denke singe ich immer in meinem Kopf „Hätte ich dich heute erwartet…“. Nun ja, der Besuch wurde erwartet und es wurde auch Kuchen gebacken. Diesmal habe nicht ich gebacken, sondern meine liebste Testesserin hat eingeladen und gebacken. Da sie gefühlt Kiloweise Äpfel vom letzten Heimatbesuch nach Aachen geschleppt hat, gab es natürlich Apfelkuchen, genauer „Omas Schlupfkuchen“. Als ich sie fragte woher das Rezept  stammt, gespannt auf die Geschichte hinterm Namen und Rezept, entgegnete sie nur „keine Ahnung, das hieß so“. Das habe ich einfach so hingenommen, denn muss wirklich jedes Rezept eine Geschichte haben, vor allem wenn es einfach schmeckt?

Omas Schlupfapfelkuchen

Omas Schlupfapfelkuchen (17-20cm Springform)

  • Ca. 400g Äpfel geschählt und entkernt (Ca. 2 Boskop oder andere säuerliche)
  • 2 TL Vanillezucker
  • 2 Eier (L)
  • 70g Zucker
  • 150g Mehl
  • 1 TL Weinsteinbackpulver
  • 4 EL Öl
  • Vanillezucker & Priese Zimt zum bestreuen
  1. Äpfel schälen und in grobe Stücke schneiden, ggf. mit etwas Zitronensaft beträufeln damit sie nicht braun werden und mit 2 TL Vanillezucker vermsichen.
  2. Eier zusammen mit dem Zucker schaumig rühren. Mehl und Backpulver mischen und nach und nach zur Zuckerei-Masse hinzufügen. Zum Schluss das Öl kräftig unterschlagen.
  3. Backform mit Backpapier auslegen, etwas ausfetten und den Teig einfüllen. Die Äpfel auf dem Teig geben und leicht eindrücken. Etwas Vanillezucker und Zimt darüber streuen.
  4. Bei 200°C (Ober-/Unterhitze) im vorgeheizten Backofen ca. 60 Minuten backen. Fertig ist der Kuchen wenn der Teig zwischen die Äpfel hervor „geschlupft“ ist und goldbraun ist. Falls der Teig oder Apfelstücke vor Ende der Backzeit schon braun werden, mit etwas Backpapier abdecken.
  5. 15 min. in der Form abkühlen lassen, bevor man die Springform entfernt. Vor dem Servieren vollständig abkühlen lassen und mit etwas Puderzucker garnieren.

Seit einem Monat schmückt Persis Event-Banner „Veräppelt“ meine Sidebar. Ich habe lange hin und her überlegt womit ich Persis eine Freude machen kann, aber irgendwie ist mir die Zeitdavon gelaufen… Zum Glück ist auf gute Freunde verlass und mit freundlicher Unterstützung reiche ich „Omas Schlupfkuchen“ ein. Falls das Glück auf meine Seite ist, teile ich auch mit meiner liebsten Testesserin, versprochen!

Keks unterwegs

Muesli Verwertung

Ich bin ja nicht so der Frühstückstyp. Morgens muss es einfach schnell gehen. Außer am Wochenende wenn ich Zeit habe dann Frühstücke ich gerne lang und ausgiebig. Als Kind hab ich gerne Cereal, Weetabix oder Porridge vor der Schule gegessen. Aber ein Fan von Müsli war ich eigentlich nie. Es kommt ab und an vor, da hab ich richtig Japp drauf. Dann kaufe ich wieder eine Packung, obwohl ich genau weiß, dass die restliche Packung dann Wochen(Monate)lang in meiner Küche rum steht. Tja, was tun mit dem restlichen Müsli. Na klar, Kekse backen! 😉

Muesli Kekse

Muesli-Kekse (adaptiert von Taste.com)

  • 250g Ovomaltine Crisp Müsli
  • 70g Mehl (405)
  • 100g Butter (geschmolzen)
  • 40g Honig (flüssig)
  • 1 Ei (L)
  • 25g Backfeste Schokodrops

Müsli und Mehl in einer Schüssel mischen.

Geschmolzene Butter, Honig und Ei verquirlen und zusammen mit den Schokodrops mit dem Müsli gut vermischen. 15 Minuten stehen lassen.

Von der Masse löffelweise abstechen walnussgroße Kugeln formen. Wer lieber etwas flachere Kekse möchte, sollte die Kugeln etwas flach drücken.

Die Kekse auf ein bzw. zwei mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzten und bei 175°C (Ober-/Unterhitze) 15 Minuten backen.

Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

World Bread Day

Today is „World Bread Day“! Seven years ago Zorra started this blog event, in which 113 bloggers followed her call. Last year 343 Bloggers from across the globe participated. This year’s goal is 365. Let’s hope this works out!

So what is the idea behind „World Bread Day“ blog event? Besides bringing bloggers (food & non-food alike) and bread baking enthusiasts together, the real idea is to honor our „daily bread“. Not in the biblical sense, but to show that in every culture bread is essential and that it has a history of its own. Most of us take bread for granted, but not everyone in the world has our near unlimited possibilities. So bake bread and spear a minute or two to think about how lucky we are.

In matters of bread baking I´m a real novice. I´ve baked baguettes, yeast bread or quick breads like soda bread but that’s about it. Here in Germany we have such a rich variety of bread types, which not only comes from the different type of grains which are cultivated here or the long tradition of the bakers’ guild, but also lies in our history. Germany or Germania to that time existed of many small states and each state had their own tradition of baking bread. The most important person in every town or village was the miller (German Müller). This doesn’t just explain why Müller (Mueller) is the most common surname in Germany but also shows the significance of bread.

To honor this day, I broadened my bread experience and made my first sourdough bread.

