Schoko, Erdnuss und Karamel

Soll man eigentlich ein Blog-Post mit einer Entschuldigung beginnen? Und Besserung geloben?Nun ja, ich hab schon länger nichts gepostet und den September einfach ganz ausgelassen, aber hey es ist mein Blog und ich werde dafür ja auch nicht bezahlt, jede Woche oder regelmäßig etwas zu schreiben, oder? Mir hat das Kochen und darüber zu Bloggen seit Januar sehr viel Spaß gemacht, aber in letzter Zeit war mir einfach nicht danach. Es ist ja nicht so, dass man einfach was kocht, knipst und schnell ein paar Wörter dazu nieder schreibt, bloggen ist ein Hobby, welches Zeit und Motivation kostet und vor allem nicht in Arbeit ausarten soll. Zumindest sollte man nicht das Gefühl haben, das es Arbeit ist, oder? Manchmal will man einfach nur lecker kochen und es (noch heiß) genießen. Ehrlich gesagt, weiß ich ja noch nicht mal ob irgendwer hier regelmäßig liest, oder ob die alle nur wegen dem Regenbogen-Kuchen vorbei schauen. Wenn Ihr die Rezepte mögt, oder auch nicht oder oder… „show some love“ 😉 auf englisch klingt das einfach schöner. Genug lamentiert, ich koche wieder und werde auch wieder Bloggen und wenn ich ehrlich bin habe ich es schon etwas vermisst.

Vor einiger Zeit habe ich euch von eine liebe Kommilitonin erzählt, die geheiratet hatte. Ich habe für die Braut ein kleines Päckchen mit Homemade Snickers und Schoko-Likör geschnürt und geschickt. Was ich nicht wüsste, das das Brautpaar eine ganz besondere Beziehung zu Snickers hatte und sich tierisch über die hausgemachten Riegel gefreut haben. Die liebe Kommilitonin heißt Nina und die habe ich sehr ins Herz geschlossen nicht nur weil Sie mir im Studium zuseiten steht, sondern auch für die langen und kurzen ICQ-Chats. Danke Nina :).   Vergangenes Wochenende haben wir uns in Duisburg zur Präsentation unserer Projekte wieder gesehen, und ich konnte es mir nicht nehmen Ihr auch ein kleines (gebackenes) Dankeschön mitzubringen. Bei Pinterest (wo auch sonst) habe ich ein tolles Bild gesehen, von einem Schickers Cupcake. Perfekt dachte ich.

Das Rezept von „Homemade by Holman“ ist super, nun bis auf die Tatsache, dass es in Cups gemessen wird, für ca. 30 Cupcakes ausreicht und viel zu viel Zucker enthält, als der deutsche Gaumen gewöhnt ist.Bei amerikanischen Kuchen oder Cupcake Rezepte reduziere ich immer den Zuckergehalt. Ich habe mich schon immer gefragt, wieso die Amis immer viel Zucker verwenden. Irgendwo habe ich mal gelesen, das die Amerikaner wenn Sie Kuchen essen eigentlich immer nur 1 Stück essen und nicht wie wir gern 1, 2 oder mehr Stücke uns gönnen. Ist eigentlich eine gute Erklärung für den hohen Zuckergehalt, oder?

Zurück zum Cupcake-Rezept. Der Kuchenteil ist eine Schoko-Kuchen und das Topping (also die Creme oben drauf) ist eine Karamell-Buttercreme. Mir fehlten bei dieser Komposition etwas wesentliches – die Erdnüsse. Also suchte ich mir ein Rezept für ein Topping mit Erdnussbutter. Gefunden hatte ich es bei Allreciepies.com. Eine Mischung aus Butter, Erdnussbutter und Puderzucker. Die Menge im Rezept reicht locker für 1 großen Kuchen, oder 30-50 Cupcakes, also habe ich den Rest eingefroren.

Der Kuchenteig ist wirklich toll, schokoladig, fluffig aber nicht trocken… mmh lecker. Leider habe ich keine Eier mehr sonst würde ich jetzt noch ein Batzen in der Küche anrühren. Das Rezept ist definitiv Merkenswert.

Leider habe ich meine Speicherkarte für meine gute Cam verlegt, also d.h. gibt es leider nicht so gute Fotos 😉 Außerdem hab ich die sündigen Kleinteile schnell verpackt, damit ich nicht über alle herfalle 😉

Schoko-Basis für 12 Snickers Cupcakes

  • 150g Zucker
  • 100g Mehl
  • 45g Kakao
  • 3/4 TL Backpulver
  • 3/4 TL Natron
  • 1/4 TL Salz
  • 1 Ei
  • 110ml Milch
  • 55ml Öl
  • 1 TL Vanille Extrakt
  • 110ml kochendes Wasser

Zucker, Mehl, Kakao, Backpulver, Natron und Salz in eine Schüssel mischen. Das Ei, Milch, Öl und Vanille Extrakt hinzugeben  und mischen, dann auf höchster stufe und ca. 2-3 Minuten weiter rühren. Das Wasser unterrühren. Der Teig wird sehr flüssig sein. Die Muffinförmchen ca. 3/4 füllen. Bei 180°C ca. 22 Minuten backen. Mit der Zahnstocherprobe nachschauen ob der Teig „durch“ ist. Vollkommen abkühlen lassen, bevor man das Topping darauf verteilt.

Erdnussbutter-Topping (Achtung: sehr große Menge)

  • 115g Butter (Zimmertemperatur)
  • 250g Erdnussbutter
  • 250g Puderzucker
  • 3-4 EL lauwarme Milch

Die weiche Butter mit der Erdnussbutter mischen. Nach und nach den Puderzucker unter arbeiten. Die Erdnussbutterkrümmel werden durch die Beigabe der Milch schön cremig. Im Zusammenspiel mit dem Kuchen und Karamell ist es wirklich super, aber es ist nicht das Beste, da muss ich noch mal etwas experimentieren.