Roggenmischbrot

My favorite bread is rye bread. I think there is nothing better than fresh rye bread spread with a little butter and salt. Nomnom. So that was my choice for my first sourdough (levain) bread. In my favorite bakers book „Bouchon Bakery“ I found what I was looking for. While reading the thorough information about making bread, I thought why not go the whole mile and start the levain from scratch. Well that was the initial plan. Because I am quite lazy and got a little intimidated, I ended up buying dried sourdough starter and followed the recipe on the back of the packet. Well nearly, by mistake I swapped the amounts of whole rye flour and wheat flour. It also turned out a bit dark, inside a bit dense, but was still edible and quite tasty. Using store-bought sourdough and making a rye bread in less than 3 hours seems to me just a step-up from using a ready bread-mix, but hey it’s a start. Isn’t that also what this „World Bread Day“ is about, to set one’s wits onto bread baking? So in order to learn more about this, I bought me a new cookbook dedicated to making bread 🙂 And now my first homemade real sourdough is bubblingaway in the kitchen.

If you’re interested in the recipe I used, here it is…

Rye Bread | Roggenmischbrot

  • 20g fresh yeast (frische Hefe)
  • 100ml hand warm water (handwarmes Wasser)
  • 500g whole rye flour (Roggenvollkornmehl)
  • 250g wheat flour (Weizenmehl 1050)
  • 100g dried whole rye sourdough (Vollkorn-Roggen-Sauerteig, getrocknet)
  • 2 tsp. Salt (2 TL Salz)
  • 500ml hand warm water (handwarmes Wasser)

Dissolve the yeast in 100ml hand warm water. Mix the flour, sourdough and salt in a large mixing bowl. Add the yeast and remaining water, mix until the dough starts to come together, then turnout on the floured workspace and with floured Hands need, approx. 10 minutes.

Cover the dough with a slight damp cloth and let it rest about 25 minutes. Give it a quick need and form it to a loaf, cover again and let it rest in a warm place (28°C) for about 35 minutes.

Fill a deep oven pan with water, put it in the oven and preheat the oven to 250°C. Transfer the loaf to a baking sheet and quickly close the oven door. After 15 minutes open the door to vent the steam and turn the heat down to 190°C. If required carefully fill the pan with additional water. Back for 55 Minutes. After 45 minutes open the oven door to vent again, and keep it ajar with a wooden spoon. Turn the heat down to 160°C.

Let the fresh loaf cool down at least 1 hour before cutting off your first slice.

Homemade Chewy Bagels

Ein großer Traum von mir ist es mal nach New York zu reisen. Keiner der anderen Amerikanischen Metropolen oder Sehenswürdigkeit reizen mich mehr. Vielleicht habe ich eine zu romantische Vorstellung der Stadt aus Film und Fernsehen, aber dieser multikultureller Schmelztiegel ist einfach faszinierend: Little Italy, China-Town, Manhattan mit der „to-go“ Mentalität, Urban Gardening, Food Trucks oder Dinner Clubs. Kulinarisch ist diese Stadt bestimmt auch ein riesen Abenteuer. Ein zwei New Yorker Spezialitäten haben es ja auch zu Weltruhm gebracht wie Hot Dogs, NY Cheesecake oder auch Bagels. So kann man sich auch ein bisserl NY nachhause holen.

Wie richtige New York Bagels schmecken, kann ich nicht sagen, aber ich mag Bagels. Nicht diese „staubtrockene“ Weißbrot-Kringel, sondern diese chewy (kauige) Sorte, am liebsten frisch aus dem Ofen oder nochmal getoastet. Dabei müssen die noch nicht mal dieses charakteristische Loch in der Mitte haben. Bagels sind im Grunde genommen nichts anderes als Weizenmehl mit Hefe, Zucker und Salz, aber das Geheimnis liegt in der Mehlsorte und das sie vor dem Backen kurz in siedendes Wasser gekocht werden. Somit bekommen sie diesen „Chewy Charakter“ den ich so mag.

bagel

Wie für viele einfache Sachen, gibt es zig Rezepte. Allerdings sind die Grundkomponenten/mengen mehr oder weniger eigentlich immer gleich. Das heutige Rezept habe ich bei „Sophisticated Gourmet“ gefunden.

Ergibt 8 Bagels

  • 1 Pk. trocken Hefe (15g)
  • 1,5 TL Zucker
  • 125ml + 200ml lauwarmes Wasser
  • 500g Mehl (812er)
  • 1,5 TL Salz

Trockenhefe und Zucker in einem Glas mit 125ml lauwarmen Wasser geben. Nicht rühren und 5 Min stehen lassen. Danach alles verrühren.

Mehl in der Schüssel vom Standmixer geben und mit dem Salz vermischen. Standrührer mit Knethaken bestücken und unter niedrige Geschwindigkeit zuerst das Hefe-Wasser hinzugeben und die Hälfte vom Wasser (100ml) hinzugeben und alles rühren lassen. Das restliche Wasser bei Bedarf nach und nach hinzugeben. Ich hatte ca. 50ml über.

Wenn der Teig gut vermischt ist und am Knethacken hängt, aus der Schüssel nehmen und auf einer bemehlten Arbeitsfläche ca. 5-10 Minuten kneten bis der Teig, glatt und elastisch ist. Der Teig sollte sich feucht aber nicht klebrig anfühlen. Ggf. noch etwas Mehl nachkneten.

Den Teig in eine leichtgefettete Schüssel geben und mit einem angefeuchteten Küchentuch abdecken und ca. 60 Minuten (bzw. bis sich das Volumen verdoppelt hat) an einem Warmen Ort gehen lassen.