Die Masse in eine Spritztüte füllen und die Küchlein dekorieren. Zum Schluss etwas Karamellsauce auf das Topping geben und evtl. mit klein geschnittene Snickers dekorieren.

Schoko Erdbeer Cupcakes

Wieder ein Geburtstag und diesmal gibt es Cupcakes. Mit Muffins und Cupcakes ist das so ne Sache… meistens ist ein fluffig leichter teig das non plus Ultra, aber bei Schokomuffins sehe ich das etwas anders. Ich hab lieber eine leicht an Brownies erinnernde Konsistenz und ich meine nicht diese furz-trockenen wie viele Deutsche die machen, sondern die klitschigen, saftigen mit intensivem Schoki-Geschmack. Wollte ich ein feinkrümeligen leichten Kuchen, würde ich ein sand- oder Marmorkuchen backen.

Diese Cupcakes kann man auch gut und gerne auch als Muffins (also ohne Topping) servieren. Die schmecken auch am nächsten Tag wunderbar saftig, schokoladig.

Ich hab diesmal wieder Klebreismehl (glutinous rice flour erhältlich im Asialaden) verwendet, weil im Eifer des Gefechtes hab ich vergessen, dass ich doch Mehl gekauft hatte. Wie das Ergebnis wird wenn man normales Mehl nimmt, muss ich noch ausprobieren, aber ich denke genauso gut. Außerdem enthält Klebreismehl trotz dem englischen Namen kein Gluten, also auch für diejenigen die unter eine Gluten Unverträglichkeit oder Allergie leiden geeignet.

Das Topping-Rezept stammte aus einer Notheraus. Am liebsten verwende ich Cream-Cheese-Toppings, also mit Frischkäse, aber ich hatte keins im Haus. Also kurzerhand den feuchten Quark den ich im Kühlschrank hatte im Käsetuch entwässert bzw. ausgepresst. Geschmacklich habe ich den Quark mit Erdbeer-Fruchtpulver erweitert…mmmh schleck. Erdbeerfrucht-Pulver bekommt ihr z.B. bei Madavanilla. Die haben auch supertolle Vanilleshoten, besser als die die man im örtlichen Supermarkt bekommt.

Topping für 12 Cupcakes

  • 500g Quark, gepresst ergibt ca. 300g
  • 120g Puderzucker
  • 4 TL Erdbeerfrucht-Pulver

Den Quark mit Hilfe eines Käse- oder Geschirrtuches entwässern und in eine Schüssel geben. Den Puderzucker darüber sieben und ebenfalls das Erdbeerfrucht-Pulver in die Schüssel geben. Alles gut durchmischen und zu einer glatten Creme rühren. Bis zur Verwendung in den Kühlschrank stellen.

Die Creme sollte eine feste aber dennoch cremige Konsistenz haben. Ist die Creme zu flüssig mehr Puderzucker hinzufügen, aber dann wird es auch entsprechend süßer, daher am Anfang den Quark gut auspressen. Hat man kein Frucht-Pulver zur Hand kann man natürlich auch auf andere Aromen oder Extrakte zurückgreifen.

Wie gesagt habe ich folgendes Rezept mit Klebreismehl zubereitet, aber „normales“ Mehl sollte auch funktionieren 🙂 Das Rezept stammt übrigens aus dem „The Confetti Cakes Cookbook„. Du möchtest lieber ein Schoko-Kuchen backen, kein Problem verdoppelt einfach die untenstehenden Mengenangaben. Die Backzeit verlängert sich dann natürlich auch, auf ca. 1 Std oder bis zur positiven Zahnstocherprobe.

Ergibt 12 Schoko-Cupcakes

  • 170g (Klebreis)Mehl
  • 60g Kakao (beste Sorte)
  • 1 TL Backpulver
  • 1/2 TL Natron
  • 1/2 TL Salz
  • 115g Quark (magerstufe)
  • 1/4 – 1/2 Ampulle Bittermandel-Aroma
  • 1/2 – 1 TL Vanille Extrakt
  • 115g Butter (Zimmertemperatur)
  • 200g Zucker
  • 140ml starker Kaffee

Ofen auf 180°C vorheizen und Muffinform schon mal mit Förmchen auskleiden.

In eine großen Schüssel Mehl, Kakao, Backpulver, Natron und Salz gut vermischen und zur Seite stellen.

In einer anderen Schüssel den Quark mit dem Bittermandel-Aroma und Vanille Extrakt vermischen. Besser zuerst etwas weniger Aroma verwenden und die Menge ggf. erhöhen.

In den Standrührer-Schüssel die Butter und den Zucker geben und mit dem Paddel auf mittle-hoher Geschwindigkeit cremig rühren. Hat man kein Standrührer kann man auch natürlich ein Handrührer verwenden.

Die Geschwindigkeit auf die niedrigste Stufe runterschalten und das Ei hinzufügen. Wenn sich alles gut vermischt hat, abwechselnd den Mehl-Kakao-Gemisch und Quark unter rühren. Ab und zu die Seiten der Schüssel abstreifen, bis alles gut gemischt ist. Langsam und gleichmäßig den erkalteten Kaffee hinzu gießen und zu einem glatten Teig rühren.

Den Teig auf die Muffin Förmchen verteilen, dabei etwas Platz zum Rand lassen und für ca. 25 Minuten backen. Aus dem Ofen herausnehmen ca. 5 Minuten in der Form und dann auf einem Kuchengitter völlig abkühlen lassen.