Den Teig „zurück schlagen“ (also einmal drauf hauen) und wieder 10 Minuten stehen lassen.

Den Teig aus der Schüssel nehmen und in 8 Portionen teilen. Aus den Teilchen Kugeln formen, auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech leicht flachdrücken und mit einem bemehlten Finger ein Loch in die Mitte drücken. Das Blech mit dem leicht feuchten Küchentuck abdecken und erneut 10 Minuten stehen lassen.

Währenddessen ein großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen. Die Bagels dann in dem Wasser ca. 30-60 Sekunden je Seite ziehen lassen. Je länger, umso „Kauiger“ werden die Bagels.

Wenn die Bagels ein Topping haben sollen, z.B. Sesam oder Mohn, dann die noch feuchten Bagels in das Topping tauchen.

Die feuchten Bagels auf Küchenkrepp abtropfen lassen und dann wieder auf das Backblechgeben.

Den Backofen auf 200°C vorheizen und die Bagels ca. 15-20 Minuten backen, bis sie gold-braun sind. Etwas abkühlen lassen und nach Herzenslust belegen.

Mangold Bacon Quiche

Quiche Lorrain habe ich das erste Mal vor zig Jahren auf einer Party gegessen und seitdem bin ich ein Quiche-Fan. Besonders im Spätsommer-/Herbst gehört Quiche auf meinem Speiseplan. Quiche Lorrain würde ich als entfernter französischer Verwandter vom Flammkuchen bezeichnet. Der Teig wird zwar nicht mit Hefe zubereitet und in der Füllung kommen Eier zum Einsatz, aber auch (Schinken)Speck und Zwiebeln. Genauso wie Flammkuchen kann man eine Quiche nach Gusto füllen, solange die Füllmenge also Eier/Sahne/Sonstwas-Ratio stimmt. Also gibt es heue eine Mangold-Bacon-Variation.

Mangold Bacon Quiche (24er Springform)

Teig (Quelle: Eric Lanard – „Tart It Up“)

  • 250g Mehl
  • 1 TL Salz
  • 150g kalte Butter, gewürfelt
  • 1 Ei, verquirlt
  • 1 EL Milch

Mehl und Salz in eine Schüssel vermengen. Die kalte Butter mit den Fingerspitzen mit dem Mehl verreiben, bis man Streuseln hat.

In der Mitte eine Vertiefung drücken und darin die restlichen Zutaten geben. Wieder mit den Fingerspitzen alles zu einem glatten Teig formen.

Auf einer bemehlten Oberfläche den Teig 2-3 leicht kneten. Mit Frischhaltefolie umwickeln und min. 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.

Die Arbeitsfläche bemehlen und die Teig ca. 6 cm größer als die Springform ausrollen. Damit man der Teig einfacher in die Springform bekommt, vorsichtig auf dem bemehlten Nudelhold aufwickeln und vorsichtig auf der gefetteten Springform ausrollen. Die Seiten vorsichtig andrücken, bzw. in Form drücken damit die Ränder gleichmäßig sind.

Den Boden vom Teig mehrmals mit einer Gabel einstechen. Den Teig für 15 Minuten in den Kühlschrank stellen, damit die Seiten beim Backen nicht zusammenschrumpfen.

In die Form auf den Teig ein Stück Backpapier geben (auch die Seiten sollten geschützt sein) und das Ganze mit Blindbackkugeln füllen. Wer keine Blindbackkugeln hat, weiße (trockene) Bohnen funktionieren auch.

Den Ofen auf 180°C vorheizen und den Boden 10-15 Minuten backen. Backpapier und Blindbackkugeln/Bohnen entfernen und die Backform wieder für ca. 10 Minuten in den Ofen geben, bis der Teig trocken ist und die Ränder leicht golden sind.

Den Quiche-Boden in der Backform lassen und die Füllung zubereiten.

Füllung:

  • 200g Mangold
  • 200g Bacon-Würfel
  • Hickory Rauch Salz & Pfeffer
  • 3 Eier
  • 200g Schmand
  • 80g Sahne
  • 90g Parmesan
  • 1 TL Rosmarin (frisch gehackt)
  • Prise Muskat

Mangold putzen und vom Stil befreien. Die Stiele in dünne Streifen schneiden, die Blätter in etwas gröbere Streifen schneiden.

Eine Pfanne erhitzen und die Mangoldstiele zusammen mit dem Bacon anbraten. Wenn der Bacon anfängt knusprig zu werden und bevor die Stiele anbrennen, die restliche Mangold hinzugeben. Alles kurz verrühren, mit Salz & Pfeffer würzen und vom Herd nehmen.

Eier, Schmand, Sahne, Parmesan und Rosmarin verrühren und mit etwas Muskat würzen.

Den Mangold & Bacon auf den Quiche-Boden Verteilen. Die Eier-Masse darüber gießen.

Bei 200° im vorgeheizten Backofen ca. 30 Minuten backen, bis die Füllung sich gesetzt hat und die Oberfläche goldbraun ist.

Lebenszeichen und Torte

Ist es wirklich schon fast vier Wochen her seit meinem letzten Post? Tatsächlich! Die letzten vier Wochen hatten es auch in sich! Falls Ihr euch fragt was los war, kann ich euch sagen nichts Schlimmes 😀 Ganz im Gegenteil. Okay, die üblichen Faktoren wie Arbeit und Studium (diese Woche die letzten Prüfungen, hoffentlich) haben zwar auch ihren Anteil gefordert, aber das ist ja um diese Zeit nichts Neues. Was wirklich Neues und Einmaliges war die Hochzeit meiner besten Freunde.

Eine kleine Warnung vorweg: dies wird ein ziemlich langer Post…

Letztes Wochenende war es endlich soweit und ich sage euch es war so ein toller, wunderschöner Tag!!! Ich kann es kaum in Worte fassen. Auch nicht, was alles so diese letzten Wochen los war.

Am Tag der Hochzeit war natürlich die Trauung das Highlight des Tages, aber mein ganz persönliches Highlight war, als ich den Beiden die Hochzeitstorte in der Garage des Restaurants präsentierte. Ja, ich hatte die bescheuerte Idee den Beiden mit einer mehrstöckigen Hochzeitstorte zu überraschen. OMG, was habe ich mir dabei nur gedacht. Naja, ganz so schlimm war es eigentlich auch nicht *versuchesrunterzuspielen*. Ich habe ziemlich lange überlegt ob ich es machen sollte oder nicht. Vor allem da der Vater des Bräutigams Konditormeister ist, aber irgendwann dachte ich wieso nicht. Schließlich hatten die beiden keine Torte eingeplant und eine Hochzeitsfeier ohne Torte geht ja mal gar nicht 😉

Nach reiflicher Überlegung und verdeckten Befragung nach den Vorlieben des Brautpaares, stand der grobe Plan fest: zwei Lagen aufgestapelt im Amerikanischen Stil mit einer fruchtigen Füllung. Deko und Optik war noch offen, alles nur kein Fondant- oder Marzipan-Überzug. Aus einem groben Plan wurde ziemlich schnell 2 Etagen Vanille-Kuchen gefüllt mit Erdbeercreme, die bis zum Zusammenbau im Froster verweilten. Da ich mir nicht sicher war, ob die zwei Lagen (15 & 20cm Durchmesser) für 50-60 Gäste ausreichen würden, kam noch eine dritte Lage mit Schokoladenkuchen und Himbeerfüllung dazu.

Eine Woche vor dem Stichtag habe ich das Brautpaar eingeweiht und zum „Cake-Testing“ eingeladen. Die Geschmacksrichtung und Kuchen wurden abgesegnet. Bis zu diesem Zeitpunkt war der „Stresslevel“ im grünen Bereich. Alles gut 😀 Am Tag vor der Hochzeit hatte ich frei, also auch genug Zeit für den geplanten Zusammenbau. Aufgestapelt, sollte allerdings erst Vorort werden, um so ein Gefahrenfaktor (der Transport) auszuschließen. Die Deko stand zwar nicht fest, aber das habe ich sportlich gesehen und habe mich auf eine spontane Eingebung verlassen.

Das erste richtige Problem tauchte 2 Tage vor dem Zusammenbau auf. Meine Bestellung an Cakeboards und Stapelelementen war immer noch nicht angekommen. Ein Anruf bei dem Shop brachte Klarheit. Alles was ich bestellt hatte, war nun doch nicht auf Lager und würde erst NACH der Hochzeit ankommen. *ARRRGGH* Tief durchgeatmet und auf in den nächsten Bastelladen. Dort habe ich mich mit Rundholzer, Fotoschaumstoffpapen, Gewebeband, Klebefolie und Bastel-Holz-Platten eingedeckt. Die Fotopapen hatte ich dann passend zu jeder Lage zugeschnitten und mit Alufolie bezogen. Voila Cakeboards 😉

Handyimpressionen von dem Projekt „Hochzeitstorte“

An dem Tag vor der Hochzeit, nach Erfüllung der letzten Trauzeugen-Vorbereitungspflichten, wurde die Torte mit Tatkräftiger Unterstützung meiner Eltern zusammen gebaut. Die aufgetaute Erdbeer(Butter)creme musste nochmal in die Küchenmaschine aufgerührt werden. Zunächst sah es so aus, als ob sie futsch wäre und ich die nochmal machen müsste, aber sie kam nach einer gefühlten Ewigkeit doch zusammen. YEAH!

Die Deko-Idee kam uns auch ziemlich schnell. In meinem Backfundus hatte ich noch weißen und gelben Fondant und Blümchenausstecher. Perfekt, schließlich sind die Lieblingsblumen der Braut Gänseblümchen. Also während ich spachtelte, stachen meine tapferere Helferlein gefühlte Millionen von mini Blümchen aus. Alle Schichten wurden auf dressiert, mit einer Crumbcoat bestrichen und wieder in den Kühlschrank gestellt. Währenddessen habe ich Unmengen an Buttercreme zusammengerührt. Die drei Kuchenteile habe ich dann mit der Buttercreme grob verspachtelt. Uns gefiel der rustikaler Look so gut, dass ich mir das glatt streichen gespart habe. Aus den gekauften Rundholzern wurden dann noch die Träger-Stäbe gesägt und auch gleich in die unteren Lagen versenkt. Auf den Transportboxplatten transportbereit kamen die drei Teile Übernacht in den leer geräumten Kühlschrank zurück. Vorsorglich wurde auch noch eine „Werkzeug-Tasche“ für den Zusammenbau gepackt.

Das zweite Problem war allerdings die Träger- bzw. Bodenplatte. Das Restaurant konnte mir hier leider nicht mit einer großen Kuchenplatte aushelfen, also wurde aus der Holzplatte, Schaumstoffpape, Folie und Gewebeband eine Bodenplatte (DANKE HEIKO!!) gebastelt.

Zur Feier am Abend brachten meine Eltern die Tortenteile und mein Werkzeug. Über mein Abendkleid habe ich eine Schurze gezogen und in der (Lager)Garage hinterm Restaurant auf Getränke-Kisten die Torte gestapelt, verklebt und die letzten Blümchen zusammen mit meinen Eltern angebracht. Das werde ich glaub ich nie vergessen, wie wir in einer schummerigen Garage in Abendkleidung um diese Torte hockten. Dieser einmalige Augenblick wurde kurzerhand von dem Fotografen Frank Kind festgehalten. Ganz lieben Dank an dieser Stelle an Frank!