Vor dem servieren mit dem Erdbeer-Quark und evtl. etwas Kakao-Pulver garnieren.

Viel Spaß beim Nachbacken.

Kuchen in Farbe und Bunt

Mein bester Freund hatte diese Woche Geburtstag. Vor einiger Zeit hatte ich ihn ein Geburtstagskuchen versprochen, nicht irgendeinen, sondern DEN Rainbow Cake. Dieser Kuchen ist auf Pinterest immer wieder der Renner und stand schon lange auf meiner „Nachback-Liste“. Seit dieses Wochenende kann ich sagen „Mission accomplished“ :). Eine Warnung vorweg…dieser Kuchen ist definitiv nichts für die „Schlanke Linie“, es enthält viieeeel, sehr viel Butter!!! und es braucht etwas Zeit. Also wenn Ihr euch der Rainbow-Challenge stellen wollt, dann nimmt euch min 4 (besser 5) Std. Zeit, vor allem wenn man wie ich nur eine Spring- bzw. Backform hat. Oder fragt in euren Freundes-/Bekanntenkreis nach Backformen.

Das Rezept für den „Super Epic Rainbow Cake“ stammt von Whisk Kid, auch einer der Foodblogs die ich regelmäßig lese. Als Kaitlin (aka Whisk Kid) 2009 über ihr Rainbowcake bloggte war sie ein Blogger Newbe und hätte sich nicht träumen lassen wie der Kuchen einschlug, geschweigen denn dass es fast ein halbes Jahr später eine Einladung in die Sendung von Martha Stewart nach sich ziehen würde. Da kann man nur sagen: Respekt!

Der Kuchen an sich ist nicht besonders schwer und mit den richtigen Lebensmittelfarben (z.B. Gelfarben von Milton) bekommt man auch super Farbergebnisse. Wie gesagt braucht der Teig part viel Zeit wenn man nur 1 Backform hat, denn die einzelnen Farben müssen auch separat (je 15 Min.) gebacken werden und in der Form (ca. 10 Min.) abkühlen. Das macht summa summarum 2,5 Std nur fürs Backen & Abkühlen.

Die Füllung & Frosting von Whisk Kid ist eine Swiss Meringue Buttercreme hierzulande auch Italienische Buttercreme genannt. Mit dieser „gekochten Buttercreme“ hatte ich so meine Probleme, sie wurde nach der Zugabe der Butter einfach nicht fest. Nach einer halben Stunde im Kühlschrank und unter der Zugabe von noch mehr Butter, sowie Puderzucker wurde sie endlich streichfest. Nach dieser Modifikation reichte die Menge auch aus für die Füllung und Guss.

Ich bin ja nicht so der Kuchenstreich Weltmeister, um die Glasur bzw. die Äußereschicht so glatt hinzubekommen habe ich nicht die Geduld. Also noch ein gute Portion Zuckerkonfetti auf den Kuchen drauf, um auch von den Bunten Kuchenkrümeln ab zu lenken und fertig ist die Geburtstagstorte 😀 Ich weiß eine vernünftige Crumbcoat und eine frische Portion Guss hätte das verhindert, aber nach gefühlten Stunden in der Küche war ich zu ungeduldig den Küchen noch so lange zu Kühlen (Gefrierfach war auch voll)  bis es fest ist und auf eine erneute Runde quirlen und mischen hatte ich ebenso wenig Lust. Schließlich wollte der Kuchen ja auch noch gegessen werden und zwar nicht als Mitternachtssnack. Dem Geburtstagskind und Mit-Kuchen-Esser sind die bunten Krümel im Guss nicht aufgefallen und werden es auch nie erfahren, außer die lesen jetzt das hier 😉

Amerikanische Kuchen und Torten Rezepte tendieren für den europäischen Geschmack doch sehr süß zu sein, also habe ich bei dem Teig die Zuckermenge reduziert zwar nur minimal (ca. 60g weniger) aber es war dann genau richtig. Die Buttercreme andererseits war schon sehr süß, aber da ich Unmengen von Zitronenkonzentrat (aus der Gelben Flasche) reingegeben habe, hat das die Süße etwas ausgeglichen. Ich würde Lügen wenn ich sagen würde der Kuchen ist nicht Süß, aber er war nicht zu süß, genau richtig. Allerdings durch die ganze Creme und besonders Butter ist die Torte sehr mächtig. Mein Kuchenstück habe ich in 2 Etappen gegessen. Diese kleine Torte (22 cm ø) reicht min. für 12 Portionen, wenn nicht sogar für 14. Also nicht so große Stücke abschneiden

Rezept von Whisk Kid

  • 226 g Butter, Zimmertemp.
  • 400g Zucker
  • 5 Eiweiß, Zimmertemp.
  • 2 TL Vanille-Extrakt
  • 375 g Mehl
  • 4 TL Backpulver
  • ½TL Salz
  • 350 ml Milch, Zimmertemp.
  • 6 versch. Lebensmittelfarben (z.B. Gelfarben von Wilton) Flüssig Farbe wird nicht knallig genug!

Ofen auf 180°C vorheizen und die Backform(en) fetten und auskleiden.
Mehl, Backpulver und Salz gut vermengen und zur Seite stellen. Butter mit dem Zucker cremig rühren und die Eiweiße nach und nach hinzufügen. Den Vanilleextrakt hinzugeben und rühren bis eine einheitliche Masse entsteht. Milch und Mehl abwechseln in zwei Teile hinzufügen. Alles gut verrühren. Wenn man keine Oberarme wie Conan der Barbar hat (oder bekommen will), würde ich ein Standmixer empfehlen, aber der elek. Handrührer tut es auch.

Den Teig gelichmäßig auf 6 Schüsseln aufteilen. Hierfür am besten den Teig wiegen und durch 6 Teilen, nicht zu vergessen das Gewicht der Schüssel vorher abzuziehen. Nun den Teig einfärben. Der gebackene Teig wird genauso Farbintensiv wie der ungebackene Teig sein, also am besten etwas Farbgel nach und nach bis zur gewünschten Farbintensität hinzufügen.

Den Teig in die Spring-/Backform (22 cm ø) geben und für 15 Min backen. Nach dem Backen die Teigplatten für ca. 10 Min in der Form auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. Dann aus der Form entfernen, umdrehen und im Kühlschrank zum Abkühlen deponieren, bis man sich an den Zusammenbau macht.

Die Swiss Meringue Buttercreme habe ich auch nach dem Rezept von Whisk Kid gemacht, aber bei mir wollte es nicht ganz so funktionieren. Da ich auch eine etwas wilde Rettungsaktion gestartet hatte, habe ich natürlich nicht die Menge Puderzucker, Butter und Zitronenkonzentrat abgewogen. Jetzt fällt mir auch auf, dass es bei den Grammangaben kleine Unterschiede zwischen „Webseite“ und „Druckversion“ gibt. Wenn Ihr Amerikanische Cupmessbescher habt, verwendet diese und vielleicht klappt es besser als bei mir. Oder verwendet doch gleich eine ganz andere Füllung 😀

Wer sich jetzt an den Super Epic Rainbow Cake ran wagen will, HIER gibt es das Rezept und HIER auch eine schöne Bebildere Anleitung für die „gekochte“ Buttercreme.

Ich wünsch euch einen schönen Feierabend…

EDIT NACHTRAG 01.06.

Miss Blueberrymuffin sucht Rezepte unter dem Motto „Süß, lecker und ein bisschen zu bunt!„. Da ist diese Torte doch prädestiniert um dort mitzumachen, oder?

Wenn Ihr auch auf Süßes und Buntes seht, schaut bei Miss Blueberrymuffin’s Kitchen vorbei

Rhabarber-Erdbeercreme-Tarte

Gestern war mal wieder ein richtig schöner Sonntag, einen Sonnentag im wahrsten Sinne. Ausgeschlafen und ausgeruht habe ich mein Frühstücks Milchkaffee in der Sonne genossen und habe den Tag völlig stressfrei eingeleitet. Ich hatte auch so gute Laune, dass ich Lust hatte einen Kuchen zu backen. Naja, es wurde eine Tart, aber das ich ja auch ein Kuchen, nur auf Französisch. Und es gab wieder etwas mit Rhabarber mit Erdbeeren. Die Grundlage für die Tart stammte auch wieder aus der Mai „Living at Home“ Ausgabe, allerdings habe ich diesmal beabsichtigt kleine Änderungen vorgenommen. Eigentlich war die Tart als Nachtisch mit Vanilleeis vorgesehen, aber es wurde dann doch als Vor-Snack gereicht, da die Zeit einfach davon lief und das Essen später als gedacht gekocht wurde. Aber an einem Sonntag mit so schönem Wetter, lässt man sich auch nicht stressen.

Das Rezept von „Living at Home“ klang schon sehr gut, aber einfach Rhabarber auf einem Bisquitboden fand ich doch etwas langweilig und ich wollte unbedingt eine Erdbeer-Vanillecreme als Unterlage für den Rhabarber haben. Nach einem Blick in den Kühlschrank musste ich leider feststellen, dass ich für eine „echte“ Vanillecreme nicht genügend Eier hatte, also musste ich (leider) zu Puddingpulver zurückgreifen. Außerdem musste ich ja noch wählen gehen und wer will denn schon bei so tollem Wetter stundenlang in die Küche stehen 😉

Zutaten Boden

  • 50g gemahlene Mandeln (Original: 50g geröstete, gesalzene Macadamianüsse fein gehackt)
  • 220g Mehl
  • Prise Salz
  • 1 Eigelb
  • 175g Butter (kalt, in flocken)
  • 40g brauner Rohrzucker
  • 2 EL kaltes Wasser

Mandeln, Mehl, Eigelb, Butter, Zucker und Wasser zügig zu einem Teig verarbeiten. In Folie einwickeln und 1 Stunde in den Kühlschrank kalt stellen.

Zutaten Belag

  • 375g Erdbeeren
  • 1/4 L Milch
  • 40g Zucker
  • 2 Pk. Vanillepudding
  • 700g Rhabarber
  • 40g brauner Vollrohrzucker*
  • gehackte Mandeln

Erdbeeren putzen, klein schneiden und pürieren. Vanillepuddingpulver mit dem Zucker vermischen und mit 10-12 EL kalte Milch glattrühren. Die restliche Milch aufkochen und Puddingmix und Erdbeerpüree zugeben, unter Rühren kurz aufkochen. Von Herd nehmen und ca. 1 Min weiter kräftig rühren. Die Creme wird ziemlich fest werden. Abkühlen lassen.

Den Rhabarber putzen und in ca. 1 cm breite und ca. 4 cm lange Stückchen scheiden. Mit 60g Zucker vermengen und ziehen lassen. Austretendes Wasser abgießen.

Den Teig kurz kneten und auf der bemehlten Arbeitsfläche ausrollen. Die Tartform ausbuttern und mit Mehl bestäuben. Den Teig in die Form legen und leicht an die Seiten andrücken.