Da ich ein bisserl Angst hatte, dass die Torte nicht den kurzen Weg zur Feierlocation überleben wurde, habe ich das Brautpaar kurzer Hand in die Garage geführt. Ich glaube die waren ein bisserl erstaunt was sie dort in der Garage vorfanden und haben sich auch sehr gefreut.

Unter ganz großes Herzklopfen habe ich um Mitternacht die Torte in den Festsaal hereingetragen. Leider war ich danach nicht ganz fähig Fotos zu machen, aber unter den gegebenen Umständen… 😉

So, das war meine Geschichte zu meiner ersten und vorerst letzten Hochzeitstorte. Diese Woche heißt es noch Büffeln, dann ab nächste Woche kann ich endlich wieder meine Leidenschaft frönen und mich ausführlich um mein Blog kümmern.

Die Rezepte…

Vanillekuchen (White Cake gefunden bei Martha Stewart)

Für die Torte habe ich das Rezept 2-mal zubereitet. Das einfach Rezept ergibt zwei Kuchen mit 15cm & 20cm Durchmesser. Diese habe ich dann noch nach dem Abkühlen geteilt.

  • 390g Mehl
  • 1 Pck. Backpulver
  • 1/2 TL Salz
  • 250ml Milch
  • 1 EL Vanilleextrakt
  • 205g Butter (Zimmertemperatur)
  • 200g Zucker
  • 5 Eiweiß (L, Zimmertemperatur)
  1. Die Backformen-Böden mit Backpapier auslegen und diesen mit Butter einfetten. Die Formen mit Mehl bestäuben.
  2. Mehl, Backpulver und Salz in eine Schüssel vermengen.
  3. Milch und Vanilleextrakt in eine Tasse vermischen.
  4. Die Butter in dem Standmixer ca. 3 Minuten cremig schlagen
  5. Zucker stetig und langsam hinzugeben und weiterschlagen bis die Masse hell und fluffig ist.
  6. Die Geschwindigkeit reduzieren und abwechselnd in drei Portionen Mehl- und Milchgemisch hinzufügen. Nach jeder Addition gut verrühren.
  7. In einer weiteren Schüssel das Eiweiß steif schlagen. 1/3 davon unter den Teig rühren, den Rest vorsichtig unterheben.
  8. Den Teig in die vorbereiteten Backformen füllen. Die Formen leicht auf die Arbeitsplatte klopfen und ggf. entstandene Lufttaschen zu entfernen.
  9. Bei 170°C ca. 35-45 Minuten backen, bis zur positiven Stäbchenprobe und die Oberfläche beim leichten andrücken zurück springt.
  10. Ca. 15 Minuten in der Form abkühlen lassen, dann auf einem Kuchengitter stürzen und das Backpapier entfernen. Nochmal umdrehen und vollständig abkühlen lassen.

Erdbeerbuttercreme (Adaptiert von Lick The Bowl Good)

Diese Buttercreme ist zwar mächtig, aber im Gegensatz zur deutschen Buttercreme schmeckt sie ziemlich leicht. Für die Torte habe ich das folgende Rezept 2-mal zubereitet. Etwas davon ist auch übriggeblieben.

  • 450g Butter
  • 112g Frischkäse
  • 275g Zucker
  • 80g Wasser
  • 5 Eiweiß (L)
  • 1/8 TL Cream of Tartar
  • 1 EL Vanillepaste
  • 150g Erdbeerpüree (gesiebt, aus ca. 250g Erdbeeren)
  1. Butter und Frischkäse cremig schlagen und an einem kühlen Ort zur Seite stellen.
  2. Eiweiß mit Cream of Tartar im Standmixer auf mittlere Geschwindigkeit schaumig schlagen
  3. Zucker und Wasser in einem Topf geben und auf mittlere Hitze, unter Rühren den Zucker auflösen. Ohne rühren den Sirup auf 118°C erhitzen.
  4. Kurz vor Erreichen der Temperatur, die Geschwindigkeit vom Standmixer erhöhen und das Eiweiß Steif schlagen bis sich weiche Spitzen bilden.
  5. Den heißen Sirup langsam in einem Strahl (über die Seiten der Rührschüssel) zu dem Eiweiß hinzufügen während die Maschine weiterschlägt.
  6. Die Maschine ca. 3-5 Minuten weiterschlagen lassen, bis sich die Masse abgekühlt hat. Die sollte ca. Handwarm sein.
  7. Die Geschwindigkeit reduzieren und Löffelweise die Butter/Frischkäse hinzufügen. Wenn die Masse aussieht als würde sie nicht zusammen kommen. WEITER RÜHREN!
  8. Zum Schluss die Vanillepaste und dann nach und nach das Erdbeerpüree hinzufügen.
  9. Es kann passieren, dass die Buttercreme wieder aussieht, als würde sie sich trennen. WEITER RÜHREN!!!
  10. Bis zur Verwendung kühl stellen. Wenn man Sie einfriert, bei Zimmertemperatur auftauen lassen und kurz in dem Standmixer aufschlagen.

Schokoladenkuchen (gefunden bei Smittens Kitchen)

Okay, jetzt habe ich hier ein kleines Gedächtnis-Problem. Auf meinem Schmierzettel stehen zwei verschiedene Mengenangaben. Zum einen die unteren, zum anderen diese Mengen mal 3. Ich kann mich echt nicht mehr erinnern, ob ich die unten stehende Menge zwei-mal gebacken habe oder die original Mengen von Smittens Kitchen 2-mal gebacken habe. Herausgekommen ist jedenfalls 2x 25cm = 4 Lagen… Leider habe ich beim Teilen einer Portion mich völlig verschnitten, somit hatte die letzte Torten-Schicht nur 3 Lagen.

  • 133g Mehl
  • 83g Zucker
  • 42g Kakao
  • 1 TL Natron
  • 120g Buttermilch
  • 122g Butter
  • 1/4 TL Salz
  • 1 Ei (L)
  • 120ml Kaffee (Zimmertemperatur)
  1. In der Schüssel vom Standmixer Mehl, Zucker, Kakao, Natron und Salz mischen.
  2. Butter und Buttermilch hinzufügen und unter niedrige Geschwindigkeit gut vermischen. Die Geschwindigkeit erhöhen und 2-3 Minuten rühren bis die Masse leicht und fluffig ist.
  3. Ei und Kaffee zusammen verquirlen und in drei Portionen hinzufügen. Nach jeder Beigabe gut verrühren lassen.
  4. Bei 170°C ca. 40 Minuten bzw. bis zur positiven Stäbchenprobe backen lassen. Kurz in der Form abkühlen lassen, dann auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen.

Himbeercurd (Adaptiert aus meinem Curd-Vergleich) Ausreichend für 2 Lagen

  • 150g feinster Zucker
  • 350g Himbeerpüree (aus ca. 500g TK-Himbeeren, gesiebt)
  • 5 Eigelb (L)
  • 2 (Voll)Eier (L)
  • 150g kalte Butter
  1. Zucker mit dem Himbeerpüree erhitzen bis der Zucker sich aufgelöst hat.
  2. Das Eigelb und Vollei in einer (Metall)Schüssel schaumig schlagen.
  3. Die Himbeeren langsam hinzufügen und gut unterrühren.
  4. Die Schüssel auf einem Topf mit köchelndem Wasser stellen und unter Rühren eindicken lassen.
  5. Die Schüssel vom Topf nehmen und die kalte Butter Stückchenweise unterrühren. Beachte: der Curd dickt beim Abkühlen weiter nach.

Buttercreme (Überzug) 2x das Rezept vom Schachbrettkuchen.

  • 5 Eiweiß
  • 200g feinster Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 342g weiche Butter
  1. In der Schüssel vom Standmixer Eiweiß und Zucker mischen. Dann über einem Wasserbad mit einem Schneebesen weiter rühren bis der Zucker sich vollständig aufgelöst hat und die Zuckereimasse handwarm ist. Habt Ihr Bedenken wegen ungekochtes Eiweiß, die Masse auf 72°C erhitzen.
  2. Die Zuckereimasse mit dem Standmixer (Schneebesenaufsatz) so lange auf hoher Geschwindigkeit schlagen, bis sich das Volumen vervierfacht hat und die Masse sich abgekühlt hat.
  3. Die weiche Butter Esslöffelweise hinzufügen.
  4. Sieht es aus als wenn die Buttercreme sich trennt, einfach weiterschlagen, die kommt dann nach ein paar Minuten wieder zusammen.

In dieser Hochzeitstorte wurde insgesamt über 2,4 KG Butter,  35 Eier und 1,6 KG Zucker verarbeitet. Man mag sich die Menge an Kalorien kaum aus malen 😉

Mamas Käsekuchen

Ich habe Lust auf Käsekuchen, keinen Cheesecake, sondern auf den Käsekuchen den meine Mama immer macht. Leider wohnt meine Ma 400km weit weg, also muss ich den selber backen. Also Mama angerufen und nach den Zutaten (ich stand gerad im Supermarkt) und Rezept gefragt. Dann meinte sie ich sollte mal googlen „ich nimmer jetzt immer das Rezept von Biolek, aber tu etwas Zitronenabrieb ran“. Okaaay… *hrumpf*. Na gut dann gibt’s my take on Mamas Biolek Käsekuchen 😉

Kaesekuchen mit Blaubeeren

Käsekuchen ohne Boden (Adaptiert von Alfred Biolek) für 18cm Springform

Zutaten:

  • 80g Butter (Zimmertemperatur)
  • 2 Eier
  • 400g Magerquark
  • 120g Zucker
  • 45g Speisestärke
  • 1 TL Vanillepaste
  • ½ TL Backpulver
  • Abrieb ½ Zitrone
  • Größe Handvoll Blaubeeren
  1. Den Backofen auf 180°C vorheizen. Eine 18er Springform mit Backpapier auslegen.
  2. Die Eier trennen und das Eiweiß steif schlagen.
  3. Eigelb, Butter, Quark, Zucker, Speisestärke, Vanillepaste und Backpulver in eine Schüssel gut verrühren.
  4. Den Eischnee vorsichtig unterheben.
  5. Die Hälfte vom Teig gleichmäßig in die Form verteilen. Auf den Teig die Blaubeeren verteilen, dabei den Rand frei lassen und den restlichen Teig darüber geben.
  6. Im Backofen ca. 1 Stunde backen und in der Form auskühlen lassen.

Optisch erinnerte der Käsekuchen mich ziemlich an so einen Chinesischen Faltenhund. Ich habe die Backform aus Reflex eingefettet und vermute das ist die Ursache für entstehenden die „Röllchen“ war. Dieser Käsekuchen hatte aber eine unwiderstehliche Innere- Schönheit. Locker fluffig cremig lecker!!! Die Blaubeeren passten auch ganz wunderbar. Wer keine Blaubeeren hat, kann z.B. auch Kirschen oder wie Biolek Aprikosen nehmen.