Die Erdbeer-Vanille-Creme nochmal gut durchrühren, auf den Teig verteilen und glatt streichen. Den Rhabarber auf die Creme verteilen und mit gehackte Mandeln und dem braunen Zucker bestreuen.

Bei 180°C ca. 50 Minuten backen. Die Tart abkühlen lassen, evtl. mit etwas Puderzucker bestäuben und mit eine Kugel Vanilleeis genießen.

Mal davon abgesehen, dass mein Rhabarber nicht so Rot war wie das gestylte Food-Foto, aber es war optisch trotzdem sehr ansprechend. Allerdings haben die Raupen zugeschlagen, bevor ich von dem ganzen (intakten) Tart ein Foto machen konnte. Von dem Boden war ich echt begeistert, der war knusprig, lecker, trocken aber nicht furztrocken und hat wie lecker Keks geschmeckt :D. Die Creme war auch gut, nicht überragend aber gut. Als „richtiger“ Pudding, also nur mit einer Packung Vanilliepudding-Fix bestimmt noch besser. *Ursprünglich habe ich nur 40g brauner Zucker verwendet, aber der Rhabarber war damit doch etwas zu sauer. Hier lieber etwas mehr verwenden. Insgesamt Experiment gelungen. Test-Esser Urteil: lecker. Aber was sollten die auch anders sagen… sonst hätte es keinen Abendessen gegeben. Was es zu essen gab, erzähl ich euch morgen.

Ich hoffe Ihr hattet auch so einen schönen Sonntag und wünsche viel Spaß beim nachbacken 😀

Erdbeer-Bananen-Brot

Heute ein schneller und kurzer Post. Inspiriert von Prairiesummers und weil ich so viele reife Bananen über hatte, gibt es heute Erdbeer-Bananen-Brot. Die Erdbeeren mussten ja auch weg 🙂

Original Rezept

Zutaten:

  • 125g Butter
  • 3 reife Bananen
  • 150g Erdbeeren (in Scheiben)
  • 130g Vollrohrzucker (Muscovado)
  • ½ TL Natron
  • 1 ½ TL Backpulver
  • ½ TL Salz
  • 2 Eier
  • 180g Mehl
  • 1 TL Vanille Extrakt

Ofen auf 180g vorheizen. Bananen mit einer Gabel zerdrücken. Butter und Zucker in Standrührer cremig schlagen und Bananen hinzufügen. Weiter schlagen. Eier nacheinander hinzufügen. Weiter schlagen. Vanille Extrakt hinzufügen und in Teig einarbeiten. Erdbeeren vorsichtig unter heben und in eine gefettete Kasten-Backform geben. Für ca. 60 Minuten backen. Zahnstocher-Probe machen.

Serviervorschlag: mit einem klacks griechischer Joghurt bestreichen und etwas Zimt draufstreuen.

Fazit: Lecker, nicht zu süß, fluffig, saftig! Die Erdbeeren schmeckt man leider nicht so doll raus, aber es ist ja noch nicht wirklich Erdbeer-Saison.

Apple Crumble Sponge

Ein weiteres Buch meiner wachsenden Sammlung ist „Home Bake“ von Eric Lanlard. Ich bin auch sehr froh darüber, dass meine Schwester das Buch aus dem Regal zog, mir in die Handdrückte und sagte „mach mir mal das!“. Wenn mich die Backlust überkommt, nehme ich dies immer wieder gerne zur hand, entweder um mich zu inspirieren oder um gleich was daraus zu backen. Lanlard bietet eine sehr schone Auswahl, die sich nicht nur auf klassische Kuchen und Muffins beschränkt, sondern widmet auch Cheesecakes, Puddings und Meringues (Baiser) ein Kapitel (wenn auch nur kleines mit z.B. 8 Rezepten). Neben den schönen Bildern der Backergebnisse, lockern die teilweise eingesetzten Schritt-für-Schritt-Bilder das ganze Buch auf. Was mich besonders freut, ist dass die Mengenangaben auch in Gramm angegeben werden.

Apple Crumble Sponge, also eine englische Version des Apfelkuchens.

Zutaten Kuchen:

  • 100g weiche Butter (+ zum einfetten)
  • 100g Zucker
  • 2 Eier
  • 100g Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • 1 TL Zimt
  • 1 TL Vanille Extrackt (oder 1/2 Vanilleschote ausgekratzt)
  • 4 große Äpfel

Zutaten Streusel:

  • 125g Mehl
  • 50g brauner Zucker
  • 50g Butter
  • 1/2 TL Zimt
  • 50g Haferflocken

Ofen auf 180°C (160°C Umluft) vorheitzen. 22cm Springform ausbuttern.

Butter mit dem Handrührgerät oder Standrührer cremig rühren, den Zucker hinzugeben, bis alles schön fluffig ist. Die Eier nacheinander unter weiter rühren bei mittlere Geschwindigkeit hinzufügen. Mehl, Backpulver, Zimt vermengen und zu die Buttermasse geben. Vanille Extrakt vorsichtig unter den Teig heben.

Den Teig in die Springform geben und glatt streichen. Die Äpfel schählen und enternen, in dünne Scheiben schneiden und auf den Teig verteilen. Dabei einen Rand freilassen.

Für den Crumble/Streussel: alle Zutaten bis auf die Haferflocken in die Küchenmachine geben und kurz mixen. In eine Schussel geben und die Haferflocken einarbeiten. Oder alle Zutaten in eine Schussel mit der Hand zu einem Krümelteig vermengen.

Die Streussel auf den Kuchen verteilen und für 35 Minuten backen. Nach dem Backen 5 Minuten stehen lassen, bevor man ihn aus der Form nimmt. Mit Honig oder etwas warme vanille Sauce servieren, oder einfach pur und noch warm.

Insgesamt war der Kuchen sehr lecker, schön saftig, allerdings hat mir die Streuselschicht nicht ganz so gut gefallen. Beim nächsten Mal werde ich eine andere Streusel-Variante nehmen.

Tod durch Schokolade

Ich habe momentan nicht viel Zeit um zu Bloggen. Kochen tu ich schon, aber das ist nur die halbe Arbeit. Die andere Hälfte besteht aus Fotos machen, diese bearbeiten und auch Texte schreiben natürlich. Ach ja und während des Kochens oder Backens die Zutaten vor allem mengen aufschreiben. Meist scheitert ein Beitrag an genau dies. Aber ich habe doch etwas in Petto und möchte es euch nicht vorenthalten: Warme Schokoladen Fondants mit Orangenkompot im Glas

Die Amerikaner oder Engländer würde es „death by chocolate“ nennen, und was für ein schokoladiger süßer Tod es war! Warmer Schokokuchen mit flüssigem Kern…himmlisch! Eine Portion reicht um jeden Chocoholic sein fix für den ganzen Abend zugeben. Man kann sicherlich auf den Orangenkompot verzichten, aber es rundet das ganze hervorragend ab. Außerdem ist Schoki und Orange einer meiner Lieblings Combos.

Bei folgendem Rezept ist es wichtig gute Schokolade mit 70% Kakaoanteil (z.B. von Lindt) zunehmen. Die ist zwar etwas teurer aber es lohnt sich. Die Fondants kann man auch einen Tag vorher zubereiten und gekühlt lagern bis man sie vernaschen will. Das folgende Rezept wurde für 4 Personen in 250ml große Weckgläser zubereitet. Die Menge reicht aber bestimmt auch für 6 Personen in kleinere Backformen (z.B. Dariolform). Ich habe die Weckgläser verwendet, weil ich die hatte und auch weil ich den Orangensalat direkt auf die Fondants im Glas serviert hatte. Perfekt um auf dem Sofa beim Film gucken zu servieren und spart auch Abwasch. Dekorativer ist es sicherlich die Fondants aus der Form zu lösen und auf einem Teller mit dem Orangenkompot drapieren.

Orangenkompot

  • 5 Orangen (Bio)
  • 200ml Orangensaft (abgetropft)
  • 1 kl. Chilischote (optional)
  • 50ml Apfelsaft
  • Stärke zum Binden

Orangen mit einem Messer von der Schale und weiße Haut befreien. Ein Sieb auf eine Schüssel legen und über dem Sieb die Filets (vorsichtig) aus den Orangen schneiden und abtropfen lassen. Der austretende Saft soll dabei aufgefangen werden. Die Reste, also die Orangentrennhäute über die Schüssel bzw. Sieb gut ausdrücken. Wenn in dem Saft etwas weiße Haut verirrt hat, noch mal sieben, die Filets vorher aber raus nehmen oder ein anderes Sieb verwenden. Insgesamt soll der abgetropften Saft 200ml ergeben, ggf mit etwas 100% Orangen(Direkt)saft auffüllen. Den Saft mit der längs aufgeschnittenen Chilischote in einem Topf geben und aufkochen, vom Herd nehmen und 5 Minuten bei geschlossenem Deckel ziehen lassen. Erneut sieben und aufkochen. Etwas (Mais)Stärke ca. ½ TL in etwas kaltem Wasser anrühren. Ein Stamperl bzw. Schnapsglas eignet sich dazu gut. Unter Rühren dem Orangensaft hinzugeben, bis die Sauce sich leicht bindet. Vom Herd nehmen und abkühlen lassen. Apfelsaft hinzugeben und verrühren. Die Orangenfilets vorsichtig unterheben. Bis zum Servieren kühl stellen. Wer eine feste Orangenmasse möchte kann auch etwas gemahlene Gelatine verwenden. Ein viertle bis halbes Tütchen sollte reichen.

Schokoladen Fondants

  • 125g Butter + Butter zum Einfetten
  • 1 EL Kakaopulver (echter zum Backen, kein Trinkkakao) + Extra zum Bestäuben
  • 125g Edelbitter Schokolade (70%)
  • 60g Zucker
  • 3 Eier (M)
  • 2 Eigelb (M)
  • 100g Mehl (gesiebt)

Ofen auf 200°C vorheizen. 4 Weckgläser ausbuttern und leicht mit Kakaopulver abstäuben.

Die Butter zusammen mit der Schokolade in einem Wasserbad schmelzen. Währenddessen in eine Schüssel die Eier mit dem Zucker auf schlagen bis die Masse heller und luftig wird. Die geschmolzene Butterschokomasse hinzugeben (ggf. etwas abkühlen lassen, damit die Eier nicht stocken) und vorsichtig das Mehl und den gesiebten Kakao unterheben.

Die Masse auf die vier Weck-Gläser verteilen, die werden ca. halb voll. Auf einem Backblech stellen und für ca. 20 Minuten in den Ofen. Wenn man andere Formen wie Dariolform oder ein Muffin-Blech verwendet verkürzt sich die Backzeit. Wenn die Oberfläche fest bzw. knusprig anfühlt sollten sie fertig sein. Zur Sicherheit kann man auch einen „Test-Fondant“ zubereiten. Wenn der Kern nicht mehr flüssig ist, ist der Fondant dann ein kleiner Schokokuchen …auch sehr lecker 🙂

Die Fondants werden noch warm, aber nicht direkt aus dem Ofen serviert, also etwas abkühlen lassen. Man will man ja auch nicht, dass die Gäste sich an den Gläsern oder an den flüssigen Schokokern verbrennen. In die Gläser, auf die Fondants das Orangenkompot verteilen.