Flammkuchen mit Kürbis

Es ist Spätsommer und das bedeutet Land auf Land ab finden Vielerorts die Weinfeste statt. Ich mag diese Zeit, mit etwas Wehmut wird der Sommer verabschiedet, aber dafür wird man mit Neuen Wein und neues saisonales Gemüse belohnt. Ich habe zwar keine Ahnung von Wein, aber freue mich immer jedes Jahr auf Federweißen oder Federroten. Und was schmeckt besser dazu als Flammkuchen? Flammkuchen mit dem eigenen Gemüse 🙂

Der klassische Flammkuchen ist ein dünner Hefe-Teig belegt mit Zwiebeln und Speck auf einer Sauerrahmcreme. Ich mag den Klassiker auch, aber mir war einfach nicht nach Zwiebeln. Diese Woche habe ich meine ersten (und einzigen 😦 ) Hokkaido Kürbisse geerntet und fand Kürbis passt doch auch ganz gut auf Flammkuchen. Das Rezept ist ausgelegt für ein Backblech und man bekommt damit auch drei Kerle und zwei Mädels satt. Ich fands wirklich sehr lecker und die Meute war auch ganz happy 😉

flammkuchen

Kürbis-Lauch-Flammkuchen für 4-6 Personen

  • 400g Mehl
  • 1 Pck. Trockenhefe
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Zucker
  • 225ml lauwarmes Wasser

Die trockenen Zutaten gut mischen. Das Wasser hinzugeben und zu einem Teig verkneten. In eine leicht gefettete Schüssel geben und abgedeckt 30 Minuten gehen lassen.

Auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche den Teig nochmal kurz durchkneten und auf Backblechgröße ausrollen. Den Teig auf dem mit Backpapier ausgelegten Backblech legen. Oder gleich auf dem Backblech aus rollen 😉

  • 100g Schmand
  • 150g Frischkäse
  • Ca. 200g Hokkaido entkernt
  • 4-5 Radieschen
  • 80g Lauch, geputzt
  • 50g gewürfelten (Roh)Schinken
  • Ca. 75-100g in Kräuteröl eingelegten Feta*

Schmand und Frischkäse gut vermischen und den Teig damit bestreichen. Es kann sein dass etwas vom Schmand-Frischkäse übrig bleibt, einfach auf dem Tisch mit zum fertigen Flammkuchen stellen.

Den entkernten Hokkaido in ca. ½ cm (gleichmäßig) dünne Streifen schneiden. Die Radieschen putzen und ebenfalls in Scheiben schneiden. Den geputzten Lauch in Ringe schneiden.  Den Teig mit dem Hokkaido, Radieschen, Lauch und Schinken belegen, den Feta darüber zerkrümeln und mit etwas Salz und Pfeffer würzen.

Im vorgeheizten Ofen bei 220°C (Ober-/Unterhitze) ca. 20 Minuten backen.

Zusammen mit Federweißen an die hungrige Meute verfüttern 😉

*Feta kann man auch super selbst einlegen. 20g Kräuter (z.B. Rosmarin, Thymian, Schnittlauch, Basilikum) feinhacken und 3-4 grob gewürfelter Knoblauchzehen zusammen mit 400ml Olivenöl in einem Topf geben und auf niedrige Hitze auf 80°C (Thermometer verwenden) erhitzen und vollständig abkühlen lassen. 1 Pck. Feta grob würfeln und abwechseln mit dem Kräuteröl in einem (sterilisiertes) Schraubglas füllen. 1-2 Tage ziehen lassen.

Angel Cake und Passionsfrucht Curd

Vor ein paar Wochen habe ich Passionsfrüchte im Angebot gesehen und habe sofort zugeschlagen, denn so oft laufen diese frischen Früchtchen mir nicht über den weg. Außerdem konnte ich dann wieder eine ordentliche Menge an Orangen-Maracuja-Sirup fabrizieren. Tja, manchmal kommt es anders als man plant.  Kennst du das Tupper-Problem? Ein Haufen Schüssel/Dosen und keine passende Deckel? So ähnlich geht es bei mir mit meinen Fläschen. Entweder sind die Flaschen „besetzt“ oder ich find zum verrecken die Deckel nicht mehr. Also wurde aus dem Sirup nichts und habe mich kurzfristig zugunsten des Passionsfrucht Curd um entschieden.

Schon war das nächste Problem am Start. Was mache ich mit dem ganzen Eiweiß? Eine Lösung wäre ein Voll-Ei Curd oder eine Voll-Ei-Eigelb-Mischform gewesen, aber da fiel mir was Besseres ein. Kuchen!  Dieser Sagen umwobener Amerikanischer Kuchen der eigentlich fast nur aus Eiweiß besteht. Für diesen Angel Food Cake gibt es auch spezielle Backformen und manche sagen es klappt nur mit diesen Backformen, ansonsten fällt er zusammen und hat dann die Konsistenz einer Gummisohle. Nun gut, in meinem Backformensortiment ist so was noch nicht eingezogen, aber der Abstand vom Rand zur Mitte entspricht ungefähr dem Durchmesser meiner großen Muffin-Form. Okay, Rezept gesucht, Zutaten zurecht gestellt und wenn’s nichts wird, konnte ich trotzdem wieder was von meiner Backliste streichen.