Die Gläser gute Freunde in die Hand drücken, genießen und über den Aktion reichen Sonntagsfilm lästern.

Rote Bete mal anders

Kennt ihr Bioliese? Bioliese ist ein Lieferdienst oder besser ein Obst- und Gemüse-Abo, die jede Woche frisches bio Obst und Gemüse nach Hause liefert. Diesen Freitag habe ich meine erste Probelieferung „Obst&Gemüse-Liese“ bekommen. Das meiste Obst und Gemüse ist von lokalen Anbauern, aber die grüne Kiste enthält auch saisonale Exoten wie Bananen oder Mangos. Die sog. Abo-Liesen werden von der Bioliese zusammengestellt und man kann bis zu 3 Tage vor der Lieferung den Inhalt der Kiste ändern. Beispielsweise gab es diese Woche Rote Beete, wenn man keine Rote Bete mag, kann man dies aus dem Einkaufskorb entfernen und etwas anderes aus dem Sortiment hinzufügen.

Ich mag keine Rote Bete aber hatte die nicht rechtzeitig aus mein Körbchen entfernt. Nun kam neben Karotten, Feldsalat, Avocado, Mandarinen, Wilde Mango und Bananen auch etwas über 500g Rotebeete. Die Bioliese legt im Körbchen auch Rezeptvorschläge bei, aber ich war auch nicht so experimentierfreudig, um ein Auflauf oder ähnliches aus den Rüben zu machen. Kuchen ist da aber eine ganz andere Geschichte. Rote Bete Schoko Kuchen. Mit Kuchen und Schokolade kann man eigentlich nichts falsch machen, so machte ich mich ans Werk.

Das Rezept habe ich von Tiger in a jar, allerdings habe ich weniger Zucker verwendet. Das „Zubereitungs-Video“ ist definitiv Anschauens wert. Einer der schönsten Arten Essen zu filmen die ich schon lange nicht gesehen habe.

Zutaten:

  • ca. 500g Rote Bete
  • 225g Butter
  • 180g Brauner Zucker
  • 3 Eier
  • 120g Zartbitter Schokolade
  • 1 TL Vanille Extrakt
  • 240g Mehl
  • 2 TL Natron (gestrichene TL)
  • 1/4 TL Salz
  • Puderzucker zum bestäuben

Rote Bete waschen und kochen bis sie weich sind, pellen und ggf mit etwas Wasser pürieren. vollständig abkühlen lassen.

170g Butter mit dem Zucker cremig schlagen. Eier nach einander hinzufügen und gut ein arbeiten. Die Schokolade mit der restlichen Butter schmelzen und glatt rühren. Etwas abkühlen bevor man es zu der Buttermasse hinzufügt.

Schokolade, Rote Bete Püree und Vanille Extrakt hinzufügen und zu einer cremigen Masse rühren. Mehl, Natron und Salt gut mischen und nach und nach zu der Schoko-Bete-Masse zufügen. Alles gut mischen bis ein glatter Teig entsteht.

Eine Springform ausfetten und Teig einfüllen, glatt streichen und bei ca. 200°C 40 Min backen, bzw. so lange bis es die Zahnstocher-Probe besteht. Wenn die Kuchen Oberfläche zu dunkel wird mit Backpapier abdecken und weiter backen.

Auf ein Kuchengitter abkühlen und mit Puderzucker bestäuben. Schmeckt besonders gut noch warm, mit selbstgemachtes (oder gekaufter) Vanille Eis. Falls ich jemals wieder Rote Bete im Haus habe, werde ich das nächste mal vor dem Backen noch Schokostücken in den Teig mischen. Das macht es auch noch schokoladiger 🙂

Wichtiger Hinweis: beim Verarbeiten von Rote Bete Handschuhe verwenden und kein weißes T-Shirt an haben!

Battenberg goes Bavaria

Wenn der Kopf nicht zu Ruhe kommen will, backe ich gerne. Wiegen, messen, mischen und kneten hat für mich was meditatives, besonders Teig mit der Hand kneten. Die Küche sieht meist danach aus wie ein Schlachtfeld, aber während man wartet und bevor man ungeduldig vor der Ofentür lauert, kann man auch einfach alles in den Geschirrspüler schmeißen und ein Lappen (oder manchmal auch ein Putzeimer) zur Hand nehmen.

Das wichtigste und meist auch gute am Backen ist, man muss sich an die Zugaben bzw. Anweisungen des Rezeptes halten und schon Klappt es mit dem Brot oder Käsekuchen. Wenn man nichts vergisst oder überließt, was mir leider öfters passiert 😉 Wenn ich Glück habe ist es nicht so schlimm, oder ich hab die Zutaten doppelt und kann nochmal von vorne beginnen.

Dieses Wochenende bin ich wieder auf ein Rezept der Englischen Cuisine gestoßen. Und ja, die Englische Küche kann mehr als Minzsauce zur Lamm hervorbringen. Schon mal von Battenberg Cake gehört? Dieses Küchlein ist einer der Leckereien die oft zu nachmittags Tea serviert wird. In Kaffee und Kuchen stehen die Deutschen da auch nichts nach. Der Kuchen ist ein Biskuitkuchen mit Schachbrettmuster eingewickelt in Marzipan. Er wurde angeblich anlässlich der Hochzeit von Queen Victorias Enkelin mit Prince Louis of Battenberg kreiert.

Wenn man nicht glaubt, dass Engländer kochen kann, sollte einfach mal bei BBC-Food vorbei schauen. Dort habe ich auch ein bzw. mehrere Battenberg Cake varianten gefunden. Besonders angetan hat mich der Union Jack Battenberg angetan und hat mein Ehrgeiz geweckt. Nach stundenlanges muckeln (schneiden, streichen, kühlen und kleben) hatte ich ein Kuchen, der das Referenzmodel (fast) ähnlich aussah. Und der Geschmack? Keine Ahnung es war einfach nur pappsüß. Als Krönung hatte ich auch total klebrige Küche. Ich sagte ja beim Backen bin ich eine Sau in der Küche.  Tja, jetzt fristet mein hart erarbeitetes Kunstwerk sein Dasein im Mülleimer.

Naja gut, beim zusammenkleben der Einzelteile hatte ich schon eine Ahnung das das schief gehen wird, also habe ich das Union Jack Grundrezept doppelt angesetzt und habe einen (fast) klassischen Battenberg gebaut. Bei dem original Battenberg Cake wird die eine Hälfte des Teiges Pink eingefärbt, der fertige Kuchen dann mit Aprikosenmarmelade zusammen geklebt und mit weißem Marzipan umhüllt. Mein Battenberg habe ich anlässlich des Cookbook of Colours Event etwas abgewandelt und in den Bayrischen Farben hellblau eingefärbt. Den Marzipan habe ich auch kurzerhand mit weißer Schoko-Kuvertüre ersetzt, zum einen hatte ich kein weißes Marzipan und zum anderen mag ich Marzipan einfach nicht.

Das Rezept verlangt nach blaue Lebensmittelfarbe und bei Uwe’s Bloge-Event sollte man möglichst keine verwenden, aber in ein Battenberg gehört nu mal Lebensmittelfarbe, sonst wäre es ja kein Battenberg, sondern nur ein Sponge Cake mit Hülle 😀

Bavaria Battenberg Zutaten:

  • 175g weiche Butter
  • 175g Zucker
  • 3 Eier (L)
  • 175g Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • 1/2 TL Vanille Extrakt (Oetker Backaroma)
  • Blaue Lebensmittelfarbe.
  • Lemoncurd (zum kleben)
  • 200g weiße Schokolade

Den Ofen auf 190°C vorheizen und eine rechteckige Backform (ca. 20cm) mit Back-Alufolie in zwei gleichgroße  Segmente teilen (siehe Bild) und ggf. mit etwas Butter ausfetten.

Die Butter zusammen mit dem Zucker weich schlagen, bis es fluffig ist. Die Eier nach einander hinzufügen, also jedes Ei einzeln und nacheinander gut einrühren. Das hinzugeben, am besten auch nicht alles auf einmal. Den Vanille-Extrakt nicht vergessen. Wenn der Teig schön cremig aussieht, abwiegen und die Hälfte in eine neue Schussel geben.

Jetzt zum schwierigen Teil: das Einfärben. Hier gilt weniger ist mehr, also Tröpfchenweise hinzugeben, bis zur gewünschten Farbe. Wenn man zu wenig oder zu viel hinzugibt, kann der Teig grün werden. Ich habe die Gel-Farben von Milton verwendet. Zu dem „Royal-Blau“ habe ich auch etwas Lila verwendet, damit der Teig nicht so einen Grünstich bekommt.

Den gefärbten und ungefärbten Teig in die vorbereitete Backform geben und für 35-40 Minuten backen, bzw. bis die Oberfläche golden-braun ist und die Zahnstockerprobe sauber aussieht. Den Kuchen aus dem Ofen raus nehmen und 5 Minuten in der Form abkühlen lassen, dann auf ein Kuchengitter vollständig abkühlen lassen.

Jetzt zum Zusammenbau. Wenn nötig den Deckel abschneiden, damit man eine gerade Oberfläche bekommt. Beide Kuchen sollten gleich hoch sein. Da der blaue Teig nicht wirklich goldbraun wird, sondern eher grünbraun, empfiehlt es sich die äußere „Haut abzuziehen“. Die Kuchenteile mit der Innenseite aufeinander legen und die Seiten abschneiden. Die Breite sollte dann der Höhe entsprechen, damit das Schachbrettmuster passt. Nach dem trimmen den Kuchen der Länge nach halbieren und in das Muster sortieren.

In einem Topf ein paar EL Lemoncurd erwärmen. Soviel um den ganzen Kuchen zu bestreiben. Die Innenseiten (nicht Außenseiten) der Kuchen teile mit dem warmen Curd bestreichen und zusammen kleben. Ich habe das Ganze dann in etwas Alufolie gewickelt und in den Kühlschrank gestellt. In einem Wasserbad die Weiße-Schoki schmelzen.

Den gekühlten Kuchen auf ein mit Backpapier oder Alufolie aus gelegter Teller (Brett) legen und mit der abgekühlten Schokolade bestreichen. Festwerden lassen. Tea aufsetzen und die Gesichter der Gäste beobachten wenn man den Battenberg anschneidet. Ach ja, Kaffee passt dazu natürlich auch 😉 Der Kuchen ist (nicht nur durch die ganze Schoki) süßlich (typisch englisch), aber der Lemoncurd verleiht das ganze eine zitronige Note.

Bei diesen beiden Kuchen ist auch einiges an Kuchenresten angefallen. Was tun damit? Wech schmeißen? Nein, Rumkugeln machen!

So, lieber Uwe, das wäre meine Einreichung für Februar: Hellblau. Ich fühle mich richtig befreit und muss mich nicht mehr verrückt machen, ob ich was passendes finde. Aber warte… nächsten Monat ist Blau angesagt *neeeeiiiin*. Na, dann gibts halt die Fotos vom Rosenmontag 😉

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