Wie Du am Bild sehen kannst, sind sie sehr wohl (auch ohne Spezial-Form) ganz gut geworden. Die Mini Angel Food Cakes haben nicht die typische Muffin Form, da ich meine neue Mini-Törtchen-Förmchen (8cm Ø) eingeweiht habe 😉

Passionsfrucht Curd als Topping draufgeschmiert und schon konnten diese Küchlein vernascht werden. Der Kuchen ist wirklich was ganz anderes. Irgendwie wie Schokokuss als Kuchen. Der Testesser war begeistert, auch ohne Curd.  Ich fand es sagen wir mal Interessant, aber Begeisterungsstürme oder eine übermäßige Speichelproduktion hat es bei mir nicht ausgelöst. Versteh mich nicht falsch, er war wirklich lecker, aber ich steh einfach mehr auf Schokokuchen 😉

Angel Food Cake (9 x 8cm Ø Kuchen)

  • 150g Zucker
  • 80g Mehl
  • 6 Eiweiß (Zimmertemperatur)
  • ½ TL warmes Wasser
  • ¼ TL Salz
  • ½ TL „Cream of tartar“ (oder Weinstein-Backpulver)
  • ½ TL Vanille Extract
  1. Die Hälfte vom Zucker (75g) mit dem Mehl 3 mal sieben.
  2. Eiweiß mit dem Wasser auf niedrige Geschwindigkeit schaumig schlagen.  Am einfachsten ist man verwendet einen Standmixer, aber einen Handmixer geht auch.
  3. Salz, Cream of Tartar und Vanille Extrakt hinzufügen und auf höchste Geschwindigkeit schlagen bis sich weiche Spitzen bilden. Der Eischnee sollte noch nicht 100% steif sein.
  4. Dann Esslöffelweise den restlichen Zucker hinzugeben, nach jeder Zugabe gut vermischen lassen. Den Eischnee so lange schlagen bis die Masse fest und glänzend wird. Die Masse sollte wie eine Meringue aussehen.
  5. Mehl-Zucker nach und nach (ca. in 6 Portionen) vorsichtig unter die Eiweiß-Masse heben.
  6. Den Teig in einem Spritzbeutel geben und die (ungefettete) Törtchen/Muffinform zur Hälfte max. 2/3 füllen. Vorsichtig mit einem Zahnstocher durch die gefüllten Förmchen gehen und ggf. entstandene Luftblasen zu entfernen.
  7. Im vorgeheizten Ofen bei 160°C ca. 25-30 Minuten backen. Die Küchlein sind fertig wenn sie leicht goldbraun sind. Der Teig sollte zurück springen wenn man ihn leicht eindrückt.
  8. Aus dem Ofen nehmen und auf dem Kopf gestellt auf einem Kuchengitter oder umgedrehte Wassergläser balancieren und 1 Std. auskühlen lassen.
  9. Die Küchlein vorsichtig mit einem Messer aus der Form lösen.
  10. Passionsfrucht Curd auf die Küchlein streichen, Kaffee in die Lieblings-Tasse gießen und genießen.

Rezept gefunden bei Delish.com

Auseinanderzieh-Brot

Heute kann ich etwas von meiner „Nachkoch-Liste“ streichen: Pull-Apart Bread. Bei Pinterest geistert dieses Brot schon ewig rum, mal in der süßen Variante mit Limette oder Zimt, mal in der Herzhaften Form mit Knoblauch, Kräuter und/oder Parmesan. In den deutschen Koch- und Backzeitschriften (siehe Lecker Bakery) ist dieses Schichten Gebäck es auch schon angekommen. Die süße Variante hat mich zwar auch angesprochen, aber aufgrund der aktuellen Grill-Hochsaison, habe ich mich für die herzhafte Variante mit Kräutern und Knoblauch entschieden.

pull apart bread

Brot backen kommt bei mir nicht so oft vor. Es dauert mir einfach oft zu lange und das Ergebnis ist meist so lala. Zu dem esse ich zuhause kaum Brot und wenn dann meistens Toastbrot. Dieses Pull Apart Bread ist wie die Engländer sagen würden „right up my alley“ so in etwa „genau mein Geschmack“ es ist fluffig, weich und voller Geschmack. Das Brot würde ich allerdings nicht am Tag vor einem wichtigen Meeting essen oder wenn man noch auf einer Feier will 😉 Wer will kann die Scheiben vorm Backen auch noch mit Parmesan bestreuen.

Kräuter-Knoblauch Auseinanderzieh-Brot für 20x11cm Kastenform (Adaptiert von Baked by Rachel)

  • 500g Mehl (812er)
  • 1 PK trocken Hefe
  • 1 EL Zucker
  • 1 1/4 TL Salz
  • 1 TL frischer Thymianblätter
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 EL Olivenöl
  • 2 EL Milch
  • 240ml lauwarmes Wasser
  • 5 g frische Basilikumblätter
  • 4 Knoblauchzehen
  • 2 EL Olivenöl

In der Schussel vom Standmixer Mehl, Hefe, Zucker, Salz, Thymian und 2 Knoblauchzehen gepresst vermengen. Mit dem Knethakenaufsatz unter rühren auf geringster Stufe Öl und Milch unterrühren. Langsam nach und nach das Wasser hinzugeben. Den Teig aus der Schüssel nehmen und auf der bemehlten Arbeitsfläche durchkneten. Sollte der Teig zu nass sein, noch etwas Mehl hineinkneten. Den Teig in einer leicht gefetteten Schüssel, abgedeckt gehen lassen bis sich das Volumen verdoppelt.

Die Basilikumblätter mit dem restlichen Knoblauch und Olivenöl in einem Blitzhacker zerkleinern. Den Teig aus der Schussel nehmen und zu einem 60x40cm Rechteck ausrollen. Den Teig mit den Pesto gleichmäßig bestreichen. Den Teig in 24 Quadrate teilen. Die Quadrate aufeinander Stapeln und in der leicht gefetteten Kastenbackform schichten. Bei der ersten und letzten Scheibe sollte die Bestrichene Seite nach innen zeigen. Das Brot 30-60 Minuten abgedeckt gehen lassen.

Den Backofen auf 175°C vorheizen und das Brot ca. 25-30 Minute backen. Sollte es vor Ablauf der Zeit zu dunkel werden, mit etwas Alufolie abdecken.